Portogruaro

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Portogruaro
Wappen
Portogruaro (Italien)
Portogruaro
Staat Italien
Region Venetien
Metropolitanstadt Venedig (VE)
Lokale Bezeichnung Portogruaro
Koordinaten 45° 47′ N, 12° 50′ OKoordinaten: 45° 46′ 32″ N, 12° 50′ 15″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 102 km²
Einwohner 25.116 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 246 Einw./km²
Postleitzahl 30026
Vorwahl 0421
ISTAT-Nummer 027029
Volksbezeichnung Portogruaresi
Schutzpatron Apostel Andreas
Website Portogruaro

Portogruaro ist eine italienische Stadt mit 25.116 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) am Fluss Lemene im östlichen Venetien an der Grenze zu Friaul-Julisch Venetien, rund 60 km von Venedig entfernt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Portogruaro kann nach vorherrschender Meinung als "Kranich-Hafen" übersetzt werden (porto = Hafen, gru = Kranich), was sich auch im Stadtwappen mit den zwei Kranichen widerspiegelt. Zur Blütezeit der venezianischen Republik war Portogruaro nämlich ein für den Handel Venedigs wichtiger Flusshafen und der Kranich war der typische Vogel der damaligen Sumpflandschaft. Eine alternative Interpretation leitet den Namensteil gruaro von lateinischen Gruarius (Wächter der Felder) ab, was dem ländlichen Charakter der Umgebung Portogruaros entsprechen würde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Stadt geht auf eine Urkunde des Gervico, Bischof von Concordia, vom 10. Januar 1140 zurück. Mit dieser Urkunde überließ der Bischof den Hafenmeistern Giovanni Venerio, Arpone, Bertaldo, Berigoio, Enrico Mosca, Giovanni Salimbene und anderen Grundstücke am Ufer des Lemene zur Errichtung von Häusern, Lagerhäusern sowie eines Flusshafens. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Gegend von Portogruaro bereits in einem Privileg Kaiser Ottos III. aus dem Jahre 986, mit dem dieser dem Bischof von Concordia die Herrschaft über das Gebiet übertrug.

Bereits im 10. Jahrhundert muss am rechten Ufer des Lemene eine befestigte Anlage existiert haben, die von den Bischöfen der Diözese Concordia als Wohnsitz errichtet wurde, da sie sich in den Ruinen der antiken römischen Stadt Iulia Concordia (heute Concordia Sagittaria) nicht mehr hinreichend sicher fühlten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portogruaro, ein „kleines Venedig“
Der „Schiefe Turm“ von Portogruaro

Die von einer Ringstraße umschlossene Altstadt von Portogruaro ist im Stil der venezianischen Gotik und nahezu vollständig erhalten. Als architektonische Attraktionen gelten vor allem das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert mit einem markanten Zinnenkranz, der schiefe Glockenturm des Doms zu Portogruaro und die alten Mühlen im Zentrum der Stadt.

Brunnen von Pilacorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleich links vom Rathaus steht auf einem achteckigen Sockel eines der Wahrzeichen von Portogruaro, der Kranichbrunnen. Er wurde 1494 vom Bildhauer Giovanni Antonio Pilacorte gestaltet. An den Außenwänden des oktogonalen Brunnenbeckens sind neben dem Stadtwappen auch jene von Paolo Contarini und Jacopo Gabriel, die wahrscheinlich Ende des 15. Jahrhunderts Bürgermeister waren, herausgemeißelt. Die beiden Kraniche sind ein Werk von Valentino Turchetto.

Ursprünglich stand der Kranichbrunnen etwas von seinem heutigen Standort entfernt. Gespeist wird er von einer unterirdischen Zisterne. Von dieser Zisterne berichtet eine Inschrift aus dem Jahre 1598, die sich rechts neben dem Stadtwappen befindet, dass selbige vom Bürgermeister Giovanni Balbi erneuert wurde, um sauberes Wasser zu erhalten.

Im 18. Jahrhundert gelangte der Brunnen auf unerklärliche Weise in private Hände. Erst 1908 wurde er anlässlich der Einweihung des öffentlichen Aquädukts an die Gemeinde feierlich zurückgegeben.

Das Rathaus von Portogruaro

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen seit 1987 mit:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit besonderer Beziehung zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Raab (1891–1964), Bundeskanzler der Republik Österreich (1953–1961), rettete als Kompanieführer der österreichischen Pioniere im November 1918 beim Rückzug die historische Brücke „Ponte dei Molini“ im Zentrum der Stadt vor der Zerstörung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paolo Francesco Gusso, Vanni Tiozzo: Il Centro Storico di Portogruaro. Associazione Accordi, Portogruaro 2004.
  • Attilio Nodari: Zibaldone Portogruarese - note storiche e notizie curiose sulla Città del Lemene. Edizioni Pro Loco, Portogruaro 1999.
  • Ruggero Simonato, Roberto Barbuio (Hrsg.): Portogruaro nell'Ottocento. Contesto storico e ambiente sociale, Portugruaro 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Portogruaro – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.