Portomaggiore

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Portomaggiore
Portomaggiore (Italien)
Staat Italien
Region Emilia-Romagna
Provinz Ferrara (FE)
Lokale Bezeichnung Port Mazor
Koordinaten 44° 42′ N, 11° 48′ OKoordinaten: 44° 41′ 55″ N, 11° 48′ 16″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 126 km²
Einwohner 11.590 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Gambulaga, Maiero, Runco, Portoverrara, Portorotta, Quartiere, Sandolo, Ripapersico
Postleitzahl 44015
Vorwahl 0532
ISTAT-Nummer 038019
Volksbezeichnung Portuensi
Schutzpatron San Carlo Borromeo
Website comune.portomaggiore.fe.it

Portomaggiore ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 11.590 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Ferrara, Region Emilia-Romagna.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portomaggiore liegt etwa 25 Kilometer südöstlich von Ferrara und etwa 55 Kilometer nordöstlich von Bologna in der Po-Ebene. Die Nachbargemeinden sind Argenta, Comacchio, Masi Torello, Voghiera und Ostellato.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Dokumente, die auf die Ursprünge von Portomaggiore hindeuten, stammen aus dem Jahr 896 nach Christus. Erstmals erwähnt wurde die Stadt in einem Dokument vom 17. September 955, damals noch als Porto – es ist aber unstreitig, dass es sich hierbei um das heutige Portomaggiore handelt. Die Estensi prägten die Geschicke der Stadt nachhaltig. 1277 errichteten sie einen Graben vom Fluss Po di Primaro bis zu den Valli di Comacchio, um ihre Besitztümer besser abzugrenzen. Sie errichteten ebenfalls mehrere Herrschaftssitze, zum Beispiel die Delizia del Verginese (siehe Abschnitt Kultur und Sehenswürdigkeiten).

Das Schloss von Portomaggiore, im 15. und 16. Jahrhundert mehrfach erwähnt, existiert heute nicht mehr. Man vermutet, dass es sich auf dem heutigen Piazza della Repubblica befand.

Das Stadtzentrum wurde vom 13. bis zum 17. April 1945 während der alliierten Frühjahrsoffensive mehrfach bombardiert, mehr als 1000 Bürger starben. Einige Privathäuser überdauerten die Zerstörungen, von den antiken Klöstern, Kirchen und Palästen ist allerdings nichts mehr übrig.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft und die Textilindustrie, die wichtigsten Wirtschaftszweige von Portomaggiore, verlieren immer weiter an Bedeutung, die Industrie ist noch in der Entwicklungsphase. Hervorzuheben ist die Firma Fabbri 1905, die 1905 in Portomaggiore gegründet wurde und heutzutage in Bologna Eisdielenbedarf sowie Süßigkeiten herstellt.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portomaggiore liegt an der Strada Statale 16 Adriatica und ist nur wenige Kilometer von der Verbindung Ferrara – Porto Garibaldi entfernt.

Die nächstgelegene Autobahn ist die A13 Bologna – Padua.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie Ferrara – Rimini hält in Portomaggiore, außerdem fahren Züge auf der Strecke Portomaggiore – Bologna. Portomaggiore ist somit nach Ferrara der wichtigste Umsteigebahnhof der Region. Die Verbindung von Portomaggiore nach Bando wurde nur von 1921 bis 1943 für den Transport von Zuckerrüben bedient.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Bezirks ist die Delizia del Verginese, ein Landsitz bei Gambulaga, etwa 6 Kilometer von Portomaggiore entfernt. Herzog Alfonso I. d’Este baute das ursprüngliche Landhaus im 16. Jahrhundert zu einem Schloss um und schenkte es Laura Eustochia Dianti. Nach dem Tod des Herzogs zog sich die Dame zurück und kümmerte sich um die Renovierung des Schlosses. Cavaldi da Parma plante das heutige Aussehen: Eine rechteckige Grundfläche, umrahmt von vier Türmen. Seitlich befindet sich eine kleine Kirche. Nach ihrem Tod fiel das Schloss an ihren Sohn Alfonso und danach an Cesare d’Este.

Im Naturschutzgebiet Oasi di Porto befindet sich ein naturgeschichtliches Museum.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist bekannt für Volleyball, brachte aber auch viele berühmte Fußballspieler hervor. Das Fußballstadion ist Savino Bellini gewidmet.

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portomaggiore ist die Heimat der Salama da Sugo, eine sehr weiche, fast flüssige gekochte Wurstspezialität und seit 2014 mit geschützter Herkunftsbezeichnung EU-Gemeinschaftszeichen ggA.svg g.g.A. und geschützter Ursprungsbezeichnung (Denominazione d’Origine Protetta) (DOP) EU-Gemeinschaftszeichen gU.svg.[3]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Portomaggiore – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Geschichte des Gebiets von Portomaggiore (Memento vom 8. August 2010 im Internet Archive), italienische Sprache
  3. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1173/2014 der Kommission vom 24. Oktober 2014 zur Eintragung einer Bezeichnung in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der geschützten geografischen Angaben [Salame da Sugo (g.g.A.)]. In: Amtsblatt der Europäischen Union. L316/1, 32014R1173, 24. Oktober 2014 (europa.eu).