Posavina (Region)

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Posavina (oder Posavien, „Gebiet an der Save“) ist das Gebiet beiderseits der unteren Save im heutigen Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Der Name erschien im 9. Jahrhundert erstmals als Bezeichnung für eine Grenzmark des Fränkischen Reiches.

Gebiet[Bearbeiten]

Die Posavina ist Teil der Pannonischen Tiefebene. Sie reichte von Zagreb und Sisak im Westen bis zur Mündung der Save in die Donau im Osten.

Der westliche Teil der Posavina (Save-Niederungen)[1] ist heute das demographische und wirtschaftliche Zentrum Kroatiens. Die Save ist auf einem großen Teil ihres Laufes Grenzfluss zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina. Der Ostteil ab Vukovar wird Syrmien und ganz im Osten Batschka genannt.

Regionen Posavina[Bearbeiten]

Heute tragen zwei administrative Regionen den Namen Posavina:

Geschichte[Bearbeiten]

Pannonien[Bearbeiten]

Die fruchtbare und wasserreiche Region wurde schon im Neolithikum besiedelt. Die ersten bekundeten Bewohner waren die Skordisker, später die Pannonier, die unter Kaiser Augustus dem Römischen Reich einverleibt wurden. Das Gebiet gehörte nunmehr zu „Pannonia inferior“ (Unterpannonien), wurde aber auch „Pannonia Savia“ genannt.

Am Ende der großen Völkerwanderung eroberten Awaren das Land zwischen Drau und Save. Mit ihnen kamen slawische Siedler ins Land (siehe Landnahme der Slawen auf dem Balkan). Im 7. Jahrhundert stand das Gebiet zeitweise unter der Herrschaft des Wolga-Bulgarischen Reiches.

791 eroberte Karl der Große das Gebiet von den Awaren. Er setzte slawische Fürsten als Suzeräne (Vasallen) des Fränkischen Reiches ein. Diese leisteten Tribut und Wehrdienst. 799 wurde das Gebiet wieder vom Byzantinischen Reich kontrolliert. Der wohl bekannteste Fürst von Posavina war Ljudevit, der 819 bis 823 versuchte, die fränkische Oberhoheit abzuschütteln, dann aber flüchten musste und in Serbien ermordet wurde.

Fränkische Grenzmark Posavina[Bearbeiten]

Danach wurde unter Kaiser Ludwig dem Frommen die Grenzmark Posavina an der Save errichtet, die im Westen an die Markgrafschaften Friaul und Istrien und im Norden an die Markgrafschaft Karantanien grenzte.

Königreiche Kroatien und Ungarn[Bearbeiten]

Mit dem Erstarken der kroatischen Fürstenmacht um 925 kam das Gebiet unter die Herrschaft des Königreichs Kroatien und ab 1102 infolge der Personalunion mit dem Königreich Ungarn zu letzterem. Dem bosnischen König Tvrtko I. (1338–1391) gelang es, die Posavina seinem Reich einzuverleiben, aber schon bald nach seinem Tod wurde sie wieder Teil von Kroatien im Rahmen der ungarischen Monarchie.

Osmanisches Reich und Habsburgermonarchie[Bearbeiten]

Dabei blieb es allerdings nur bis 1463, als auch die Posavina von den Osmanen erobert wurde. Im Frieden von Karlowitz 1699 kam die Posavina dann mit ganz Slawonien an Österreich, das dort eine Militärgrenze zum Osmanischen Reich einrichtete. Im Friedensvertrag von 1719 zwischen dem Osmanischen Reich und dem Habsburger Reich wurden die Grenzen der Posavina festgelegt, die sich bis 1939 nicht mehr änderten.

Jugoslawien, Kroatien und Bosnien[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Region zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen bzw. ab 1929 zum Königreich Jugoslawien. Als am 29. August 1939 die "Banschaft Kroatien" (Banovina Hrvatska) innerhalb des Königreichs geschaffen wurde, kam auch der südlich der Save liegende Teil von Posavina hinzu. Nach der Schaffung des sogenannten Unabhängigen Kroatischen Staates im April 1941 war die Posavina Teil desselben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst wieder Teil Jugoslawiens, ehe es als Folge der Jugoslawienkriege zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina geteilt wurde. Die Region litt sehr schwer im Bosnienkrieg, als viele Ortschaften geplündert und niedergebrannt wurden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Die Gegend ist namensgebend für:

Literatur[Bearbeiten]

  • Ivan Crkvenčić: The Posavina Border Region of Croatia and Bosnia-Herzegovina: Development up to 1918 (with special reference to change in ethnic composition), in Društvena istraživanja - Časopis za opća društvena pitanja, No. 1–2, 2004, Institut društvenih znanosti Ivo Pilar, Zagreb, S. 293–314
  • Ivan Crkvenčić: The Posavina Border Region of Croatia and Bosnia-Herzegovina: Development up to 1918 (with special reference to change in ethnic composition), in Društvena istraživanja - Časopis za opća društvena pitanja, No. 3, 2004, Institut društvenih znanosti Ivo Pilar, Zagreb, S. 579–595
  • Nada Klaić: Ljudevit Posavski. In: Enciklopedija Jugoslavije, 1. Ausgabe, Zagreb 1962.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Peter Jordan: Kroatien und die Europäische Integration. In: Albert Hofmayer (Hrsg.): Beiträge zur Dienstleistungsgeographie und angewandten regionalen Wirtschaftsgeographie. Festschrift für Univ.-Prof. Dr. Christian Staudacher zum 60. Geburtstag (= Wirtschaftsgeographische Studien, Bände 30–31). Verlag facultas.wuv/maudrich, 2005, ISBN 9783851149357, Abb 2. Konventionelle Namen (Karte), S. 80 (ganzer Artikel S. 73–84, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).