Positioniersystem

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Dieser Artikel befasst sich mit Positionierantrieben im Maschinen- und Werkzeugbau, für Navigationssysteme zur Positionsbestimmung siehe Globales Navigationssatellitensystem.
Positioniersystem mit zwei Koordinatenachsen
Positioniersystem mit drei Achsen
Pick-and-Place Anwendung

Als Positioniersystem bezeichnet man antriebstechnische, ein- oder mehrachsige Systeme, die zur Positionierung von Werkstücken oder Werkzeugen in Maschinen und technischen Anlagen verwendet werden.

Zu den Positioniersystemen zählen neben verschiedenen Linearsystemen, wie beispielsweise Kreuztische (X-Y-Tische) und Portalsysteme auch rotative Positioniersysteme, genannt Drehtische (auch: Rotationstische oder Rundtische), die eine Ausrichtung des Werkstücks, Werkstückträgers, Werkzeugs oder Werkzeugträgers in einem bestimmten Winkel zur Ausgangs- bzw. Referenzposition erlauben. Beispiel: Teilapparat

Auch Industrieroboter (z. B. Portalroboter bei Koordinatenmessgeräten) erledigen zum Teil Positionieraufgaben und übernehmen somit die Funktion eines Positioniersystems. Weitere Anwendungsgebiete für Positioniersysteme finden sich in der Mikroskopie (z. B. bei Messmikroskopen), Messtechnik (z. B. Motorakustik) oder bei der Fertigung von Wafern und Chips in der Elektronikindustrie so wie auch in der optischen Messtechnik mehrachsige (drei oder mehr Achsen) Positioniersysteme zum Einsatz kommen. In der Handhabungstechnik werden Positioniersysteme beispielsweise für sogenannten Pick-and-Place Anwendungen verwendet.

Positioniergenauigkeit[Bearbeiten]

Die Positioniergenauigkeit eines Positioniersystems hängt einerseits von der Genauigkeit des verwendeten Antriebs (Zahnriemen, Linearmotor, Kugelgewindetrieb, etc.), andererseits von der Präzision der verwendeten Führungen (Wellenführung, Schienenführung, etc.) und der Auflösung der Positionssteuerung ab und kann abhängig von den Erfordernissen der jeweiligen Anwendung "gewählt" werden. Grundsätzlich gilt dabei, je höher die erforderliche Positioniergenauigkeit, desto höher wird der konstruktive Aufwand und desto genauer müssen die Komponenten des Systems gewählt werden, d. h. desto teurer das jeweilige Positioniersystem.

Je nach System werden heute Positioniergenauigkeiten von wenigen Millimetern bis hin zu Genauigkeiten unter einem µm (im Nanometerbereich) erreicht.

Marktdurchdringung[Bearbeiten]

Positioniersysteme werden heute meist von spezialisierten Unternehmen in unterschiedlichsten Bauarten und Genauigkeiten als komplette, standardisierte Baugruppen am Markt angeboten und u.U. den Erfordernissen der jeweiligen Anwendungen angepasst oder gemeinsam mit dem jeweiligen Kunden entwickelt, es gibt jedoch nach wie vor auch Firmen, die die Positioniersysteme selbst entwickeln und bauen.