Postau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Postau
Postau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Postau hervorgehoben
48.64886712.325483388Koordinaten: 48° 39′ N, 12° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wörth an der Isar
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 34,84 km²
Einwohner: 1592 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84103
Vorwahl: 08702
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 174
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Kellerberg 2a
84109 Wörth a.d.Isar
Webpräsenz: www.postau.de
Bürgermeister: Johann Angstl (FW)
Lage der Gemeinde Postau im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Postau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d.Isar.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Postau liegt in der Region Landshut. Etwa 4 km südlich fließt die Isar, der Mühlbach durchfließt den Ort Postau, weitere Quellflüsse der Isar verlaufen durch das Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Postau hat 20 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Grießenbach, Oberköllnbach, Postau, Unholzing und Moosthann.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1280 wird ein Ort namens Owe erstmals erwähnt, 1332 lautet der Ortsname Aewe, woraus 1395 Au und erst 1820 Postau wurde. Die nachweisbar ersten Besitzer von Au mit den damit verbundenen Rechten der niederen Gerichtsbarkeit waren die Rechlinger. Nach dem Verkauf der Hofmark Au an Georgen von Staudach ging der Ort 1401/1402 in den Besitz der Staudacher über. Bis um 1490 übten die Staudacher die Dorfherrschaft aus. Auf die Staudacher folgten durch Erbfolge nacheinander die Egloffstein, Murcher, Kuttenauer, Ebleben und Pflug. Nach eine Urkunde vom 24. April 1559 wurde Martin von Gumppenberg Lehensherr der Hofmark Au und Unholzing. Nach seinem Tod 1561 erhielten die beiden Söhne seines verstorbenen Bruders die Hofmark Au und Unholzing. Benigna, eine spätere Erbin, verkaufte 1568 die Hofmark Au an Hans Trainer, einen Verwandten der Gumppenberger. 1592 verkaufte Hans Ludwig Trainer sie an Adam Vetter von der Gilgen. Dessen Tochter und Erbin Anna Maria vermählte sich im Jahre 1602 mit Ferdinand Freiherr von Törring und Seefeldt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam durch die Heirat der Erbtochter Mechtildis von Törring Au in die Herrschaft der Grafen von Haunsperg. Leopold Reichsgraf von Arco verehelichte sich im Jahr 1700 mit der Erbin aller Haunsperg´schen Güter Gräfin Maria Febronia von Haunsperg, wodurch die Hofmark Au in den Besitz der Grafen von Arco gelangte. In der Zeit um 1770 wurde in Au ein Carriolposten für Post-, Eilpost- und Privatstellwägen eröffnet. Die Postwagen auf der Linie Landshut-Straubing machten in Au Rast und wechselten im Poststall die Pferde. Dieser nur hundert Jahre unterhaltene Poststall bewirkte, dass die Ortsbezeichnung von Au unterhalb Landshut auf Post-Au und später Postau geändert wurde. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Postau war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.

Am 1. Mai 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Wörth an der Isar gegründet. Zugleich gründeten die Gemeinden Weng und Postau einen Schulverband.

Im August 1983 wurde die Genehmigung zum Bau einer Grund- und Teilhauptschule ausgesprochen. Die Fertigstellung war im Dezember 1985. Die Erweiterung wurde im Laufe des Schuljahres 2004/2005 vollendet.

Die Pfarrei Postau war früher ein Benefizium der Pfarrei Moosthann.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Grießenbach und Unholzing eingegliedert. Am 1. Mai 1978 folgten große Teile der aufgelösten Gemeinde Oberköllnbach[3] mit dem am 1. Oktober 1971 dorthin eingemeindeten Moosthann.[4]

Einwohner[Bearbeiten]

  • 1961: 1535 Einwohner
  • 1970: 1424 Einwohner
  • 1987: 1350 Einwohner
  • 2000: 1634 Einwohner
  • 2011: 1643 Einwohner
  • 2012: 1592 Einwohner
  • 2013: 1607 Einwohner (Stand: 30. September 2013)[5]
Altersstruktur der Bevölkerung Postaus gemäß Zensus 2011
Alter Einwohner nach Alter[6]
jünger als 18 17,1 %
18 bis 29 15,1 %
30 bis 49 30,1 %
50 bis 64 22,4 %
älter als 65 15,3 %

Politik[Bearbeiten]

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[7]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 576.000 €, davon waren umgerechnet 47.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Die Gemeinde Postau ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden[5]:

  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Niederaichbach-Wörth Postau-Weng
  • Schulverband Postau-Weng
  • Wasserzweckverband Mallersdorf
  • Zweckverband Grabschaft Postau

Postau gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d.Isar. Weitere Mitglieder sind:

Die Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d.Isar erbringt 301 verschiedene behördliche Leistungen.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Johann Angstl (Parteifreie Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alois Gahr (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Das seit 1957 geführte Wappen ist geteilt von Silber und Blau. Oben ist unter einem durchgehenden, oben gezinnten schwarzen Balken ein schwarzer Sparren sichtbar, unten ein goldenes Posthorn.

Das goldene Posthorn in der unteren Hälfte redet für den Namen Postau und erinnert an die historische Bedeutung des Ortes als Poststation. Das Bild in der oberen Schildhälfte entspricht dem Wappen der Familie von Staudach, die im 15. Jahrhundert Sitz und Hofmarksgericht Au erwarb und dort bis um 1490 die Dorfherrschaft ausübte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Postau ist ein spätgotischer Bau von 1392. Das Langhaus wurde neugotisch verändert und im Chor mit einem Rippengewölbe versehen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zehn, im produzierenden Gewerbe 37 und im Bereich Handel und Verkehr 24 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort acht Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 542. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen. Zudem bestanden im Jahr 1999 82 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.206 ha, davon waren 2.024 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Postau wird von der Staatsstraße St 2141 durchquert, parallel dazu verläuft am südlichen Rand des Gemeindegebietes die Autobahn A 92 mit der Anschlussstelle 16 Wörth a. d. Isar.

Bildung[Bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Volksschulen: Eine mit 18 Lehrern und 271 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Martin Stosch (* 1990), deutscher Popsänger, wohnte 16 Jahre in Postau

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis Postau. Online auf bayerische-landesbibliothek.online.de. Abgerufen am 17. Mai 2014.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 616.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 508.
  5. a b Bayerischer Behördenwegweiser - Gemeinde Postau: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Einwohnerzahl. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 1. Juni 2014.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Postau (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014.
  7. INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006
  8. Bayerischer Behördenwegweiser - Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d.Isar: Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d.Isar - Landkreis Landshut. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 17. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Postau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien