Postfix (Mail Transfer Agent)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Postfix
Postfix-logo.png
Basisdaten
Aktuelle Version 2.11.0
(15. Januar 2014)
Betriebssystem diverse Unix-Derivate
Programmier­sprache C
Kategorie Mail Transfer Agent
Lizenz IBM Public License
Deutschsprachig nein
postfix.org

Postfix ist ein Mail Transfer Agent für Unix und Unix-Derivate. Die Software sollte zum Entwicklungszeitpunkt eine kompatible Alternative zu Sendmail sein. Dabei achteten die Programmierer insbesondere auf Sicherheitsaspekte. Der Quellcode von Postfix steht unter der IBM Public License zur Verfügung und ist damit freie Software.

Geschichte[Bearbeiten]

Postfix wurde 1998 von Wietse Zweitze Venema entwickelt und zunächst unter dem Namen VMailer veröffentlicht. Im Rahmen einer markenrechtlichen Prüfung fand man heraus, dass dieser Name einer anderen Marke sehr ähnlich ist und vergab den Namen „IBM Secure Mailer + Postfix“. Wietse Venema äußerte sich zur Namenssuche wie folgt:

We spent several months giving names to the program.

The IBM name policy killed every name we thought up, and so we
decided to change tactics. The program now has TWO names:
IBM Secure Mailer + Postfix.

Das Designziel war ein schnelles, sicheres und leicht zu administrierendes System.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Postfix ist ein schnelles und im Verhältnis zu Sendmail oder qmail einfach zu administrierendes System. Dennoch gilt: Wie jeder MTA setzt auch Postfix enorme Kenntnisse im Bereich Mailserver, Protokolle und intensive Systemkenntnisse voraus, da die Konfigurationen je nach Anwendungsfall sehr komplex werden können.

Besonderer Wert wurde bei Postfix auf eine einfache Administration (da es im Wesentlichen nur zwei Konfigurationsdateien gibt) und einen sicheren Mailserver gelegt.[1][2] Es ist dabei aufrufkompatibel mit Sendmail, arbeitet also mit Programmen zusammen, die Sendmail statt Postfix als Mailserver erwarten würden. Weiterhin ist es modular aufgebaut und führt seinen Code soweit möglich ohne root-Rechte aus. Konfigurationsänderungen sind zur Laufzeit möglich und werden ohne Neustart übernommen.

Dieser modularer Aufbau zeigt sich in der unten dargestellten Grafik. In dieser finden sich vier Elementtypen:

Gelbe Ellipsen
Sie stehen für je einen Daemon, welchem genau eine Aufgabe zugeordnet wurde. Aus dieser Modularität heraus erklärt sich die große Sicherheit und Stabilität, die Postfix auszeichnet.
Blaue Kästen
Die blauen Kästen stehen für sogenannte Lookup tables. Sie enthalten in zwei Spalten Informationen, die zur Weiterverarbeitung von E-Mails herangezogen werden können. Dies kann eine Zugriffsliste (eng. access) sein, die darüber bestimmt, ob die E-Mail angenommen wird oder nicht, zum Umschreiben des Adressaten bzw. Senders oder auch der weitere Weg (eng. transport), den eine E-Mail nehmen soll.
Gelbe Kästen
Die gelben Kästen stehen zum einen für sogenannte Warteschlangen (eng. queues), bei der E-Mails physisch auf dem Datenträger (zumeist Festplatte od. einem NFS Laufwerk) abgelegt werden, oder aber für Endzustellung, zum Beispiel eine Mailbox eines Benutzers (Beispiel: /var/mail/benutzername).
Weiße Wolken
Sie stehen für den möglichen Eintritt oder auch das Verlassen des Postfix Systems. Als Beispiel auf der linken Seiten den SMTPD Daemon, welcher für die Annahme von E-Mails über den TCP Port 25 zuständig ist (soweit nicht anders konfiguriert). Auf der rechten Seiten dagegen gibt es den SMTP Daemon, der für das weitergeben von E-Mails an andere SMTP zuständig ist.
Postfix Architektur

Alle Daemonen (gelbe Ellipsen) werden vom Postfix Master Prozess bei Bedarf gestartet und auch überwacht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGregor Longariva: Postfix - der Sendmail-Ersatz? Modular und sicher. In: Linux Magazin 05/2006. Abgerufen am 26. Januar 2010.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMick Brauer und Brenno de Winter: Using Postfix for Secure SMTP Gateways. In: linuxjournal.com. Abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch): „It's obvious that Mr. Venema has taken the lessons of history (as chronicled by CERT, bugtraq, et al.) very much to heart.“