Postleitzahl (Österreich)

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Karte der Postleitzahlregionen in Österreich
Detaillierte Karte der Postleitzahlregionen

In Österreich sind die Postleitzahlen vierstellig und in der Anschrift stets ungekürzt anzugeben. Sie wurden am 1. Jänner 1966 von der Generaldirektion für die Post- und Telegraphenverwaltung eingeführt. Jede Postleitzahl kennzeichnete ein Postamt. Die Aussage der Postleitzahl wies also über den Postort hinaus ein bestimmtes Annahme-, Abhol- oder Zustell-Postamt aus. Damit wurde es zur Regel, dass für eine Stadt mit mehreren Postämtern auch mehrere Postleitzahlen galten.

Seit September 2009 besteht auf der Website der Österreichischen Post AG die Möglichkeit, mittels einer detaillierten Online-Suchfunktion nach Postleitzahlen und den dazugehörigen Ortschaften mit deren „Bestimmungsorten“ zu suchen; für die Suche innerhalb größerer Städte ist diese jedoch kaum brauchbar. Außerdem stehen aktuelle Listen aller Postleitzahlen (inkl. Postfach- und Sondernummern) bzw. aller Ortschaften (inkl. PLZ und Bestimmungsort) als Excel-Tabelle zum kostenfreien Download bereit.[1]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Postleitzahlenkarte, Stand 1943

Bereits ab 1941 gab es die reichsdeutsche Postleitzahl 12a und 12b für das 1938 angeschlossene Österreich.

Nummer des Leitgebiets Postleitgebiet umfasste die Reichsgaue
12a Alpen- und Donau-Reichsgau Ost Gau Wien, Gau Niederdonau, Gau Steiermark
12b Alpen- und Donau-Reichsgau West Gau Kärnten, Gau Oberdonau, Gau Salzburg, Gau Tirol-Vorarlberg

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Briefzentren der Österreichischen Post
  • Die erste Stelle der Postleitzahl gibt die Leitzone, also die entsprechende Region an.
  • Die zweite Stelle definiert das Leitgebiet, das zumeist zweistellig gemeinsam mit der ersten Stelle angegeben wird.
  • Die dritte Stelle zeigt die Leitstrecke an, die die Poststücke beim Transport mit der Bahn oder mit dem Auto nehmen.
  • Die vierte Stelle gibt den Leitort, also das konkrete Postamt an. Jeder Postfiliale ist somit eine eigene Postleitzahl zugeteilt.

In der Leitzone 1 (Wien) kennzeichnen die zweiten und dritten Stellen der Postleitzahlen den jeweiligen Gemeindebezirk (z. B. 1030: 3. Bezirk, 1120: 12. Bezirk) und an der vierten Stelle steht der Leitort (Postfiliale) im jeweiligen Bezirk.

Ausnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt jedoch von dieser Regel einige transporttechnisch begründete Ausnahmen, insbesondere für Orte an den Bundesländergrenzen. So hat zum Beispiel die oberösterreichische Gemeinde Weyer die Postleitzahl 3335, da sie von niederösterreichischem Gebiet aus mit Post beliefert wird. Der steirisch-niederösterreichische Grenzort Tauchen am Wechsel hat eine burgenländische Postleitzahl (7421), da er bei der Vergabe derselbigen mit dem Ort Tauchen in der burgenländischen Gemeinde Mariasdorf verwechselt wurde.

Der in 2320 Mannswörth, Niederösterreich liegende Flughafen Wien-Schwechat hat die Postleitzahl 1300, obwohl er in der Gemeinde Schwechat mit der Postleitzahl 2320 liegt. In Wien hat die UNO-City die Postleitzahl 1400, obwohl sich diese im 22. Bezirk (PLZ 1220) befindet. Bis September 2011 hatte auch das Austria Center Vienna, ebenfalls im 22. Bezirk, mit 1450 eine eigene Postleitzahl.

Die beiden österreichischen Zollausschlussgebiete Jungholz in Tirol und Kleinwalsertal in Vorarlberg verfügen als Zollanschlussgebiete Deutschlands sowohl über vierstellige österreichische als auch über fünfstellige deutsche Postleitzahlen, diese lauten:

Ortsname Österreich Deutschland Deutschland (altes PLZ-System bis 30. Juni 1993)
Jungholz 6691 87491 8965
Riezlern 6991 87567 8984
Hirschegg 6992 87568 8985
Mittelberg 6993 87569 8986

Sonderpostleitzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren etwa 400 Sonderpostleitzahlen. Zu ihnen zählen Postleitzahlen für Verteilzentren (z. B. 1000 Wien), Auslandszentren (z. B. 4005 Linz), 286 PLZ für Postfächer (z. B. 4021 Linz), Großkunden (z. B. 1136 Wien für den ORF, 8036 Graz für das LKH-Universitätsklinikum Graz, 8012 Graz für Neckermann-Versand) oder 1500, 1502 und 1503 für Feldpost im Rahmen der friedenserhaltenden Einsätze.

Die Postleitzahl 1008 ist der Reißwolf der österreichischen Post. Sendungen mit dem Vermerk „Retouren an Postfach 555, 1008 Wien“ werden bei Rücksendung im nächsten Verteilerzentrum ausgeschieden und vernichtet.[2][3] 1350 wiederum dient der Erfassung von Rückläufern im Auftrag von Massenversendern.[4]

Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die Schließung von Postämtern wurden seit 1999 etwa 50 Postleitzahlen aufgelassen. Aber es wurden auch über 100 neue kreiert. Damit erhielten Gemeinden, die nie ein Postamt hatten, die Möglichkeit, sich eine eigene PLZ zuteilen zu lassen. Durch die Verlagerung der Zustellung an regionale Zustellbasen können auch Gemeinden, die bisher mehrere Postleitzahlen hatten, jetzt mit einer einheitlichen PLZ ausgestattet werden.

Mit Gemeindefusionen, die gelegentlich sogar Bezirksgrenzen verschieben, ändern sich zumindest Korrelationen zwischen Zustelladressbasierten Postleitzahlen und Gemeindegrenzen.

Aussprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Aussprechen einer Postleitzahl werden meist zuerst die ersten beiden Stellen als Zahl und danach die letzten beiden Stellen als Zahl genannt. (z. B.: 1011 Wien = zehn-elf Wien, 3333 Böhlerwerk = dreiunddreißig-dreiunddreißig Böhlerwerk, 9900 Lienz = neunundneunzig-null-null Lienz)

Sonderbriefmarke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einführung der neuen Postleitzahlen zu Jahresbeginn 1966 wurde als ein so bedeutsames Ereignis empfunden, dass die Österreichische Post aus diesem Anlass eine Sonderbriefmarke herausgab, die am 14. Jänner des Jahres erstmals ausgegeben wurde. Sie zeigt auf gelbem Grund eine in Grau-Weißtönen gehaltene einfache physische Karte Österreichs, auf der in roter Schrift die Leitzonenziffern der Postleitzahlen (gefolgt von jeweils drei Punkten) entsprechend ihren geografischen Regionen angeordnet sind. Der Nennwert betrug 1,50 Schilling, was einem gängigen Wert entsprach.[5]

Die Auflage jedoch belief sich auf 30 Mio. Stück, was etwa dem Zehnfachen der üblichen Auflagenhöhe einer Sondermarke gleichkam.[6] Der Entwurf stammt von Karl Geßner. Damit wurde die Verwendung von Postleitzahlen beworben und die Zonen-Nummerierung anschaulich dargestellt.

Postverkehrskarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in Österreich wurde eine offizielle Landkarte (mit Logo der Post, vom Verlag Freytag & Berndt, mit Neuauflagen bis etwa 1988) aller Postleitzahlen, -zonen und -gebieten herausgegeben, die Postverkehrskarte Österreich. Sie ist als Nachdruck wieder auf Papier erhältlich.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Lappin, Bonn: Postleitzahlen im In- und Ausland, in ZPF 14/68, S. 546

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Postlexikon - Post AG. Abgerufen am 24. November 2017.
  2. Der Selfmailer, Homepage der Post
  3. Wenn Post direkt in Papiermüll wandert. In: wien.orf.at, 1. Februar 2012
  4. Sponsoring.Post - Post AG. Abgerufen am 24. November 2017.
  5. PhilaWiki Artikel. Abgerufen am 24. November 2017.
  6. Michel Österreich-Spezial 2003/04, München: Schwaneberger Verlag 2003 (Briefmarkenkatalog).
  7. Österreich Postleitzahlenkarte, Detailansicht, Verlag Bacher, bacher.de, abgerufen am 14. August 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Postleitzahlenkarten von Österreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien