Postliminium

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Das Postliminium war ein kriegsvölkerrechtliches Rechtsinstitut. Im römischen Recht (historischer Nachweis durch u. a. Pomponius und Gaius möglich) bedeutete das ius postliminii, dass der Bürger, der in die Gewalt des Gegners geriet, seine Rechtsfähigkeit solange verlor (bürgerlicher Tod), bis er wieder zurückgekehrt war. Die Sicherung von Testamenten (das Postliminium in der lex Cornelia) erfolgte durch die Todesfiktion zum Zeitpunkt der Gefangenschaft, sofern der Bürger nicht zurückkehrte.

Völkerrechtlich ist das ius postliminium die Grundlage für die Restauration früherer Herrschaftsverhältnisse oder Etablierung legitimer Staatsgewalt nach der Besetzung durch Fremdmächte.

Es gibt außerdem Fälle der Aneignung von Privateigentum, bei denen das Postliminium geltend gemacht werden kann.

Der Restitutionsgedanke findet heute vor allem entsprechende Anwendung im öffentlichen Recht, während das antike Postliminium hauptsächlich persönlichen und privatrechtlichen Charakter besaß.

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