Potzehne

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Potzehne
Wappen von Potzehne
Koordinaten: 52° 26′ 41″ N, 11° 20′ 23″ O
Höhe: 58 m ü. NN
Fläche: 15,85 km²
Einwohner: 176 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039087
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Über dieses Bild
Lage der Ortschaft Potzehne in Gardelegen
Kirche

Potzehne ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Potzehne liegt etwa acht Kilometer nordöstlich von Calvörde in der Colbitz-Letzlinger Heide sowie rund zwölf Kilometer südwestlich der Gardelegener Altstadt. Im Osten fließt der Brückengraben nach Süden. Im Westen der Bauerngraben Jeseritz. Im Süden liegt der etwa 62 Meter Rübenberg.[1]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Potzehne gehört neben Potzehne der Ortsteil Parleib.

Getreideanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Hauptanteil der Landwirtschaft macht der Getreideanbau aus, insbesondere von Weichweizen und Triticalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Potzehne war ursprünglich ein Rundplatzdorf, das später zu einem Straßendorf erweitert wurde.[2]

Erstmals erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1458 als Putzene. 1554 wurde es Pozehn genannt und bereits 1687 trug es den Namen Potzehne.[2] Der Historiker Rohrlach weist darauf hin,[2] dass die Zuordnung der Belege ville putgoriz, potgorizi von 1135[3] zu Potzehne durch Hermes und Weigel[4] nicht begründet ist.

Bei der Bodenreform wurden 1945 wurden 227 Hektar enteignet und aufgeteilt an einen landarmen Bauern, sieben landlose Bauern und fünf Umsiedler. Im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Einheit“.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Parleib aus dem Landkreis Gardelegen eingemeindet.[5]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Potzehne am 20. Mai 2009, dass die Gemeinde Potzehne in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[6][7]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Potzehne wurden Potzehne und Parleib Ortsteile der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Potzehne und künftigen Ortsteile Potzehne und Parleib wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Potzehne wurde ein Ortschaftsrat mit sieben Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 72
1774 112
1789 122
Jahr Einwohner
1798 128
1801 128
1818 121
Jahr Einwohner
1840 200
1864 204
1871 229
Jahr Einwohner
1885 236
1895 245
1905 228
Jahr Einwohner
1925 218
1939 211
1946 359
Jahr Einwohner
1964 350
1971 338
1981 316
Jahr Einwohner
1991 311
2006 275

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Peter Ludwig Kapahnke.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen zu DDR-Zeiten

Blasonierung: „In Grün drei silberne Ähren mit Grannen.“

Das Wappen wurde 1996 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Er griff zurück auf einen zu DDR-Zeiten vom Dorfklub der Gemeinde entworfenen Wappenvorschlag und überarbeitete diesen nach heraldischen Regeln und Gepflogenheiten. Weiterhin soll es auf den regionalen Getreideanbau hinweisen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit dem Ortsteil Roxförde veranstaltet Potzehne alljährlich im August das überregional bekannte Getreideerntefest mit der traditionellen Wahl der Getreidekönigin.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Kirchengemeinde Potzehne gehörte früher zur Pfarrei Berge[8] und ab 1910 zu Solpke. In 2002 wurde sie mit Jerchel, Sachau und Wernitz zur Kirchengemeinde Solpke vereinigt.[2] Heute gehört die Gemeinde zum Pfarrbereich Letzlingen[9] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b c d e Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1704–1706.
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 413 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0Absb10001000_00423~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 412 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA412~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 361.
  6. Amtsblatt des Landkreises Nr. 10/2009 Seite 277–279
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 60 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 26. August 2018]).
  9. Pfarrbereich Letzlingen. Abgerufen am 26. August 2018.