Potzlow

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Potzlow
Gemeinde Oberuckersee
Koordinaten: 53° 13′ 8″ N, 13° 50′ 32″ O
Höhe: 23 m ü. NN
Fläche: 22,26 km²
Einwohner: 505 (21. Feb. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039863
Denkmalgeschützte Kirche und Kirchhofseinfriedung

Potzlow ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberuckersee mit rund 500 Einwohnern im Landkreis Uckermark, Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Uckermark zehn Kilometer südlich von Prenzlau. Direkt am Ort liegt der Potzlowsee, drei Kilometer östlich liegen der Ober- und der Unteruckersee. Umgebende Gemeinden sind Seehausen (Bahn-Anbindung: Stralsund – Berlin), Sternhagen und Fergitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Potzlow als Pozlowe 1239. Bereits 1287 erhielt Potzlow das Stadtrecht, dieses wurde dem Ort jedoch bereits 1608 wieder aberkannt. Am 1. Januar 1926 wurde die Gemeinde Strehlow nach Potzlow eingegliedert. 1989 feierte der Ort sein 750. Jubiläum. Silvester 2001 schloss es sich mit drei anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Oberuckersee zusammen.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hölzerner Roland am Marktplatz

Es gibt eine Saalkirche aus Granitquadern. Die Kirche aus dem 15. Jh. enthält eine Remler-Orgel mit zwei Kirchenglocken. Die Namen der Spender, die damalige Patronatsfamilie des Dorfes Strehlow, von Kettelhack, sind darauf zu lesen.

Vor der Kirche, auf dem Marktplatz, befindet sich ein hölzerner Roland. Bereits seit 1305 zeigte ein Roland das Marktrecht Potzlows an. Der Sage nach soll es sich hierbei um eine Steinfigur gehandelt haben, die von Prenzlauern im Streit um die Stadtrechte entwendet worden sein soll. Am 12. November 1727 wurde jedenfalls ein neuer Roland aus Eichenholz aufgestellt. Dieser stürzte 1806 und wurde vom ortsansässigen Zimmermann eine neue sehr einfach Holzfigur auf ersetzt, sie später zusätzlich auf einen Sandsteinsockel gestellt wurde. Dieser mittlerweile stark verwitterte Roland wurde abgebaut und befindet sich heute im Turm der Kirche. 1991 erschuf der Bildhauer Claus Lindner einen Ersatz, der sich an der letzten Vorgängerversion orientiert.[3]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf führen der Wallpfad und der Radfernweg Berlin–Usedom. Es ist Teil der Region Uckermärkische Seen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein für Marinus Schöberl vor der Kirche

Aufsehen erregte Potzlow, als am 12. Juli 2002 der 16-jährige Marinus Schöberl aus Gerswalde von drei Jugendlichen mit rechtsextremem Hintergrund in einer ehemaligen LPG-Schweinemastanlage des Ortes ermordet wurde. Der Ermordete galt zuerst als verschwunden. Erst im November 2002 wurde die Leiche gefunden. Am 31. Mai 2003 begann der Prozess gegen die Täter, die Brüder Marcel und Marco S. und ein Freund Sebastian F.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Potzlow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amt Gramzow – Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerzahlen des Amtes Gramzow mit den amtsangehörigen Gemeinden. Stand: 21. Februar 2018. Gramzow 21. Februar 2018.
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 16. Februar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  3. Gedenktafel vor der Kirchhofseinfriedung.
  4. Abendblatt.de 31. Mai 2003: Nazimord an Marinus H. (16) in Potzlow. Zeugen gingen nicht zur Polizei.