Power Purchase Agreement

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Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein oft langfristiger Stromliefervertrag zwischen zwei Parteien, von denen die eine Strom erzeugt (der Verkäufer) und die andere Strom abnimmt (der Käufer). In einem PPA werden alle kommerziellen Bedingungen für den Stromverkauf zwischen den beiden Parteien festgelegt, einschließlich des Zeitpunkts der Aufnahme des Vertrags, des Zeitplans für die Stromlieferung, der Strafen für eine zu geringe Lieferung, der Zahlungsbedingungen und der Kündigung. Es gibt heute viele Formen von PPAs, die sich je nach den Bedürfnissen von Käufer, Verkäufer und Finanzierungspartnern unterscheiden. Im Gegensatz zu einem klassischen Stromliefervertrag ist der Stromanbieter also kein Energieversorgungsunternehmen, sondern ein Anlagenbetreiber und der Stromabnehmer kein Haushaltskunde, sondern entweder ein Direktabnehmer wie ein industrielles Unternehmen, oder ein Stromhändler, der den Strom weiter vermarktet. Zudem sind klassische Stromlieferverträge mit kürzeren Laufzeiten bzw. Kündigungsfristen verbunden. PPAs hingegen können durch ihre längere Laufzeit als Hedge gegen steigende Strompreise genutzt werden.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vertragslaufzeit kann zwischen 5 und 20 Jahren betragen, wobei der Stromkäufer während dieser Zeit Energie und manchmal auch Kapazität und/oder Nebenleistungen vom Stromerzeuger kauft. Solche Vereinbarungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung von Stromerzeugungsanlagen.

Im Falle der dezentralen Stromerzeugung (bei dem aus der Erzeugungsanlage direkt, ohne Nutzung des öffentlichen Stromnetzes an den Abnehmer geliefert wird) haben sich die kommerziellen PPAs als eine Variante entwickelt, die z. B. Unternehmen ermöglicht, Strom direkt vom Erzeuger und nicht vom Versorgungsunternehmen zu kaufen. Dieser Ansatz erleichtert die Finanzierung von dezentralen Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik und Windkraftanlagen. Es kann also zwischen verschiedenen Arten von PPAs unterschieden werden. So wird eine Stromlieferung direkt an einern Verbraucher wie z. B. ein Unternehmen als "corporate PPA" bezeichnet. Ist der Abnehmer ein Stromhändler, der den Strom weiter vermarktet wird das PPA als ein "merchant PPA" bezeichnet.[2]

Nach einer jüngsten Studie durch das PPA-Barometer von Energie & Management werden über PPA finanzierte Wind- und Solarprojekte bis 2020 lediglich 1 % der installierten grünen Kraftwerksleistung in Europa ausmachen. Doch die Quote soll bis Mitte der 2020er-Jahre sprunghaft ansteigen und somit werden PPAs auch in Deutschland ein wichtiger Treiber werden.[3]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gewinnen PPAs vor allem für Bauprojekte von erneuerbaren Energien an Bedeutung. Aufgrund der derzeitigen EEG-Richtlinie und der daraus resulierenden Einspeisevergütung sind PPAs bislang in Deutschland wenig verbreitet. Mit dem Auslaufen des Förderzeitraums ab 2021 können PPAs dazu beitragen weiterhin Strom durch erneuerbare Energien wie Windkraftanlagen wirtschaftlich zu erzeugen. Sie bieten also eine Möglichkeit der Anschlussfinanzierung des Anlagenbetriebs. Auch die Finanzierung von Neuanlagen sind durch steigende Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien und sinkende Einspeisevergütung realistisch.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fabian Huneke, Simon Göß, Omar Dahroug, Johanna Österreicher: Power Purchase Agreements: Finanzierungsmodell von erneuerbaren Energien. Hrsg.: Energy Brainpool GmbH & Co.KG. Berlin Januar 2018.
  2. a b Power Purchase Agreement (PPA). 15. November 2018, abgerufen am 5. Januar 2020.
  3. Das PPA-Barometer 2019 | E&M. Abgerufen am 18. April 2020.