Präfektur Kyōto

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Kyōto-fu
京都府
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Kyōto
Region: Kinki
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 4.613,21 km²
Wasseranteil: 1,0 %
Einwohner: 2.605.731
(1. Oktober 2016)
Bevölkerungsdichte: 565 Einw. pro km²
Landkreise: 6
Gemeinden: 26
ISO 3166-2: JP-26
Gouverneur: Keiji Yamada
Website: www.pref.kyoto.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Kyōto
Präfekturbaum: Kitayama-Sicheltanne
Präfekturblume: Cerasus spachiana f. spachiana, Chrysanthemum grandiflorum cv. Saga, Dianthus superbus var. longicalycinus
Präfekturvogel: Weißgesicht-Sturmtaucher

Die Präfektur Kyōto (jap. 京都府, Kyōto-fu, im Deutschen meist Kyoto oder Kioto) ist eine der Präfekturen Japans und liegt im Kansai-Gebiet auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung von Kyōto ist die gleichnamige Stadt Kyōto (Kyōto-shi), in der auch mehr als die Hälfte der Einwohner der Präfektur Kyōto lebt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur Kyōto liegt im Zentrum des japanischen Archipels und nimmt flächenmäßig Platz 31 unter allen japanischen Präfekturen ein. Ihre Nordküste liegt am Japanischen Meer. Im Nordosten liegt die Präfektur Fukui, im Osten die Präfekturen Shiga und Mie, im Süden die Präfekturen Ōsaka und Nara, und im Westen Hyōgo.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament
(Stand: 16. Mai 2016)[1]
     
Von 59 Sitzen entfallen auf:
Das 1904 erbaute ehemalige Hauptgebäude der Präfekturverwaltung wurde 2002 zum „wichtigen Kulturgut“ Japans designiert.

In vierter Amtszeit Gouverneur von Kyōto ist der ehemalige Beamte Keiji Yamada, seit 2011 auch Präsident der Nationalen Gouverneurskonferenz. Er wurde erstmals 2002 als Kandidat der großen Parteien mit rund 90 Tausend Stimmen Vorsprung auf einen KPJ-NSP-gestützten Kandidaten gewählt und zuletzt im April 2014 wiedergewählt. Im regulär 60-köpfigen Präfekturparlament blieb bei den Wahlen 2015 die Liberaldemokratische Partei stärkste Partei, die Kommunistische Partei Japans wurde zweitstärkste Kraft.

Im nationalen Parlament ist Kyōto durch sechs Abgeordnete im Unterhaus – bei der Wahl 2014 vier Liberaldemokraten und zwei Demokraten – und vier Abgeordnete im Oberhaus vertreten, nach den Wahlen 2010 und 2013 zwei Liberaldemokraten, ein Demokrat und eine Kommunistin. Kyōto entwickelte sich in der Nachkriegszeit zu der Hochburg der Kommunistischen Partei Japans; bei Unterhauswahlen konnte sie aber nach der Einführung der Einzelwahlkreise seit der Jahrtausendwende keine Direktmandate mehr gewinnen. Bei der Oberhauswahl 2013 gewann sie erstmals seit 1998 einen der beiden Sitze Kyōtos.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von über 250 Gemeinden in der Präfektur nach der Modernisierung der Präfektur-, Kreis- und Gemeindeordnungen 1888–1890 gibt es seit 2007 noch 26: 15 -shi ([kreisfreie] Städte), 10 -chō ([kreisangehörige] Städte) und 1 -mura (Dorf).

Liste der Gemeinden in Kyōto
Gemeinde Typ Kreis (-gun) Fläche (2014)[2] Einwohnerzahl (1. Oktober 2016)
Kyōto
(Sitz der Präfekturverwaltung)
-shi
(designierte Großstadt)
827,83 km² 1.474.735
Fukuchiyama -shi 552,54 km² 78.461
Maizuru -shi 342,10 km² 82.896
Ayabe -shi 347,10 km² 33.431
Uji -shi 67,54 km² 183.711
Miyazu -shi 172,73 km² 18.094
Kameoka -shi 224,80 km² 88.889
Jōyō -shi 32,71 km² 76.263
Mukō -shi 7,72 km² 54.430
Nagaokakyō -shi 19,17 km² 80.213
Yawata -shi 24,35 km² 72.265
Kyōtanabe -shi 42,92 km² 71.550
Kyōtango -shi 501,46 km² 54.228
Nantan -shi 616,40 km² 32.893
Kizugawa -shi 85,13 km² 73.861
Ōyamazaki -chō Otokuni 5,97 km² 15.355
Kumiyama -chō Kuse 13,86 km² 15.686
Ide -chō Tsuzuki 18,04 km² 7736
Ujitawara -chō Tsuzuki 58,16 km² 9217
Kasagi -chō Sōraku 23,52 km² 1319
Wazuka -chō Sōraku 64,93 km² 3879
Seika -chō Sōraku 25,68 km² 36.377
Minamiyamashiro -mura Sōraku 64,11 km² 2607
Kyōtamba -chō Funai 303,09 km² 14.118
Ine -chō Yosa 61,95 km² 2059
Yosano -chō Yosa 108,38 km² 21.458
Summe Kyōto-fu 26 Gemeinden 6 Kreise 4612,20 km² 2.605.731

Anmerkung: Es gibt ein Gebiet mit ungeklärter Gemeindezugehörigkeit zwischen Miyazushi, Kyōtangoshi und Inechō.[2]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur Kyōto unterhält fünf Regional- und Städtepartnerschaften: mit der chinesischen Provinz Shaanxi, mit der indonesischen Sonderregion Yogyakarta, mit dem US-Bundesstaat Oklahoma, mit dem russischen Oblast Leningrad sowie mit der schottischen Stadt Edinburgh. Außerdem besteht eine Wirtschafts- und Umweltkooperation mit der italienischen Region Toskana.[3]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptquartier der Präfekturpolizei von Kyōto im Bezirk Kamigyō der Stadt Kyōto
Ein Streifenwagen der Präfekturpolizei beim Jidai-Matsuri
Ein Einsatzwagen der Palastpolizei in Kyōto

Die Präfekturpolizei von Kyōto (Kyōto-fukeisatsu, 京都府警察, kurz Kyōto-fukei, 京都府警, oder bei eindeutigem Kontext nur fukei, 府警) besteht in heutiger Form seit 1954, als das neue Polizeigesetz die vorher während der Besatzungszeit stark dezentralisierte, teilweise auf Gemeindeebene angesiedelte Polizeiorganisation in Präfekturpolizeien bündelte. Wie in allen Präfekturen operiert sie unter der Aufsicht der Präfekturkommission für öffentliche Sicherheit (Kyōto-fu kōan iinkai, 京都府公安委員会). Ihre fünf Mitglieder werden prinzipiell vom Gouverneur mit Zustimmung des Parlaments ernannt, zwei werden auf Nominierung von Bürgermeister und Parlament der Stadt Kyōto ernannt, die als designierte Großstadt besondere Mitspracherechte hat. Für die nationale Koordination, Ausbildung und Ausstattung ist die Polizei von Kyōto dem regionalen Polizeiamt Kinki (Kinki kanku keisatsukyoku, 近畿管区警察局) der nationalen Polizeibehörde zugeordnet. Mit über 6.000 Polizisten ist die Polizei von Kyōto zwar bereits deutlich kleiner als die größten Präfekturpolizeien, gehört aber im landesweiten Vergleich immer noch zu den größeren und ist überproportional groß im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Es gibt in Kyōto 25 Polizeireviere, davon liegen zwölf in der Stadt Kyōto, und über 180 städtische und über 100 ländliche Polizeihäuschen (kōban, 交番, und chūzaisho, 駐在所).[4][5][6]

Die Palastpolizei (kōgū keisatsu, 皇宮警察, engl. Kaiserliche Garde), die auch in Kyōto für den Schutz des Kaiserpalasts, der kaiserlichen Villen und ggf. der kaiserlichen Familie und deren Gäste zuständig ist und hier ein eigenes Revier unterhält,[7] ist Teil der nationalen Polizeibehörde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Tōkaidō-Shinkansen der JR Tōkai ist die Stadt Kyōto an das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz angeschlossen, parallel verläuft die Tōkaidō-Hauptlinie der JR Nishi-Nihon. Ebenfalls im Süden verbinden mehrere Linien der JR Nishi-Nihon und von Privatbahnen (Keihan, Hankyū, Kintetsu) Kyōto mit dem Rest des Keihanshin-Ballungsraums. Von der Stadt Kyōto in den Nordwesten der Präfektur und weiter nach Hyōgo führt die San’in-Hauptlinie, in der Stadt Ayabe trifft sie auf die Maizuru-Linie in die gleichnamige Stadt Maizuru, von dort führt die Obama-Linie ostwärts nach Fukui. Eine wichtige Privatbahn im Nordwesten von Kyōto ist die Kyōto-Tango-Eisenbahn der Willer Trains, die heute die Miyazu-Linie der früheren Staatsbahn betreibt.

Die Meishin-Autobahn verbindet die Stadt Kyōto mit Nagoya und Ōsaka, um die Stadt herum führt durch den Süden der Keiji-Bypass (rechtlich eine mautpflichtige Schnellstraße bzw. „B-Strecke“). Die Kyōto-Transversalautobahn (Kyōto jūkan jidōshadō; ebenfalls „B-Strecke“) führt nach Maizuru im Nordwesten, dort verbindet die Maizuru-Wakasa-Autobahn mit Fukui und dem Norden von Hyōgo.

Das einzige, präfekturweit verwendete Kfz-Kennzeichen in Kyōto ist Kyōto.

Es gibt keinen größeren Flughafen in Kyōto, in den Nachbarpräfekturen Ōsaka und Hyōgo liegen die Internationalen Flughäfen Ōsaka und Kansai und der Flughafen Kōbe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präfekturparlament Kyōto: Fraktionen
  2. a b Kokudo Chiriin: 平成26年全国都道府県市区町村別面積調, S. 69f.: 京都府
  3. 京都府の友好提携州省
  4. Präfektur Kyōto: Polizei (japanisch, Teile englisch)
  5. Präfektur Kyōto: Kommission für öffentliche Sicherheit (japanisch)
  6. Polizeibehörde: Polizeiamt für den Bezirk Kinki (japanisch)
  7. Polizeibehörde, Hauptquartier der Palastpolizei: Organisation (japanisch)

Koordinaten: 35° N, 136° O