Präsident der Republik Indien

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Staatspräsident von Indien
Flagge des Staatspräsidenten
Flagge des Staatspräsidenten
Staatspräsident Ram Nath Kovind
Amtierender Staatspräsident
Ram Nath Kovind
seit dem 25. Juli 2017
Amtssitz Rashtrapati Bhavan (Haus des Präsidenten)
Amtszeit fünf Jahre
(Wiederwahl unbegrenzt möglich)
Schaffung des Amtes 26. Januar 1950
Letzte Wahl 17. Juli 2017
Stellvertreter Vizepräsident
Webseite presidentofindia.nic.in (en)

Der Präsident der Republik Indien ist das Staatsoberhaupt Indiens. Er steht formell an der Spitze der Unionsregierung (Exekutive) und der beiden Kammern des Parlaments (Legislative). Seine exekutiven Befugnisse werden durch den Premierminister und das Kabinett ausgeübt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 blieb zunächst der britische Monarch (seinerzeit Georg VI.) weiter Staatsoberhaupt des indischen Dominions. Indien nahm im November 1949 die Staatsform einer parlamentarischen Bundesrepublik an, mit einem Premierminister an der Spitze der Regierung und einem Staatspräsidenten als Staatsoberhaupt mit überwiegend repräsentativen Aufgaben. Die republikanische Verfassung trat am 26. Januar 1950, heute Nationalfeiertag in Indien, in Kraft.

Von allen bisherigen Staatspräsidenten war Rajendra Prasad mit zwölf Jahren am längsten im Amt. Pratibha Patil war von 2007 bis 2012 die erste und bisher einzige Staatspräsidentin Indiens.

Aufgabenbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Präsident repräsentiert Indien nach innen und außen. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er ernennt gemäß den Bestimmungen der Verfassung den Premierminister, die Minister, die Richter des Obersten Gerichts und der Obergerichte (High Courts) in den Bundesstaaten, den Generalstaatsanwalt, die Gouverneure der Bundesstaaten, den Leiter der Indischen Wahlkommission (Chief Election Commissioner), u. a. m. Er hat das Recht Parlamentssitzungen einzuberufen oder zu vertagen und die Lok Sabha aufzulösen und damit Neuwahlen anzuordnen. Er kann den Notstand ausrufen und Straferlasse oder Begnadigungen aussprechen.[1] Es gibt keine Amtszeitbegrenzung, d. h. der Präsident kann beliebig häufig wiedergewählt werden.

Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Electoral College (Indien)

Der Präsident wird vom Volk indirekt durch die beiden Kammern des Parlaments sowie die Abgeordnetenkammern der Staaten und der Unionsterritorien Delhi und Puducherry gewählt. Das Electoral College („Wahlkollegium“) mit seinen insgesamt 4896 Abgeordneten tritt alle fünf Jahre zusammen. Zwar wählen nicht alle am selben Ort, aber ihre Stimmengewichte werden zusammengezählt. Der Kandidat, der die Hälfte der insgesamt abgegebenen Stimmen erhält, gilt als gewählt.

Wählbar sind Personen, die prinzipiell die Voraussetzungen für die Wählbarkeit für die Lok Sabha erfüllen (also z. B. nicht vorbestraft sind), die die indische Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens 35 Jahre alt sind. Der Präsident darf zum Zeitpunkt der Wahl kein staatliches Amt ausüben, bzw. muss davon zurücktreten um wählbar zu werden. Einzige Ausnahmen hiervon sind das Amt des Staatspräsidenten oder Vizepräsidenten, Ministerämter in der indischen Zentralregierung oder einer Bundesstaatsregierung oder Gouverneuersämter in den Bundesstaaten.[1]

Amtszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die reguläre Amtszeit beträgt 5 Jahre. Bei Amtsverhinderung oder unzeitigem Amtsende übernimmt der Vizepräsident das Amt. Falls auch der Vizepräsident ausscheidet, übernimmt der Vorsitzende Richter des Obersten Gerichts das Amt. Das Datum der Amtsübergabe bleibt davon unabhängig immer der 25. Juli.

Residenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Residenz des Staatspräsidenten ist der Rashtrapati Bhavan in Neu-Delhi. Er besitzt weitere Anwesen bei Shimla und in Hyderabad.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ELECTION TO THE OFFICE OF PRESIDENT OF INDIA: Frequently Asked Questions. Indische Wahlkommission, 2012; abgerufen am 21. Februar 2017 (englisch).