Prades (Pyrénées-Orientales)

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Prades
Prada
Wappen von Prades
Prades (Frankreich)
Prades
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Pyrénées-Orientales (66)
Arrondissement Prades
Kanton Les Pyrénées catalanes (Hauptort)
Gemeindeverband Conflent-Canigó
Koordinaten 42° 37′ N, 2° 25′ OKoordinaten: 42° 37′ N, 2° 25′ O
Höhe 300–745 m
Fläche 11,06 km²
Einwohner 6.063 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 548 Einw./km²
Postleitzahl 66500
INSEE-Code
Website http://www.prades.com/

Prades (auf Katalanisch Prada) ist eine französische Gemeinde mit 6063 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien. Sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Prades und des Kantons Les Pyrénées catalanes. Neben der Amtssprache Französisch wird auch Katalanisch gesprochen. Ab 1939 lebte der weltberühmte Cellist Pau Casals in Prades, der dort in der Nachkriegszeit ein Festival mit hervorragenden Musikern begründete.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prades liegt westlich von Perpignan am Fuß des Canigou und am Fluss Têt. Es ist die Hauptstadt des Conflent.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr0000000 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 5676 5937 6448 6100 6009 5800 6221 5854 6124
Quellen: Cassini und INSEE

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das auf Kammermusik spezialisierte Prades Festival wurde 1950 von Pablo Casals gegründet, als er zum Gedenken an den 200. Todestag von Johann Sebastian Bach bedeutenden Musiker zum gemeinsamen Spiel einlud; Columbia Records veröffentlichte in der Folge Mitschnitte von diesen Casals-Konzerten. 1951 fand das Fest in Perpignan statt, kehrte jedoch im folgenden Jahr nach Prades zurück. Es wurde 1982 in Pablo Casals Festival umbenannt und findet jährlich in den Monaten Juli und August statt.

1959 wurde unter der Schirmherrschaft von René Clair das Internationale Filmtreffen in Prades ins Leben gerufen, das in der dritten Juliwoche stattfindet.

1968, zu Zeiten des Franco-Regime und der Unterdrückung Kataloniens, entstand die Idee einer katalanischen Sommeruniversität (Universitat Catalana d'Estiu) zur Förderung katalanischer Sprache und Kultur, die es seit 1969 jährlich gibt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Pierre mit einem der größten Barock-Retabel Frankreichs
  • Mittelalterliche Häuser im Ortsgebiet

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Prades verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pablo Casals (1876–1973), Cellist, lebte im Exil in Prades
  • In Prades starben die beiden Reformpädagogen Pitt (1904–1989) und Yvès (1903–1988) Krüger, die in der Nähe von Prades, in Mosset, La Coûme aufgebaut hatten, eine Einrichtung, die ursprünglich jungen Deutschen, die ab 1933 vor den Nazis aus Deutschland geflohen waren, helfen sollte. Die Krügers halfen später spanischen Bürgerkriegsflüchtlingen, unterstützen die Résistance und brachten schließlich ihr Anwesen in die gemeinnützige Stiftung Fondation Krüger ein, die weiterhin als Ort der Begegnung und der kulturellen Offenenheit besteht.
  • Jean Castex (* 1965), war 2008–2020 Bürgermeister von Prades, seit 2020 französischer Premierminister

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prades – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien