Weihnachtskrippe

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Hauskrippe, Deutschland

Eine Weihnachtskrippe ist eine Darstellung der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte oder anderer Szenen aus dem Leben Jesu Christi, meist durch Figuren in einer Modelllandschaft Betlehems. Die Weihnachtskrippen verbinden die Bilderwelt der Adventszeit mit dem Dreikönigsfest.

Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind (nach dem Lukasevangelium in der Futterkrippe liegend) mit den zwei Tieren Ochs und Esel. Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter dazu, der hl. Josef sogar noch später.

Hingegen gab es um 500 bereits bildliche Darstellungen, auf denen die drei Weisen ihre Geschenke dem Gotteskind darbringen. Belegt ist dies sowohl durch das Mosaik in Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna als auch in Santa Maria Maggiore in Rom.

Biblische Grundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Weihnachtsgeschichte

Die Evangelisten Matthäus und Lukas stellen ihrer Darstellung des Lebens Jesu eine Vorgeschichte voraus, die Grundlage für die Krippendarstellungen ist. Die Einzelheiten der Erzählung weichen in den beiden Evangelien jedoch grundlegend voneinander ab. Die meisten Krippendarstellungen kombinieren beide Darstellungen, wenn sie nacheinander die Anbetung der Hirten (nach Lukas) und die der Könige in Szene setzen. Im Matthäusevangelium wird die Geburt Jesu eher beiläufig und ohne Ortsangabe erwähnt. Der geläufigere Text steht im Lukasevangelium:

„So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. (Lk 2,4-7 EU)“

Der Ablauf der Darstellung ist in den beiden Evangelienschriften wie folgt:

Lukas Kapitel 1 und 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verkündigung der Geburt von Johannes dem Täufer an Zacharias und Empfängnis durch Elisabeth (Lk 1,5-25 EU)
  2. Verkündigung der Geburt Jesu an Maria (Lk 1,26-38 EU)
  3. Begegnung von Maria und Elisabeth (Mariä Heimsuchung) (Lk 1,39-56 EU)
  4. Geburt, Beschneidung und Aufwachsen Johannes des Täufers (Lk 1,57-80 EU)
  5. Geburt Jesu (Lk 2,1-7 EU)
  6. Verkündigung an die Hirten (Lk 2,8-15 EU)
  7. Anbetung der Hirten (Lk 2,15-20 EU)
  8. Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem, Beschneidung Jesu und Zeugnis von Simeon und Hanna (Lk 2,21-40 EU)
  9. Wallfahrt des zwölfjährigen Jesus mit seinen Eltern nach Jerusalem (Lk 2,41-52 EU)

Matthäus Kapitel 1 und 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stammbaum Jesu (Mt 1,1-17 EU)
  2. Ankündigung der Geburt Jesu an Josef, Geburt Jesu und Namengebung durch Josef (Mt 1,18-25 EU)
  3. Anbetung der Könige (Mt 2,1-12 EU)
  4. Flucht nach Ägypten (Mt 2,13-15 EU)
  5. Kindermord des Herodes in Betlehem (Mt 2,16-18 EU)
  6. Rückkehr aus Ägypten nach Nazaret (Mt 2,19-23 EU)

In beiden Evangelien folgt jeweils im dritten Kapitel das Auftreten Johannes des Täufers und die Taufe Jesu im Jordan.

Die Krippe und die Herbergssuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praesaepe (Futterkrippe) mit Jesuskind im Mittelpunkt einer Hauskrippe, Deutschland, frühes 20. Jhdt.

Die Krippe (von lat.praesaepe, „Gehege“, „Stall“, von saepio, „umzäunen“, „einfrieden“, griechisch φάτνη phátnä) steht in der Vulgata (Lk 2,7 VUL) für die Futterkrippe, in die in der Darstellung des Lukasevangeliums Maria ihr neugeborenes Kind legte, nachdem sie und Josef keinen Platz in einer Herberge gefunden hatten. Das griechische φάτνη und das hebräische אֵבוּס, die in deutschen Übersetzungen häufig mit Krippe übersetzt werden, steht für Futtertrog. Wenn אֵבוּס im alten Testament vorkommt, werden häufig im gleichen Satz Stier, Ochse oder Esel erwähnt (z.B. Jes 1,3 EU und Hiob 39,9 EU, Spr 14,4 EU und Jes 1,3 EU). Die Erwähnung der Krippe in einem Stall ist die einzige Beschreibung des Ortes der Geburt Jesu im Neuen Testament. Bei Matthäus ist nur von einem Ort die Rede, „wo das Kind war“ (Mt 2,9.11 EU).

Im Deutschen steht der Begriff Krippe in diesem Kontext als pars pro toto für die ganze Weihnachtskrippe[1].

Das „Liegen in einer Krippe“ scheint im Lukastext eine herausgehobene Bedeutung zu haben, weil dies in der Szene der Verkündigung an die Hirten als Zeichen dienen soll.[2] Darin kann eine Anspielung auf den Anfang des Buches Jesaja gesehen werden: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jes 1,3 EU). Im Neuen Testament findet sich der Ausdruck „Krippe“ insgesamt nur viermal – abgesehen von Lk 13 ,15 EU – dreimal im zweiten Kapitel, wo die Geburt Jesu geschildert wird (Lk 2 , 7; 12; 16 EU). Damit läge die Symbolkraft der Krippe darin, dass dort für die, die suchen, „Futter“ zu finden ist. Jesaja nämlich stellt Ochs' und Esel positiv dar als diejenigen, die wissen, wo Gutes zu finden ist, im Unterschied zum Volk Gottes, welches das vergessen habe[3]. Gerade Jesaja ist das Prophetenbuch, das das endzeitliche Heilshandeln Gottes ankündigt und deswegen von Christen als Vorankündigung des Messias angesehen wird. In den Evangelien werden Ochse und Esel allerdings nicht erwähnt.

In der Mitteilung des Lukas, dass das neugeborene Kind in eine Krippe gelegt werden musste, „weil in der Herberge kein Platz für sie war“, klingt das theologische Motiv der Kenosis („Entäußerung“) an. Im Prolog des Johannesevangeliums, der vom Evangelisten an die Stelle einer Kindheitsgeschichte gesetzt wurde, heißt es: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11 EU); in seinem Brief an die Philipper zitiert der Apostel Paulus einen frühchristlichen Hymnus, in dem es heißt: „Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“ (Phil 2,6-10 EU). Die Entäußerung und das Dem-Menschen-gleich-werden der johanneischen und paulinischen Theologie sind – genauso wie die Kindheitsgeschichte nach Lukas mit den Herberge suchenden Eltern – nicht Aussagen über den kindlichen Jesus, sondern sie kennzeichnen die gesamte Sendung Jesu Christi als Gottes Heilstat zur Erlösung der Menschen, von seiner Geburt bis zu seinem Tod am Kreuz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocke Krippe in Gutenzell (Oberschwaben, 1704)

Als Begründer der sinnfälligen Darstellung des Weihnachtsgeschehens gilt der hl. Franz von Assisi, der 1223 in Greccio anstelle einer Predigt mit lebenden Tieren und Menschen das Weihnachtsgeschehen nachstellte. Damit steht möglicherweise das in Frauenklöstern des 13. und 14. Jahrhunderts verbreitete Christkindlwiegen in Verbindung. Die Verehrung des heiligen Ortes in Bethlehem geht jedoch deutlich weiter zurück. Schon die Kirchenväter Hieronymus und Justinus wie auch der Kirchenschriftsteller Origenes erwähnen eine Höhle an der Stelle in Bethlehem, über der dann die hl. Helena die Geburtskirche errichten ließ.

Zwar ist im Weihnachtsevangelium nicht von der Armut der Heiligen Familie zu lesen, doch die Bibelstelle, nach der das Kind an einen Platz gelegt wurde, der sonst für das Futter der Tiere vorgesehen ist, wurde dementsprechend interpretiert. So mutmaßte man, dass Jesus nicht eines gehobenen Standes, sondern einer aus dem einfachen Volk war. Dementsprechend realitätsnah waren bereits spätmittelalterliche figürliche Darstellungen von der Geburt Christi, so zu sehen in der spätromanischen Burgkapelle Hocheppan bei Bozen um 1200. Eine möglicherweise kontinuierliche Weiterentwicklung bis hin zur heute bekannten Weihnachtskrippe wurde durch die Reformation unterbrochen. Bestärkt durch das Konzil von Trient (1545–1563) versuchten die Orden der Jesuiten, Serviten und Franziskaner, die Inhalte der Bibel durch szenenhafte Darstellungen neu zu beleben. Vor allem Weihnachten sowie die Passion zu Ostern wurden solchermaßen nähergebracht. Kästchen mit biblischen Darstellungen wurden in Kirchen aufgestellt und wurden auch in adligen Kreisen bald populär.

Die 1562 von Jesuiten in Prag aufgestellte Weihnachtsdarstellung gilt heute allgemein als erste Nennung einer Krippe im heutigen Sinn. Nach dem Vorbild der 1607 in München aufgestellten Krippe errichtete man etwa 1608 in Innsbruck und 1609 in Hall eine solche. Seit dem Jahr 1615 ist eine Weihnachtskrippe im Benediktinerinnenkloster Nonnberg in Salzburg belegt.

Zu den berühmtesten Krippen zählen bis heute die neapolitanischen Krippen, deren charakterstarke Köpfe an die Masken der italienischen Commedia dell’arte erinnern. Die Szene der Geburt Christi wird dort oft in äußerst aufwendige und detailreiche Straßen- und Marktszenen eingebettet, so dass die Darstellung der Geburt oft nur noch Nebensache scheint. Im Barock wurden auch in Österreich und Süddeutschland (Bayern, Schwaben, Allgäu) viele Krippen nach neapolitanischem Vorbild geschaffen.

Unter Kaiserin Maria Theresia und Joseph II. wurden Weihnachtskrippen durch mehrere Verbote aus den öffentlichen Gebäuden, also vor allem aus den Kirchen, verbannt. Ein ähnliches Verbot erließ Erzbischof Hieronymus Franz Josef von Colloredo-Mannsfeld am 22. November 1784 für das Fürstbistum Salzburg. Dadurch erhielten die Weihnachtskrippen Einzug in den privaten Bereich. Dies blieb, auch nachdem die Verbote aufgehoben wurden.

Missions-Spardose

Bevor im 19. Jahrhundert der Christbaum allgemeine Verbreitung fand, stand die Krippe im Mittelpunkt der katholischen Weihnachtsfeier. Im evangelischen Deutschland wurde die Weihnachtskrippe besonders durch das Wirken von Gustav Jahn verbreitet, der Krippenfiguren durch die Insassen der Züllchower Anstalten herstellen ließ. Durch die Ende des 19. Jahrhunderts beginnende serielle Herstellung von Krippenfiguren aus verhältnismäßig preiswerten Materialien wie Terrakotta und Papiermaché kamen auch weniger wohlhabende Privatpersonen in die Lage, sich eine Krippe für ihre Wohnung anschaffen zu können, für ärmere Kirchengemeinden waren diese Figuren, entsprechend größer ausgeführt, ebenfalls erschwinglich.

In der Zeit seit etwa 1865 bis in die 1970er-Jahre waren Missions-Spardosen Bestandteil vieler Krippen in Kirchengebäuden.

Krippen sind bis heute fester Bestandteil des kirchlichen und häuslichen Weihnachtsschmucks und werden in allen erdenklichen künstlerischen Stilen und Materialien gefertigt.

Zeitraum der Aufstellung der Krippe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krippe wird zum Weihnachtsfest aufgestellt. Mancherorts beginnt die Aufstellung mit einzelnen Figuren und Szenen bereits zu Beginn der Adventszeit. Am 24. Dezember wird das Vollbild mit dem Jesuskind in der Krippe gezeigt, bis zum Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar kommen die Heiligen Drei Könige hinzu. Die Krippe bleibt bis zum Ende der Weihnachtszeit stehen. Diese reicht in der außerordentlichen Form des römischen Ritus bis zum Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar, in der ordentlichen Form bis zum Fest der Taufe des Herrn. An manchen Orten hat sich der Brauch erhalten, die Krippe bis zum Fest der Darstellung des Herrn stehenzulassen. Die Weihnachtszeit endet dann am 2. Februar mit dem Ritus der Krippenschließung. Im Protestantismus endet die weihnachtliche Festzeit drei Wochen vor der Passionszeit mit dem letzten Sonntag nach Epiphanias; dann ist auch der traditionell letzte Termin, die Krippe abzubauen.

Krippenfiguren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsächliche Figuren in Weihnachtskrippen sind:

  • das Jesuskind in einer Krippe
  • Maria, Mutter Jesu; Darstellung als thronende Madonna möglich
  • Josef, der Ziehvater Jesu (Mt 1,24-25 EU), meist als älterer Mann dargestellt
  • Ochs und Esel werden in den biblischen Weihnachtsgeschichten nicht erwähnt, haben aber dennoch eine biblische Begründung. Diese findet sich in Jesaja Jes 1,3 EU und lautet: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk vernimmt’s nicht.“ Von hier aus, so wird angenommen, hielten Ochs und Esel schon in den ersten Jahrhunderten Einzug in den Stall zu Bethlehem.[4]
    In der frühchristlichen Literatur (Patristik), etwa in einer Weihnachtshomilie des Augustinus, wurden Ochs und Esel als Sinnbilder der beiden Teile der christlichen Kirche gedeutet, die aus Juden (Volk Gottes) und Heiden (alle anderen Völker) gebildet sei. Dem Trienter Konzil (1545–1563) gelang es später nicht, sie um der „Wahrheit“ der Bibel willen von der Krippe zu verbannen.[5]
  • Hirten und Schafe (oft auch mit Hirtenhund)
  • Drei Weise aus dem Morgenland (Caspar, Melchior, Balthasar) mit Geschenken (Gold, Weihrauch, Myrrhe), oft mit Kamelen oder Elefant
  • Verkündigungsengel (teilweise mit Spruchband in den Händen dargestellt)

Seltener sind Figuren, die den Kindermord in Betlehem darstellen, solche gehören etwa zur Jahreskrippe der Gebrüder Probst.

Typen von Krippen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krippen können nach der Art ihres Aufstellungsortes, dem Material, aus dem sie bestehen, und der äußeren Gestalt unterschieden werden:

Aufstellungsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihnachtskrippe in der Wiener Minoritenkirche (2011).
Beispiel einer Freikrippe (Schwimmende Krippe in der Veldener Bucht auf dem Wörthersee)

Je nach dem Ort, an dem die Krippe aufbaut wird, unterscheidet man zwischen Kirchenkrippen, Hauskrippen und Freikrippen.

Gestaltung des Äußeren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stallkrippen
  • Höhlenkrippen
  • Tempelkrippen
  • Landschaftskrippen
  • Kastenkrippen (die Krippe ist in eine Kiste eingebaut)
  • Bretterkrippen (bühnenartiger Aufbau mit Soffitten)
  • Dreieck-Eckkrippen
  • Rundkrippen
  • Drehkrippen
  • Reliefkrippen
  • mechanische Krippen
  • Miniaturkrippen
  • Großkrippen

Schauplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orientalische Krippen stellen das Geschehen in einem dem Heiligen Land nachempfundenen Umfeld dar Heimatkrippen stellen das Geschehen in einem Umfeld mit typischen Merkmalen der Heimat des Schaffenden oder auch der Betrachter dar (z. B. alpenländische Schneekrippe mit Winterlandschaft). Milieukrippen zeigen das Geschehen in einem spezifischen Ambiente mit Figuren und Typen des jeweiligen Umfeldes (so etwa mehrfach in Kölner Kirchen).

Figurenherstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krippe aus Stein, Krippenmuseum „Maranatha“, Luttach
  • „Loammandl“-Krippen (aus Lehm, mit Formen gefertigt)
  • Krippenfiguren aus einer Schwarzmehl-Leimwasser-Masse („Teig“) (bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gängiges Material in der Spielzeugfiguren-Herstellung, z. B. in Thüringen, Sachsen und Oberfranken)[6]
  • Santons (provenzalische Krippenfiguren aus Ton oder Terrakotta)
  • Terrakotta-Krippen
  • Geschnitzte Krippen (evtl. auch bekleidet)
  • Wachskrippen
  • Pappmaché-Krippen
  • Krippen mit Biblischen Erzählfiguren
  • Glaskrippen
  • Strohkrippen, Maisstrohkrippen
  • Blechkrippen
  • Metallkrippen (Silber, Bronze, Blei, Zinn)
  • Papierkrippen
  • Eis- und Schneekrippen
  • Steinkrippen

Materialien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturmaterialien (z. B. Wurzelholz, Wurzeln, Baumschwamm, Moos, Rinden)
    • 1998 baute Gustel Hertling eine Wurzelholzkrippe, die als „größte Naturwurzelkrippe der Welt“ ins Guinness-Buch der Rekorde dieses Jahrgangs aufgenommen wurde; sie wird alljährlich in der Vorweihnachtszeit im Weihnachtsdorf Waldbreitbach in der katholischen Pfarrkirche errichtet und kann dort bis Anfang Februar besichtigt werden. 2006 schlug der Krippenbauer mit einer noch größeren Krippen-Gebirgslandschaft mit fließendem Wasser (8,50 m hoch auf 130 m² Grundfläche, permanent in der Ausstellungshalle) seinen eigenen Rekord.
    • Die Wurzelkrippe Rheinbrohl in der Kirche St. Suitbertus wurde 1991 von der Krippenvereinigung ArsKrippana in Losheim als größte künstlerisch gestaltete Wurzelkrippe Europas ausgezeichnet.
  • Künstliche Materialien (z. B. Kunstharz, Papier)

Szenerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diorama des Heiligen Grabes (Philipp Schumacher, 1866−1940)

Die Darstellung von Christi Geburt, oft auch mit der Anbetung durch die drei Weisen aus dem Morgenland, ist die gängigste und bekannteste Krippenform. Andere Krippen zeigen weitere Bilder des Weihnachtsgeschehens (darunter die Verkündigung des Herrn, die Herbergssuche Mariä und Josefs sowie die Flucht nach Ägypten und den Kindermord des Herodes in Betlehem etwa in [7]; originell auch Maria beim Windelwechseln in der Kölner Kapelle „Maria in den Trümmern“). Häufige Krippenszenen aus der Jugend Christi sind die Darbringung Christi im Tempel und das Haus in Nazareth mit Maria am Spinnrad und Jesus, der Josef in der Tischlerwerkstatt hilft. Besonders im Barock war die Darstellung der Hochzeit zu Kana, des ersten Wunders Jesu, beliebt, da das Motiv mit einer Hochzeitsgesellschaft in prächtigen Gewändern und einer großen Festtafel besonders vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Seltener sind krippenartige Darstellungen der Passion Jesu Christi, wie der Einzug Christi in Jerusalem, die Kreuzigung oder das Heilige Grab mit dem Auferstandenen.

Anzahl der dargestellten Szenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simultankrippen zeigen mehrere Darstellungen gleichzeitig. Bei sogenannten Wechselkrippen ist die Darstellung verschiedener Szenen mit den gleichen Figuren möglich. Mit einer Jahreskrippe können Szenerien der Feste des gesamten Kirchenjahres dargestellt werden.

Sonderformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münchner Stadtkrippe
Station des Mettinger Krippenwegs
  • Stadtkrippen werden zum Beispiel vom Bistum oder der Stadtverwaltung als repräsentatives Kunstwerk für die Stadt aufgestellt. In München wird seit 1954 eine altbairische Krippe im Rahmen des Christkindlmarktes aufgestellt. Sie ist im Innenhof des Münchner Rathauses zu besichtigen. Auch Städte wie Köln, Innsbruck oder Bonn verfügen über Stadtkrippen mit teilweise wechselnden Szenen aus dem weihnachtlichen Geschehen.
  • Weihnachtspyramiden; als meistens, durch Kerzenlichtwärme angetriebene, drehende Darstellung von Krippenszenen.
  • Mechanische Krippen; schöne mechanische Krippen befinden sich z. B. in den Wallfahrtsorten Altötting, Maria Taferl, Christkindl und Mariazell sowie in Olešnice v Orlických Horách (Gießhübel, Böhmen). Die größte mechanische Krippe der Welt befindet sich in Rajecká Lesná (Freiwald, Slowakei).
  • Lebende Krippen, etwa die lebende Krippe in den Felshöhlen von Matera in Italien.[8]
  • Avantgardistische Krippen, die zu Diskussionen anregen sollen
  • Krippenwege mit stationsartig aneinandergereihten Weihnachtskrippen in Häusern, an Häusern und/oder im Freien (der Mettinger Krippenweg präsentiert z.B. 2014/2015 insgesamt 65 Stationen)
  • Krippen aus Gebrauchs- oder Abfallstoffen. Die Darstellung von Krippenfiguren aus dem Bereich sozial Benachteiligter ist eine Besonderheit, die in Herne ihren Ursprung hatte und in vielen Kirchen Deutschlands gezeigt und durch aktiv Beteiligte erweitert wurde.
Kleinstschwibbogen
  • Die sogenannten erzgebirgischen Schwibbögen zeigen neben allgemeinen winterlichen oder weihnachtlichen Motiven häufig in scherenschnittnartiger Darstellung Krippenszenen. Der Schwibbogen diente ursprünglich als Kerzen- oder Lampenhalter und wird heute in der Regel mit elektrischen Leuchtmitteln bestückt.

Bekannte Krippenbauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Franziskaner Siegfried Schneider OFM (1894–1935) wird wegen seiner Bedeutung für das Krippenapostolat im deutschen Sprachraum als „Krippenpater“ bezeichnet. Er verfasste in den 1920er/1930er Jahren neben Krippenspielen und -predigten zahlreiche Publikationen über Krippen und regte Ausstellungen sowie Zusammenschlüsse von Krippenfreunden im deutschen Sprachraum an. Dadurch machte er sich um die Erneuerung und Pflege der religiösen Krippenkunst verdient und formte zugleich maßgeblich die moderne Krippenbewegung.

Krippensammlungen und Krippenmuseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl ganzjähriger Ausstellungen:

In Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weltweit größte mechanische Weihnachtskrippe, geschaffen von Tomáš Krýza,[10] im Museum der Stadt Jindřichův Hradec
  • Museum Betlém – von Josef Probošt, Josef Kapucián und Josef Friml geschaffene mechanische Weihnachtskrippe[11] in Třebechovice pod Orebem

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Berliner (Hrsg.): Denkmäler der Krippenkunst. Verlag Filser, Augsburg 1926/30 (Lfg. 1–21).
  • Gerhard Bogner: Das neue Krippenlexikon. Wissen – Symbolik – Glaube. Ein Handbuch für den Krippenfreund. Fink, Lindenberg 2003 ISBN 3-89870-053-4
  • Christoph Daxelmüller, Jörg Paczkowski: Krippen aus aller Welt (Sammlung Christoph Daxelmüller) – Ausstellung im Hist. Museum für Stadt u. Grafschaft Wertheim 10.12.1981 – 6.1.1982.. Wertheim 1981. ISBN 3-921999-03-0.
  • Christoph Daxelmüller: Krippen in Franken. Echter Verlag, 1978. ISBN 3-429-00572-8.
  • Wilhelm Döderlein: Alte Krippen. Callwey Verlag, München 1960.
  • Erich Egg, Herlinde Menardi: Das Tiroler Krippenbuch. Die Krippe von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Aufl. Tyrolia, Innsbruck 2004 ISBN 3-7022-2604-4.
  • Nina Gockerell, Walter Haberland: Krippen im Bayerischen Nationalmuseum (Kataloge des Bayerischen Nationalmuseums, Neue Folge, Band 1). München, Hirmer, 2005. ISBN 3-7774-2855-8.
  • Erich Lidel: Die schwäbische Krippe (Beiträge zur Landeskunde von Schwaben, 5). Verlag, Konrad, Weißenhorn 1987. ISBN 3-87437-148-4.
  • Franz Grieshofer (Hrsg.): Krippen. Geschichte, Museen, Krippenfreunde. Pinguin-Verlag, Innsbruck, 1987, ISBN 3-7016-2270-1.
  • Helena Johnova: Volkstümliche Weihnachtskrippen. Nationalmuseum, Prag 1967.
  • Ursula Pfistermeister: Barockkrippen in Bayern. Theiss, Stuttgart 1984 ISBN 3-8062-0398-9.
  • Alfons Rudolph, Josef Anselm Graf Adelmann von Adelmannsfelden: Schwäbische Barockkrippen. Theiss, Stuttgart 1989. ISBN 3-8062-0815-8.
  • Luciano Zeppegno: Krippen. Entstehung in Italien und Höhepunkt in Neapel; ein farbenfroher Überblick über die frühe Krippenkunst auf dem Weg zu uns. Südwest-Verlag, München 1970. ISBN 3-517-00187-2.
  • Reinhard Linß, Ursula Müller (Hrsg.): Weihnachtskrippen im Sächsischen Erzgebirge (Schriftenreihe „Erzgebirgische Volkskunst“; Bd. 10). Husum Verlag, Husum 1998, ISBN 978-3-88042-882-9 (im Auftrag der Berufsfachschule für Tourismus, Chemnitz).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart. Überarbeitete Auflage. Beck, München 1998, S. 199
  2. Wilfried Eckey: Das Lukasevangelium. Unter Berücksichtigung seiner Parallelen, Bd. 1: Lk 1,1–10,42. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2004, S. 138–140
  3. Willem A. M. Beuken: Jesaja 1-12 (Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament). Herder, Freiburg/Basel/Wien 2003, zu Jes 1,3
  4. Martina Schwager: Der Adler, der ein Geier war. Evangelische Kirche in Deutschland, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  5. Thomas H. T. Wieners: Was machen Ochs und Esel an der Krippe? Darstellung des Weihnachtsgeschehens geht auf Franz von Assisi zurück / Brauchtum im Volk stark verwurzelt, in: Weihnachts-Journal. Beilage zum Schwarzwälder Boten Nr. 298 vom 24. Dezember 2013.
  6. z-. B. Hermann Löscher: Weihnachtskrippen und -Pyramiden im Sächsischen Erzgebirge, in Max Wenzel (Hrsg.): Frohe Weihnacht! Ein Festbüchlein. Verein für Sächsische Volkskunde, Chemnitz 1915, S. 8.
  7. der Jahreskrippe der Gebrüder Probst
  8. http://www.enit-italia.de/presse/news/einzelansicht/archive/2014/november/article/matera-lebende-krippe-in-den-sassi-von-matera.html?tx_ttnews%5Bday%5D=28&cHash=1b40a44fe4167a5175a298a44e08aaef
  9. Krippe erhitzt Heidelberger Gemüter – Jesuskind bekommt Besuch von Prostituierten. In: Mainpost. 26. Dezember 2013, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  10. Krýzas Weihnachtskrippe. In: mjh.cz. Abgerufen am 19. Dezember 2016.
  11. Krippenmuseum Třebechovice. In: betlem.cz. Abgerufen am 19. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weihnachtskrippe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Weihnachtskrippe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen