Prager Kreis

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Als Prager Kreis wird eine Gruppe deutschsprachiger Schriftsteller in Prag um die Zeit der Jahrhundertwende bis zum Jahre 1918 bezeichnet. Max Brod führte den Begriff 1966 ein und unterscheidet einen engeren Prager Kreis, dem Franz Kafka, Felix Weltsch, Ludwig Winder, Oskar Baum und er selbst angehören, und einen weiteren, der Literaten umfasst, welche mit dem engeren Kreis in Verbindung stehen, wie Rainer Maria Rilke, Franz Werfel, Gustav Meyrink oder Hugo Bergmann.[1]

Prag war zu der Zeit das Epizentrum des Böhmischen Sprachenkonflikts. Ein wichtiges Merkmal der Mitglieder des Prager Kreises war, dass ihnen deutschnationale Dünkel fremd waren. Ein Großteil von ihnen war jüdischer Abstammung, viele beherrschten die tschechische Sprache und der Kreis stand in regem Austausch mit tschechischen Literaten, Musikern und Künstlern.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Brod: Der Prager Kreis. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1966, DNB 456201122.
  • Margarita Pazi: Fünf Autoren des Prager Kreises, Lang, Frankfurt am Main / Bern / Las Vegas 1978, ISBN 3-261-02476-3 (= Würzburger Hochschulschriften zur neueren deutschen Literaturgeschichte, Band 3).
  • Andreas Kilcher: Kampf um die Deutungshoheit. Der „Prager Kreis“ ist Max Brods Erfindung, in: NZZ, 10. August 2016, S. 22.
  • Elisabeth Buxbaum: Es kafkat und brodelt und werfelt und kischt: Der Prager Kreis, Armin Berg Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-9502673-2-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Brod. Der Prager Kreis. Frankfurt am Main 1979. S. 41
  2. Vera Schneider. Wachposten und Grenzgänger: deutschsprachige Autoren in Prag und die öffentliche Herstellung nationaler Identität. Würzburg 2009. S. 22