Praha hlavní nádraží

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Praha hlavní nádraží
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Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

16

Abkürzung

Praha hl.n.

IBNR 5400014
Kategorie

Hauptbahnhof

Eröffnung

1871

Architektonische Daten
Baustil

Jugendstil

Architekt

Josef Fanta

Lage
Stadt/Gemeinde

Prag

Ort/Ortsteil

Vinohrady

Hauptstadt Prag
Staat Tschechien
Koordinaten 50° 4′ 59″ N, 14° 26′ 7″ OKoordinaten: 50° 4′ 59″ N, 14° 26′ 7″ O
Höhe (SO) 210 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Tschechien
i8i16i18
Neuer Kaiser-Franz-Joseph-Bahnhof, 1909 [1]
Historischer Haupteingang
Jugendstileingangshalle

Praha hlavní nádraží (deutsch Prag Hauptbahnhof) ist der wichtigste Fernbahnhof in Prag und der größte Personenbahnhof Tschechiens.

Im Jahr 2014 wurden 27.714.000 Passagiere (ca. 76.000 am Tag) sowie 224.505 Züge abgefertigt.[2][3]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um einen östlich der Innenstadt gelegenen Durchgangsbahnhof in Südwest-Nordost-Ausrichtung. Richtung Südwesten schließt die Prager Verbindungsbahn Richtung Smíchov und Vršovice an das Bahnhofsgelände an, nach Norden gehen die Gleise in die Nové spojení Richtung Holešovice, Vysočany und Libeň über. Ferner bestand bis zum Bau der Nové spojení eine nördliche Fortsetzung der Prager Verbindungsbahn Richtung Masaryk-Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Prager Hauptbahnhof wurde im Jahr 1871 an der Strecke der von Wien über Budweis nach Norden weitergeführten Kaiser-Franz-Josefs-Bahn gegründet und hieß zunächst Kaiser-Franz-Joseph-Bahnhof. In den Jahren 1901–1909 wurden – neben den technischen Erweiterungen – nach dem Entwurf des bedeutenden Architekten Josef Fanta die Abfertigungsanlagen zu dem heutigen prächtigen Jugendstil-Gebäude umgebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Bahnhof nach dem amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson in Wilson-Bahnhof (Wilsonovo nádraží) umbenannt. Sowohl unter der deutschen Besatzung (1939–1945) als auch ab 1953 hieß er Hlavní nádraží (Hauptbahnhof) und diesen Namen hat er auch nach 1989 behalten, obwohl länger über die Rückbenennung in Wilsonovo nádraží diskutiert wurde.

Renovierung und Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Verbindung mit dem Bau der Prager U-Bahn erhielt der Hauptbahnhof um 1970 eine neue, zweiteilige, teilweise in den Hang eingebaute Eingangshalle. Seitdem ist der Bahnhof von der Washingtonova zugänglich. Im ersten Teil der Halle befinden sich die Zugänge zu den Bahnsteigen der im Jahr 1974 in Betrieb genommenen U-Bahn, dahinter die Fahrkartenschalter. Über Treppen gelangt man in den zweiten Teil der Halle, der vorrangig als Wartebereich genutzt wird. Von hier aus erreicht man über die vorhandenen Fußgängertunnel die Bahnsteige. Die Dachflächen der Eingangshalle werden als Parkflächen für Kraftfahrzeuge genutzt, außerdem führt die Schnellstraße Wilsonova darüber.

Im Jahr 1994 wurden außerhalb der Halle drei weitere Bahnsteige mit den Nummern 5 bis 7 in Betrieb genommen.

Rund ein Jahrhundert nach dem Bau musste auch das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs dringend saniert werden. Im Dezember 2006 begann der Umbau, der auf den Vorschlägen des tschechischen Architekten Patrik Kotas beruht. Die Gesamtkosten werden mit etwa 1,6 Milliarden Tschechischen Kronen (circa 66 Millionen Euro) veranschlagt. Den Umbau leitet und finanziert die italienische Firma Grandi Stazioni, ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahnen, welche dafür das Bahnhofsgebäude 30 Jahre lang zur Verfügung erhält. Das Gebäude soll im Sezessionsstil wiederhergestellt sowie umfassend modernisiert werden. Der Bahnhof wird sich dabei weitgehend in ein Einkaufszentrum verwandeln.

Neben der Modernisierung des Gebäudes werden auch die direkten Zulaufstrecken aus Norden und Nordosten seit 2004 neu gebaut. Mit dem Projekt der Neuen Verbindung (Nové spojení) wurde der Hauptbahnhof direkt an den Bahnhof Holešovice unter Umgehung des Kopfbahnhofes Praha Masarykovo nádraží angebunden.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof ist ein internationaler Verkehrsknotenpunkt für Zugverbindungen aus Deutschland (EC/ALEX nach Regensburg und München sowie EC nach Hamburg, Berlin und Dresden), Polen, der Slowakei (unter anderem einmal täglich als SuperCity Pendolino Košičan nach Žilina, Poprad und Košice), Serbien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Russland, Weißrussland, der Ukraine und Österreich. Hier verkehren neben Schnellzügen auch InterCity-, EuroCity- und SuperCity-Züge, letztere mit dem neuen Pendolino (ČD-Baureihe 680) und seit Dezember 2014 auch der Railjet, der von hier bis Graz Hauptbahnhof über Wien fährt. Ab Zürich Hauptbahnhof besteht eine EuroNight-Direktverbindung nach Prag.

Die Züge des Nord-Süd-Verkehrs (z. B. Berlin – Dresden – Prag – Brünn – Wien / Budapest) fuhren lange Zeit nicht über den Hauptbahnhof, da dafür die Streckenkapazität auf der eingleisigen Zulaufstrecke von Praha-Liben und Praha-Holešovice nicht ausreichte. Deshalb hielten diese Züge nur im Bahnhof Praha-Holešovice. Seit der Inbetriebnahme der viergleisigen „Neuen Verbindung“ (Nové spojení) zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 verkehren auch Züge dieser Relation über den Hauptbahnhof, wo sie die Fahrtrichtung wechseln müssen.

Seit Dezember 2015 enden fast alle diese Fernzüge in Prag. Von Berlin nach Budapest muss nun hier umgestiegen werden.

Neben den internationalen Verbindungen gibt es Verbindungen in alle wichtigen größeren Städte Tschechiens, wie etwa Brno, České Budějovice, Karlovy Vary, Olomouc, Ostrava, Plzeň und Ústí nad Labem.

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof ist an ein dichtes Netz regionaler Strecken in der Mittelböhmischen Region der Esko Prag angeschlossen.

Innerstädtischer Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die U-Bahn-Linie C hält im Hauptbahnhof. Die Bahnsteighalle liegt wegen der ursprünglichen Planung einer U-Straßenbahn nur in einfacher Tiefenlage und verfügt über für ortsfremde Reisende ungünstige Seitenbahnsteige. Auch an der großen Raumhöhe, die für die Fahrleitung erforderlich gewesen wäre, ist diese Planung noch zu erkennen.

In unmittelbarer Nähe befinden sich Linienbushaltestellen. Zur Straßenbahn und zum benachbarten Bahnhof Praha Masarykovo nádraží ist ein Fußweg von mehreren hundert Metern erforderlich.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Praha hlavní nádraží – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der neue Kaiser Franz Joseph-Bahnhof in Prag. In: Wiener Bilder, Nr. 4/1909 (XIV. Jahrgang), 27. Jänner 1909, S. 8 und 9. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  2. nur Züge der České dráhy
  3. Technická správa komunikací hl. m. Prahy / annual report 2014 (Verkehr) http://www.tsk-praha.cz/static/udi-rocenka-2014-cz.pdf; abgerufen am 20. Juli 2015
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