Pre-Emphasis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Präemphase (Akzentuierung) und Deemphase (Deakzentuierung), engl. preemphasis and deemphasis, bedeutet die Anhebung der hohen Frequenzen und Absenkung der tiefen Frequenzen während des Aufzeichnens oder Sendens (lineare Vorentzerrung), das anschließend bei der Wiedergabe bzw. beim Empfang rückgängig gemacht wird, so dass insgesamt eine originalgetreue Übertragung erfolgt. Dieses Vorgehen reduziert das Rauschen, das verstärkt bei hohen Frequenzen auftritt.

Die RIAA-Wiedergabekennlinie (rot) als De-Emphase für Vinyl-Schallplatten als Gegenstück zur Schneidkennlinie (blau)

Das Emphase-Verfahren wird bei der Rundfunkübertragung, bei der Tonbandübertragung, beim Schallplattenschneiden, bei vielen frühen CDs der 1980er-Jahre und vereinzelt bei der digitalen Übertragung angewendet. Dabei muss es für diese Vor- und Rück-Entzerrung jeweils Normen mit entsprechenden Zeitkonstanten geben. Die dazugehörenden Übergangs- oder Grenzfrequenzen können daraus berechnet werden.

Verwendete Emphase-Parameter im UKW-Hörfunk[Bearbeiten]

Die im europäischen UKW-Rundfunk verwendete Zeitkonstante beträgt 50 µs[1], woraus sich eine Grenzfrequenz von 3,185 kHz ergibt. Die Entzerrung bewirkt dabei eine Verbesserung des Signal-Rausch-Verhältnisses um etwa 12 dB.

Im nordamerikanischen Raum ist im UKW-Rundfunk hingegen eine andere Zeitkonstante von 75 µs mit einer Grenzfrequenz von 2,12 kHz üblich. Daraus ergibt sich, dass UKW-Radiogeräte, die für den europäischen Raum produziert wurden, bei einem Betrieb in Nordamerika ein etwas schlechteres Signal-Rausch-Verhältnis aufweisen und höhere Töne zu laut wiedergeben, da die Vorverzerrung im Sender nicht mit der Entzerrung im Empfänger zusammenpasst. Umgekehrt weisen amerikanische UKW-Radiogeräte in Europa einen etwas dumpferen Klang auf, mit einem ebenfalls schlechteren Signal-Rausch-Verhältnis.

Diese Unterschiede in den Emphase-Parametern wirken sich deutlich nur bei qualitativ hochwertigen Empfangsgeräten aus. Bei billigen UKW-Radios wie Kofferradios fallen diese Unterschiede alleine schon wegen schlechter Lautsprechersysteme praktisch kaum auf.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Brechmann, Dzieia, Hörnemann, Hübscher, Jagla, Petersen: Elektrotechnik Tabellen Kommunikationstechnik. 3 Auflage. Westermann, Braunschweig 2001, ISBN 3-14-22 5037-9.