Predigtstuhl (Lattengebirge)

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Predigtstuhl
Blick auf den Predigtstuhl von Karlstein aus gesehen

Blick auf den Predigtstuhl von Karlstein aus gesehen

Höhe 1613 m ü. NHN
Lage Bayern
Gebirge Lattengebirge
Dominanz 0,45 km → Hochschlegel
Schartenhöhe 64 m ↓ Schlegelmulde
Koordinaten 47° 41′ 48″ N, 12° 52′ 45″ OKoordinaten: 47° 41′ 48″ N, 12° 52′ 45″ O
Predigtstuhl (Lattengebirge) (Bayern)
Predigtstuhl (Lattengebirge)
pd2

Der Predigtstuhl ist ein 1613 m hoher Berg im Gebiet der Stadt Bad Reichenhall und zählt neben Hochstaufen, Zwiesel und dem Untersberg zu den Hausbergen der Stadt. Er gehört zum Lattengebirge in den Berchtesgadener Alpen. Er wird durch die Predigtstuhlbahn, die älteste noch im Originalzustand fahrende Seilbahn der Welt (Baujahr 1925–1928), erschlossen. Die Bergstation befindet sich nahe dem Gipfel auf 1583 m Höhe und ist mit dem Predigtstuhl-Hotel verbunden. Etwa 200 m vom Hotel entfernt liegt die Teisendorfer Hütte, die seit 2004 von der DAV-Sektion Teisendorf als Selbstversorgerhütte geführt wird. Der Predigtstuhl ist ein Aussichtsberg. Man kann den gesamten Talkessel von Bad Reichenhall einsehen und die umliegenden Berge sehen. Der Predigtstuhl war früher ein beliebtes Skigebiet mit drei Liften, bis der Liftbetrieb 1994 eingestellt wurde. Die in der Saison 2006/2007 geplante Wiedereröffnung des Skibetriebs wurde wegen Schneemangels auf den Winter 2007/2008 verschoben.

Es gab Bestrebungen von privater Seite, auf dem Gipfel des Berges in der Nähe der Bergstation eine 55 m hohe Jesusstatue zu errichten.[1] Sie sollte 22 m höher sein als das Vorbild in Rio de Janeiro. Harry Vossberg, der Initiator, und Angerer der Ältere, der Künstler und Architekt, stellten die Pläne für die Christus-Statue in einer Pressekonferenz Ende Mai 2008 auf dem Predigtstuhl vor. Der Stadtrat beschloss allerdings in seiner Sitzung vom 18. September 2008, keine Baugenehmigung in Aussicht zu stellen.[2][3]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gleitschirmclub Albatros Reichenhall e.V. nutzt die Predigtstuhlbahn, um die Startplätze in der Schlegelmulde und am Hochschlegel schnell und einfach zu erreichen. Die Bahn verkürzt auch für Wanderer die Wegstrecken zu Hochschlegel, Dreisesselberg oder für eine Lattengebirgsüberschreitung.

Bis in die 1990er Jahre gab es am Predigtstuhl ein kleines Skigebiet mit zwei Sessel- und einem kurzen Seillift. Die Anlagen bestehen zwar noch, aktuell gibt es aber keine Genehmigungen für einen Skibetrieb.

In den Anfangszeiten der Bahn – noch bevor die Skilifte errichtet wurden – wurde die „Nordabfahrt“ des Predigtstuhls genutzt. Diese führte von der Schlegelmulde durch steiles, felsendurchsetztes Gelände über die Spechtenköpfe und die spätere Trasse des Stadtbergliftes zum heutigen Festplatz. In den 1930er Jahren wurden auf der Nordabfahrt auch Abfahrtsrennen veranstaltet. Rekordhalter ist bis heute der Reichenhaller Josef „Pewo“ Pertsch, einer der besten alpinen Skirennläufer seiner Zeit, der jedoch 1941 im Alter von 21 am Fuße des Olymp fiel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke der Abfahrtslaufes verkürzt und Ende der 1980er Jahre wurde die Nordabfahrt endgültig gesperrt. Auf der Nordabfahrt sind insgesamt neun Menschen tödlich verunglückt.[4]

Ortsteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bergstationsgebäude der Predigtstuhlbahn umfasst auch ein Bergrestaurant sowie ein Hotel, das derzeit (2014) jedoch nicht betrieben wird. Seit Anfang 2015 ist das Gelände um das Hotel unter der Bezeichnung „Auf dem Predigtstuhl“ offiziell ein neuer bzw. der zehnte und mit über 1600 m der höchstgelegene Ortsteil der Stadt Bad Reichenhall. Dies war Voraussetzung für die Förderung einer Kanalerschließung und damit wiederum Grundlage für die Sanierung des Hotels.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Predigtstuhl (Lattengebirge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel des Bayerischen Rundfunks zu den Plänen, eine Jesusstatue neben dem Berghotel zu errichten (Memento vom 24. Februar 2009 im Internet Archive)
  2. Stadtratssitzung vom 18. September 2008 TOP 3; Seite 12 (PDF-Datei; ca. 300 KB)
  3. Kein Rio in Reichenhall, Augsburger Allgemeine vom 19. September 2008.
  4. Der Traum vom deutschen Davos auf wize.life, abgerufen am 29. Juni 2019
  5. xe/redbgl: "Predigtstuhl": Neuer Ortsteil für Reichenhall, Meldung vom 21. Januar 2015, online unter bgland24.de
Blick von der Terrasse des Restaurants