Preis der Leipziger Buchmesse

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Preisträger 2017 v. l. n. r.: Eva Lüdi Kong (Übersetzung), Barbara Stollberg-Rilinger (Sachbuch), Natascha Wodin (Belletristik)

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist ein Literaturpreis, der seit 2005 im Rahmen der Leipziger Buchmesse von der Leipziger Messe mit Unterstützung der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen und in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin verliehen wird.

Die am 17. März 2005 erstmals verliehene Auszeichnung ist der Nachfolgepreis des Deutschen Bücherpreises, der an derselben Stelle mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels von 2002 bis 2004 vergeben wurde. Die Auszeichnung wird für Neuerscheinungen in den drei Kategorien „Belletristik“, „Sachbuch und Essayistik“ sowie „Übersetzung“ vergeben und ist in jeder Sparte mit 20.000 Euro dotiert (Stand: 2017).

Der Preis soll nicht, wie der ehemalige Deutsche Bücherpreis, bereits erfolgreiche Bücher ehren, sondern Neuerscheinungen herausheben. Die Verleihung findet jeweils am ersten Messetag in der Glashalle des Leipziger Messegeländes statt. Der Jury gehören sieben Literaturkritiker und -fachleute an.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Preisträger/-in Titel Verlag
2005 Terézia Mora Alle Tage Luchterhand
2006 Ilija Trojanow Der Weltensammler Hanser
2007 Ingo Schulze Handy. Dreizehn Geschichten in alter Manier Berlin Verlag
2008 Clemens Meyer Die Nacht, die Lichter S. Fischer
2009 Sibylle Lewitscharoff Apostoloff Suhrkamp
2010 Georg Klein Roman unserer Kindheit Rowohlt
2011 Clemens J. Setz Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes Suhrkamp
2012 Wolfgang Herrndorf Sand Rowohlt
2013 David Wagner Leben Rowohlt
2014 Saša Stanišić Vor dem Fest Luchterhand
2015 Jan Wagner Regentonnenvariationen. Gedichte Hanser
2016 Guntram Vesper Frohburg Schöffling & Co.
2017 Natascha Wodin Sie kam aus Mariupol Rowohlt

Sachbuch/Essayistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten ausgezeichnet wurden Bücher von Autoren mit deutscher Staatsangehörigkeit (zehn Siege), gefolgt von Österreich (zwei Siege) und Israel (eine Auszeichnung). Bisher konnte kein Schriftsteller den Preis mehr als einmal gewinnen.

Der Verlag mit den meisten Preisträgern ist C.H.Beck (vier Siege).

Jahr Preisträger/-in Titel Verlag
2005 Rüdiger Safranski Schiller oder Die Erfindung des deutschen Idealismus Hanser
2006 Franz Schuh Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche Zsolnay
2007 Saul Friedländer Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939–1945 C.H.Beck
2008 Irina Liebmann Wäre es schön? Es wäre schön. Mein Vater Rudolf Herrnstadt Berlin Verlag
2009 Herfried Münkler Die Deutschen und ihre Mythen Rowohlt
2010 Ulrich Raulff Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben. Eine abgründige Geschichte C.H.Beck
2011 Henning Ritter Notizhefte Berlin Verlag
2012 Jörg Baberowski Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt C.H.Beck
2013 Helmut Böttiger Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb Deutsche Verlags-Anstalt
2014 Helmut Lethen Der Schatten des Fotografen Rowohlt
2015 Philipp Ther Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa Suhrkamp
2016 Jürgen Goldstein Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt Matthes & Seitz
2017 Barbara Stollberg-Rilinger Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit C.H.Beck

Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten ausgezeichnet wurden Übersetzer mit deutscher Staatsangehörigkeit (elf Siege), gefolgt von der Schweiz (zwei Siege). Bisher konnte kein Übersetzer den Preis mehr als einmal gewinnen.

Der Verlag mit den meisten Preisträgern ist Ammann (drei Siege). Am häufigsten ausgezeichnet wurden Übersetzungen aus dem Englischen (ink. amerikanisches Englisch) mit fünf Ehrungen.

Jahr Preisträger/-in Übersetztes Werk (Autor) Sprache Verlag
2005 Thomas Eichhorn Fredy Neptune (Les Murray) Englisch Ammann
2006 Ragni Maria Gschwend Aufbrüche (Antonio Moresco) Italienisch Ammann
2007 Swetlana Geier Ein grüner Junge (Fjodor Dostojewski) Russisch Ammann
2008 Fritz Vogelgsang Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc (Joanot Martorell) Altkatalanisch S. Fischer
2009 Eike Schönfeld Humboldts Vermächtnis (Saul Bellow) Englisch Kiepenheuer & Witsch
2010 Ulrich Blumenbach Unendlicher Spaß (David Foster Wallace) Englisch Kiepenheuer & Witsch
2011 Barbara Conrad Krieg und Frieden (Lew Tolstoi) Russisch Hanser
2012 Christina Viragh Parallelgeschichten (Péter Nádas) Ungarisch Rowohlt
2013 Eva Hesse Die Cantos (Ezra Pound) Englisch Arche Literatur Verlag
2014 Robin Detje Europe Central (William T. Vollmann) Englisch Suhrkamp
2015 Mirjam Pressler Judas (Amos Oz) Hebräisch Suhrkamp
2016 Brigitte Döbert Die Tutoren (Bora Ćosić) Serbisch Schöffling & Co.
2017 Eva Lüdi Kong Die Reise in den Westen (Anonymus) Chinesisch Reclam

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Preis der Leipziger Buchmesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien