Preljub

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Grgur Preljub, serbisch-kyrillisch Гргур Прељуб; mittelgriechisch Γρηγόριος Πρελούμπος oder mittelgriechisch Πρεάλιμπος (* um 1312; † Anfang 1356 bei Trikala) war ein serbischer Woiwode und Provinzgouverneur in Thessalien unter Zar Stefan Uroš IV. Dušan.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preljub erscheint in den Quellen erstmals 1344 als Heerführer bei der serbischen Eroberung von Makedonien während des byzantinischen Bürgerkriegs.[1] Zeitgenössischen Chronisten zufolge hielt ihn Stefan Dušan für seinen fähigsten General.[2] Im Mai 1344 befehligte er eine serbische Armee in der Schlacht von Stefaniana gegen die Türken des Beyliks von Aydın, die mit dem byzantinischen Gegenkaiser Johannes VI. Kantakuzenos verbündet waren. Preljub erlitt zwar eine Niederlage, doch bedeutete dies für die serbischen Expansionsbestrebungen keinen nennenswerten Rückschlag.[3]

Im Frühjahr 1348 fiel Preljub mit albanischer Verstärkung in Thessalien ein, das von der Pest weitgehend entvölkert war; auch der byzantinische Gouverneur Johannes Angelos war der Seuche zum Opfer gefallen. Bis November 1348 hatte er den Byzantinern und den Katalanen des Herzogtums Neopatria den größten Teil der Provinz entrissen.[4] Dušan setzte Preljub als Gouverneur in Trikala ein und verlieh ihm die hohe Würde eines Kaisars.[5] Die Annahme, dass Preljub auch Teile von Epirus mit Ioannina kontrollierte, wird von der neueren Forschung nicht mehr vertreten.[6]

Kaiser Johannes VI. versuchte 1350 Dušans Abwesenheit während eines Feldzugs gegen das Königreich Bosnien auszunutzen, um die verlorenen Provinzen in Makedonien und Thessalien für Byzanz zurückzugewinnen. Er landete mit einer Flotte in Thessaloniki und eroberte zunächst einige makedonische Städte, wurde dann aber auf dem Vormarsch nach Thessalien von Preljub gestoppt, der mit 500 Mann die strategisch wichtige Festung Servia halten konnte. Johannes VI. musste sich mit seiner relativ kleinen Streitmacht zurückziehen, so dass Dušan anschließend keine Schwierigkeiten hatte, das verlorene Terrain bis 1351 wieder in Besitz zu nehmen.[7]

Zar Stefan Dušan starb am 20. Dezember 1355; nur wenig später, vermutlich Anfang 1356, fiel Preljub in der Nähe von Trikala bei einem bewaffneten Zusammenstoß mit lokalen Albanerstämmen.[8] Seine Witwe Irene Asanina, die vielleicht eine Tochter Dušans war, und ihr Sohn Thomas Preljubović mussten vor Nikephoros II. Orsini, dem früheren Despoten von Epirus, nach Serbien fliehen.[9] 1366/67 wurde Preljubović von Simeon Uroš Palaiologos als Gouverneur von Epirus mit Sitz in Ioannina eingesetzt und regierte nach dessen Tod 1371 de facto unabhängig.[10]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Божидар Ферјанчић: Севастократори и кесари у Српском царству. In: Зборник Филозофског факултета. Bd. 10-1, 1970, ISSN 0352-5546, S. 255–269 (Digitalisat), hier: S. 263 f.
  • Божидар Ферјанчић: Тесалија у XIII и XIV веку (= Посебна издања. Bd. 15). Византолошки институт САНУ, Београд 1974, S. 228–231.
  • John Van Antwerp Fine: The Late Medieval Balkans: A critical Survey from the late Twelfth Century to the Ottoman Conquest. University of Michigan Press, Ann Arbor MI 1994, ISBN 0-472-08260-4.
  • Constantin Jireček: Geschichte der Serben. Bd. 1: Bis 1371. Perthes, Gotha 1911 (Nachdruck Adolf M. Hakkert, Amsterdam 1967), S. 385–415 passim.
  • Donald M. Nicol: The Despotate of Epiros 1267–1479. A contribution to the history of Greece in the middle ages. Cambridge University Press, Cambridge 1984, ISBN 0-521-26190-2, S. 130–131, 134, 139–140, 149.
  • George Christos Soulis: The Serbs and Byzantium during the Reign of Tsar Stephen Dušan (1331–1355) and his Successors. Dumbarton Oaks Research Library and Collection, Washington D.C. 1984, ISBN 0-88402-137-8, S. 24, 76.
  • Erich Trapp, Hans-Veit Beyer, Ioannes G. Leontiades, Sokrates Kaplaneres: Prosopographisches Lexikon der Palaiologenzeit. 10. Faszikel: Πετούσσα – Σιχούη (= Veröffentlichungen der Kommission für Byzantinistik. Bd. 1/10). Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 1990, ISBN 3-7001-1775-2, S. 67 Nr. 23720.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. PLP 10, S. 67.
  2. Vgl. Soulis, Serbs, S. 24.
  3. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 304.
  4. Vgl. Nicol, Despotate, S. 130.
  5. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 310, 320; Soulis, Serbs, S. 35, 108, 110.
  6. Vgl. Soulis, Serbs, S. 108 f.
  7. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 324; Soulis, Serbs, S. 44–47, 111.
  8. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 346; Soulis, Serbs, S. 111.
  9. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 346–347; Soulis, Serbs, S. 111–114, 237.
  10. Vgl. Fine, Late Medieval Balkans, S. 351.