Prensdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Prensdorf
Gemeinde Dahmetal
Koordinaten: 51° 53′ 54″ N, 13° 27′ 58″ O
Höhe: 101 m ü. NHN
Einwohner: 101 (31. Dez. 2006)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 15936
Vorwahl: 035451

Prensdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dahmetal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geographische Lage und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil liegt wenige Kilometer nördlich von Dahme/Mark. Der Fluss Dahme bildet auf einer größeren Strecke den südlichen Abschluss der Gemarkung. Nördlich von Prensdorf liegt die Gemeinde Steinreich. Es folgen im Uhrzeigersinn der Gemeindeteil Liebsdorf, Zagelsdorf, Dahme/Mark und Rietdorf.

Der Name pren leitet sich aus der slawischen Sprache ab und bedeutet so viel wie Sumpf, was auf den Wasserreichtum der Region zurückzuführen ist.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht der Bär hatte im 12. Jahrhundert niederländische Flamen in das Gebiet gebracht, um es zu besiedeln. In dieser Zeit entstand auch die Dorfkirche Prensdorf. Die Kirchengemeinde weist in einem Aushang in der Kirche darauf hin, dass der Ort 1346 erstmals urkundlich erwähnt wurde.[3] Die Häuser gruppierten sich auf dem Anger um die Kirche, so dass ein Platzdorf entstand. 1388 wurde Prensdorf mit anderen umliegenden Orten als Perdinstorff an das Erzbistum Magdeburg verkauft. Die Besitzverhältnisse änderten sich nach und nach, als die von Schlieben in die Region kamen und sich 1532 Georg von Schlieben als Kötter niederließ. Aus dem Jahr 1562 ist bekannt, dass im Ort eine Küsterei und eine Schule existierten, während die Pfarrei im Nachbarort Zagelsdorf ansässig war. In dem hügeligen Gelände blieb der Ort abseits der Militärstraßen von Zerstörungen weitgehend verschont, so auch im Dreißigjährigen Krieg. Die Chronik berichtete zwar von einzelnen Höfen, die wüst lagen, die Kirche wie auch die umliegenden Gebäude blieben jedoch unversehrt. 1664 errichteten Handwerker an der Dahme die Prensdorfer Wassermühle. 1883 kam es zu einem Brand, bei dem das Dorf zur Hälfte das Opfer der Flammen wurde. 1920 eröffnete die Kirchengemeinde in einem angrenzenden Waldstück einen Friedhof und beendete damit die bislang gepflegte Tradition, die Toten im Kirchgarten zu beerdigen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwehrhaus auf dem Dorfanger
Naturdenkmal Eiche
  • Die Dorfkirche Prensdorf ist eine Feldsteinkirche, die um 1150 errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert überformten Handwerker die zuvor gotischen Fenster barock um. Im Innern befinden sich unter anderem ein hölzerner Altar aus dem Jahr 1697 und eine Fünte aus Sandstein aus der Zeit um 1700. Die Kirchengemeinde beteiligt sich an der Aktion Verlässlich geöffnete Kirche. In dem Sakralbau finden Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt.
  • Oberhalb des Schlauchgrabens erhebt sich der Fürstenberg bis in eine Höhe von 112 Meter.
  • Die Eiche auf dem Dorfanger ist auf Grund ihrer Schönheit ein eingetragenes Naturdenkmal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Gemarkung ist bewaldet und wird forstwirtschaftlich genutzt. Daneben existieren eine Agrargenossenschaft, einige Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe. Neben einigen Kleingewerbetreibenden werden Übernachtungen für Touristen angeboten.

Der Flaeming-Skate führt auf dem Rundkurs 7 durch den Ort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landstraße L71 verläuft in südwestlicher nach nordöstlicher Richtung im Süden an der Gemarkung vorbei. Über die L70 besteht eine weitere Verbindung, die nach Westen in Richtung Zagelsdorf führt. Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald bindet den Ortsteil mit der Linie 470 nach Golßen, Luckau und Dahme/Mark sowie über die Linie 467 nach Drahnsdorf an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Informationsschrift: Geschichte von Prensdorf und deren Kirche, Aushang in der Kirche, August 2016
  • Bock, Michael: Erbbuch des Fürstlich-Sächsischen Amts Dahme 1658. Die Amtsdörfer, in: ZMFG 2021 Nr. 2. Prensdorf S. 103.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prensdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 20. Juni 2017.
  2. Prensdorf in einem Beitrag des RBB-Landschleichers, Webseite des RBB, abgerufen am 18. Januar 2017.
  3. Informationsschrift: Geschichte von Prensdorf und deren Kirche, Aushang in der Kirche, August 2016.