Preonzo

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Preonzo
Wappen von Preonzo
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bellinzonaw
Kreis: Kreis Bellinzona
Gemeinde: Bellinzonai2
Postleitzahl: 6523
Koordinaten: 720578 / 124807Koordinaten: 46° 15′ 50″ N, 9° 0′ 10″ O; CH1903: 720578 / 124807
Höhe: 250 m ü. M.
Fläche: 16,44 km²
Einwohner: 618 (31. Dezember 2015)
Einwohnerdichte: 38 Einw. pro km²
Website: www.bellinzona.ch
Luftbild von Preonzo

Luftbild von Preonzo

Karte
Preonzo (Schweiz)
Preonzo
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. April 2017

Preonzo (lombardisch Prunz [prunts proːnts proːns][1]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 1. April 2017 bildete er eine selbständige politische Gemeinde, die zum damaligen Kreis Ticino gehörte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf 268 m ü. M. am Fuss der Cima dell’Uomo (2390 m ü. M.), am rechten Ufer des Flusses Tessin, 8 km nordwestlich des Stadtzentrums von Bellinzona.

Bergstürze sind in Preonzo seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert. Wieder akut geworden ist die Bergsturzgefahr im Jahr 2002. Damals lösten sich 100'000 Kubikmeter. Am 15. Mai 2012 ereignete sich wieder ein Bergsturz, diesmal mit 300'000 Kubikmeter Fels und Geröll.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde erstmals 1335 als Prevonzo erwähnt. Der Ortsname stammt wahrscheinlich von lateinisch profundus ‚tief‘ und bezieht sich damit auf eine benachbarte tiefe Stelle beziehungsweise einen benachbarten Wirbel oder Strudel des Flusses Tessin.[1]

Im 14. Jahrhundert bildete mit Moleno eine Nachbarschaft (vicinia). 1335 zählte es zu den Gemeinden der Grafschaft Bellinzona. Der Bischof von Como besass in Preonzo Grundrechte, die er 1181 den Orelli, damals Capitanei von Locarno, abtrat. 1419 gehörten sie den Orelli von Claro.

Am 2. April 2017 schloss sich Preonzo gleichzeitig mit den damaligen Gemeinden Camorino, Claro, Giubiasco, Gnosca, Gorduno, Gudo, Moleno, Monte Carasso, Pianezzo, Sant’Antonio und Sementina der Gemeinde Bellinzona an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 2000 2015
Einwohner 402 315 347 484 618

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[3]

  • Pfarrkirche Santi Simone und Giuda[4]
  • Pfarrhaus[5]
  • Mühle[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giovanni Brandi (erwähnt 1652 Preonzo, 1655 Preonzo), Stuckateur[7]
  • Giorgio Genetelli (* 1960), Schriftsteller[8]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Preonzo[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe Chiesi: Preonzo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Agostino Robertini und andere: Preonzo. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 303–314.
  • Centro di ricerca per la storia e l’onomastica ticinese dell’Università di Zurigo (Hrsg.): Preonzo. In: Repertorio toponomastico ticinese. 1989.
  • Simona Martinoli und andere: Preonzo. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 57–58.
  • Celestino Trezzini: Preonzo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5: Pictet – Resti. Attinger, Neuenburg 1921, S. 485.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Preonzo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 718.
  2. Bergsturz auf erdwissen.ch/2011/02 (abgerufen am 19. März 2017).
  3. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  4. Pfarrkirche Santi Simone und Giuda (Foto)
  5. Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Herausgeber: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0
  6. Alte Mühle (Foto)
  7. Giovanni Brandi. In: Sikart
  8. Angela Mollisi und andere: Giorgio Genetelli. In: Arte&Storia. 15. Jahrgang, Nummer 65. Edizioni Ticino Management, Lugano 2015, S. 34–35.
  9. Football Club Preonzo