Pretzfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pretzfeld
Pretzfeld
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pretzfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 45′ N, 11° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 293 m ü. NHN
Fläche: 24,2 km2
Einwohner: 2373 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91362
Vorwahl: 09194
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 161
Marktgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 3
91362 Pretzfeld
Website: www.pretzfeld.de
Erste Bürgermeisterin: Rose Stark (SPD/Ökologen)
Lage des Marktes Pretzfeld im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Pretzfeld ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flächengemeinde liegt im südwestlichen Teil von Oberfranken und in der Fränkischen Schweiz. Sie ist bekannt für Obstanbau und Obstverwertung. Von den ca. 2500 ha Gesamtfläche sind 1100 ha Wald. Der Ort Pretzfeld befindet sich im Westen der Gemeinde, nahe der Einmündung der Trubach in die Wiesent.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden, beginnend im Uhrzeigersinn) Ebermannstadt, Gößweinstein, Egloffstein, Leutenbach, Kirchehrenbach und Weilersbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in nordwestliche Richtung nach Pretzfeld, 2011

Pretzfeld gliedert sich in zwölf Ortsteile[2]:

Altreuth und die Einöden Hardt (zwei Anwesen) und Thosmühle (ein Anwesen) sind keine offiziellen Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung von Pretzfeld wird in das 8. Jahrhundert datiert. Wie viele Orte, die auf „-feld“ enden, war es vermutlich ein Zulieferer für den nahen Königshof Forchheim. Spätestens in die Regierungszeit von Ludwig dem Deutschen (840 - 876) fällt die Gründung der Pretzfelder Kirche als Urpfarrei.

Im Jahre 1145 wird der Ortsname erstmals in einer Urkunde als Bretevelth erwähnt. Später war Pretzfeld der Sitz eines gleichnamigen Rittergutes. Schlossherren waren von 1505 bis 1762 die Freiherren Stiebar von Buttenheim, Schlüsselberger Dienstleute. Ihnen folgten von 1764 bis 1852 die Grafen von Seinsheim.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit dem 16. oder 17. Jahrhundert bestehende Jüdische Friedhof auf dem außerhalb des Ortes gelegenen Judenberg war zentraler Begräbnisplatz für zahlreiche jüdische Gemeinden des Forchheimer Landes. Die letzte Beerdigung auf dem teilweise erhaltenen Friedhof fand 1894 statt. Danach war keine jüdische Familie mehr in Pretzfeld ansässig. Der im Pretzfelder Ortsteil Hagenbach befindliche Judenfriedhof war bis 1934 in Gebrauch. (Siehe auch Synagoge Hagenbach)

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde. Walter Schottky, der sich 1943 im Pretzfelder Schloss niedergelassen hatte, initiierte 1946 die Gründung eines Siemens-Labors. Der Physiker wohnte bis zu seinem Tod 1976 in Pretzfeld.

Gebietsreform der 1970er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu dessen Auflösung gehörten die meisten heutigen Ortsteile zum Landkreis Ebermannstadt. 1972 wurde dieser aufgelöst, alle Ortschaften kamen zum Landkreis Forchheim. Am 1. Juli 1976 wurde der bis dahin selbständige Ort Wannbach eingemeindet, am 1. März 1977 kam Lützelsdorf hinzu. Hetzelsdorf sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Wichsenstein (Eberhardstein, Pfaffenloh und Urspring) und Zaunsbach (Ober- und Unterzaunsbach) folgten am 1. Mai 1978.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2014 führten zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

  • CSU-Bürgerblock: 3 Sitze
  • SPD und Ökologen: 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Pretzfeld-Altreuth: 2 Sitze
  • Freie Wähler Pretzfeld: 2 Sitze
  • Frauen aktiv: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Trubachtal-Hagenbach: 1 Sitz
  • Wählergruppe Oberland: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Zaunsbach: 1 Sitz
  • WIR-Gemeinsam für Pretzfeld und seine Ortsteile: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 2008 Rose Stark (SPD/Ökologen). Vorgänger war Erhard Müller.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Pretzfeld
Blasonierung: „Geteilt; oben in Rot ein wachsender silberner Eberspieß, unten fünfmal gespalten von Silber und Blau.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis (Baden-Württemberg) besteht eine Gemeindefreundschaft. Diese begann mit einer fehlgeleiteten Paketsendung auf Grund des sehr ähnlichen Namens.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Markt Pretzfeld erstreckt sich das größte geschlossene Süßkirschenanbaugebiet Deutschlands und eines der größten in Westeuropa. Bedingt durch die wärmebegünstigte Klimalage auf durchlässigen, nährstoffreichen Böden stehen auf 1.700 ha Fläche über 200.000 Süßkirschenbäume.

Auf dem Gemeindegebiet gibt es die Brauereien Nikl-Bräu in Pretzfeld, Meister in Unterzaunsbach und Penning-Zeißler in Hetzelsdorf. Daneben existieren mehrere Brennereien, eine der bekanntesten ist die Brennerei Haas mit einer Jahrespropduktion von ca. 60 - 70000 Flaschen.[4]

Aus dem 1946 von Walter Schottky initiierten Halbleiterlabor entstand ein Werk für Leistungshalbleiter, das zuletzt als Infineon-Tochter eupec (European Power-Semiconductor and Electronic Company) firmierte, bevor es 2002 geschlossen wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2760/2260 durchquert das Gemeindegebiet und den Hauptort von West nach Ost und verbindet Pretzfeld mit der gut 1 km westlich verlaufenden B 470.

Die Marktgemeinde hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle. Seit 1992 ist sie in das Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg integriert.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Rokoko-Pfarrkirche St. Kilian wurde von 1742 bis 1761 von dem Bamberger Architekten Johann Jakob Michael Küchel erbaut.
  • Das Schloss Pretzfeld wurde 1145 (oder 1182) als Ansitz des „Hademar de Bretevelt“ (breites Feld) erwähnt. In der heutigen Form stammt es aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
  • Eine Mikwe (jüdisches Frauenbad) stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
  • Der jüdische Friedhof, seit dem 17. Jahrhundert bestehend, enthält hauptsächlich Grabstätten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Auch in der Ortschaft Hagenbach gibt es einen jüdischen Friedhof mit alten Grabsteinen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Curt Herrmann (1854–1929), Maler (Neoimpressionismus), hielt sich in den 1920er Jahren häufig zum Malen dort auf, das Schloss gehörte seinen Schwiegereltern.[5]
  • Christoph Beck (1874–1839), Gymnasiallehrer, mundartlicher Sprachforscher und Heimatforscher
  • Walter Schottky (1886–1976), Physiker, forschte während des Zweiten Weltkriegs in Pretzfeld und lebte dort bis zu seinem Tod.
  • Eberhard Spenke (1905–1992), Physiker, baute dort nach Kriegsende das Halbleiter-Forschungslabor der Siemens & Halske AG auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pretzfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Malereien von Curt Hermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 und 684.
  4. a b Gemeinde-Website - Pretzfeld - Zahlen, Daten, Fakten
  5. Mitteldeutsche Zeitung, 6. August 2013