Priekule

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Priekule (dt.: Preekuln)
Wappen von Priekule
Priekule (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Priekules novads
Koordinaten: 56° 27′ N, 21° 36′ OKoordinaten: 56° 26′ 39″ N, 21° 35′ 42″ O
Einwohner: 2.167 (1. Jan. 2016)
Fläche: 5,4 km²
Bevölkerungsdichte: 401 Einwohner je km²
Höhe:
Stadtrecht: seit 1928
Webseite: www.priekule.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Priekule (deutsch: Preekuln) ist eine Stadt im Südwesten Lettlands. Seit 2009 besteht eine Verwaltungsgemeinschaft mit fünf umliegenden Gemeinden. Im Jahre 2016 zählte Priekule 2167 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Priekule wurde 1483 erstmals urkundlich erwähnt, als Baron Korff hier Land erwarb. 1834 ging das Rittergut Preekuln von der Familie Korff an die Familien Brucken und Schönberg über. 1865 kam es zu Bauernunruhen.[2]

Nachdem 1871 ein Anschluss von der Ostsee in Libau an die Warschau-Petersburger Eisenbahn gebaut wurde, wuchs die Ansiedlung beträchtlich. Die Stadtrechte wurden 1928 gewährt. Die Stadt wurde 1945 in den Kurlandschlachten des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört. Auf einem Soldatenfriedhof wurden etwa 23.000 sowjetische Soldaten bestattet. Der Friedhof wurde durch den Architekten Arturs Zoldners und den Dendrologen Aivars Lasis neu gestaltet.[3]

Schwedentor
Herrenhaus
Kirche

Bedeutendstes Bauwerk des Ortes ist das unter Denkmalschutz stehende Eingangstor zum ehemaligen Gutshaus, das sogenannte Schwedentor aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In den Nischen beidseitig der Tordurchfahrt standen einst bunt gefärbte, mehr als 2 m hohe Steinskulpturen – Wachtposten mit bedrohlichem Aussehen. Diese Skulpturen sind während des Krieges zerstört worden. An ihrem Platz stehen heute Holzskulpturen von Normunds Steinbergs. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Tor wurde 1954 wieder aufgebaut und zwischen 2002 und 2004 noch einmal restauriert. Das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Architekten Paul Max Berchi für die Familie von Korff erweitert; es dient heute als Schule.

Die kleine ev.-luth. Kirche in Priekule wurde 1680 erbaut. Eine Legende berichtet über den „Ikarus von Priekule“:[4] Der Schmied von Priekule, der Schwede Johansson, versuchte mit selbst angefertigten Flügeln vom Kirchturm zu fliegen – der erste Flugversuch in Lettland. Damals wurde dieser Flug als Gotteslästerung angesehen und der mutige „Ikarus“ endete 1670 als Ketzer in der benachbarten Ortschaft Grobina auf dem Scheiterhaufen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās pagastu dalījumā
  2. Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. 484.
  3. Sigurds Rusmanis, Ivars Vīks: Kurzeme. Izdevniecība Latvijas Enciklopēdija, Riga 1993, ISBN 5-89960-030-6, S. 80.
  4. Svētdienas Rīts (= Sonntagmorgen), Monatszeitschrift der Latvijas Evaņģēliski Luteriskā Baznīca, deutsche Ausgabe, Heft Januar 2012, herausgegeben von Johannes Baumann, S. 11.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Priekule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien