prima facie

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Der Terminus prima facie (lat.; ‚dem ersten Anschein nach‘, ‚auf den ersten Blick‘; wörtlich: ‚erstes Gesicht‘) wird im Deutschen in der Bedeutung „bis auf Widerruf“, „solange sich keine gegenteiligen Evidenzen einstellen“ verwendet. Er sagt nichts darüber aus, ob der äußere Anschein täuscht – also der Schein trügt – oder nicht.

Philosophie[Bearbeiten]

Prima facie findet sich als Fachbegriff vor allem in der Erkenntnistheorie, einer Disziplin der Theoretischen Philosophie.

Zudem ist in der Ethik – einer Disziplin der Praktischen Philosophie – in der Folge der Arbeiten von William David Ross (1877–1971) der Ausdruck Prima-facie-Pflichten entstanden, mit dem solche moralische Pflichten bezeichnet werden, die auf den ersten Anschein Gültigkeit besitzen.[1]

Recht[Bearbeiten]

In der deutschen Rechtssprache sind „Prima-facie-Beweis“, „Anscheinsbeweis“ und „Beweis des ersten Anscheins“ Synonyme.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: primus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: facies – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jean-Claude Wolf: Ein Pluralismus von prima-facie Pflichten [sic] als Alternative zu monistischen Theorien der Ethik. In: Zeitschrift für philosophische Forschung. (ZPhF). Jg./Bd. 50, Klostermann, Frankfurt am Main 1996, ISSN 0044-3301, S. 601–610, OCLC 300123808, ZDB-ID 2235674-5 (online bei DigiZeitschriften.de, abgerufen am 25. August 2015).