Princess Juliana International Airport

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Princess Juliana International Airport
PJIAirportSXM.jpg
Kenndaten
ICAO-Code TNCM
IATA-Code SXM
Koordinaten
18° 2′ 27″ N, 63° 6′ 32″ WKoordinaten: 18° 2′ 27″ N, 63° 6′ 32″ W
4 m (13 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 16 km nordwestlich von Philipsburg
Basisdaten
Eröffnung 1942 für das Militär
1943 für Passagiere
Betreiber Princess Juliana International Airport Operating Company N.V.
Fläche 64 ha
Terminals 1
Passagiere 1.795.117[1] (2014)
Luftfracht 3.027 t[1] (2014)
Flug-
bewegungen
60.371[1] (2014)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
ca. 2,5 Mio.[1]
Beschäftigte 266[2] (2010)
Start- und Landebahn
10/28[3] 2300 m × 45 m Asphalt

Der Princess Juliana International Airport ist ein Flughafen auf dem niederländischen Teil der Insel St. Martin in der Karibik.

Flugregeln / Technische Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schalterhalle des Flughafens

Der Flughafen verfügt über kein Instrumentenlandesystem, sondern nur über VOR/DME sowie Sichtanflugverfahren. Außerdem befinden sich in relativ geringem Abstand hinter der Startbahn 10 mehrere Hügel, so dass abhebende Flugzeuge schnell an Höhe gewinnen und so früh wie möglich eine Rechtskurve fliegen müssen (siehe Abschnitt Besonderheiten). Die Start- und Landebahn ist nur 2300 m lang, was eine Beschränkung des Startgewichts für Großraumflugzeuge mit sich bringt. Der Flughafen wird mit Maschinen unterschiedlichster Größe bedient: neben kleinen Sportmaschinen sowie Regionalflugzeugen wie der DHC-8 finden sich auch vierstrahlige Jets wie die Boeing 747 und der Airbus A340. Eine Boeing 747 kann auf Grund der kurzen Startbahn weit entfernte Ziele nicht direkt erreichen, da sie voll aufgetankt eine längere Piste benötigen würde. Deswegen wird zunächst Curaçao bzw. Aruba (von KLM) oder Martinique bzw. Guadeloupe (von Corsair) angesteuert, um für den Weiterflug aufzutanken.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wird aus Europa von Air France mit A340-300 (Paris-Charles-de-Gaulle), KLM (A330-200, Amsterdam), zweimal wöchentlich von Air Caraïbes (A330-200) von Paris-Orly und unregelmäßig im Charterverkehr von Corsair International (A330, Paris-Orly) angeflogen. US Airways und weitere Fluggesellschaften aus Nordamerika und der Karibik bieten tägliche Linienverbindungen in die USA, Kanada und zu Karibik-Inseln an. Als Heimatflughafen dient der Princess Juliana International Airport für die karibische Fluggesellschaft Winair (Windward Island Airways).

Im Luftfrachtbereich fliegt Amerijet International die Ziele Miami, Santiago de los Caballeros sowie Santo Domingo an.

In der Vergangenheit wurde der Flughafen von mehreren Fluggesellschaften mit der Boeing 747 angeflogen.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ankunftszeiten
Airbus A340 der Air France im Endanflug
Extrem niedrige Höhe beim Abfangen
Hügel im Osten erfordern rasches Steigen
Warnschild am Strand

Als besondere Attraktion des Flughafens gilt dessen Lage. Die Landeschwelle der Landebahn 10 ist nur wenige Meter vom Maho Beach entfernt. Aufgrund des hügeligen Terrains im Osten kann ausschließlich von Westen kommend auf Piste 10 gelandet werden; dabei überqueren die Flugzeuge in etwa 10 bis 20 Metern Höhe den Strand. Beim Anrollen zum Start werden durch den Schubstrahl der Triebwerke Sand und kleine Steine aufgewirbelt. Weil die Flugzeuge meist Richtung Osten starten und wegen der Hügel dort schnell an Höhe gewinnen müssen, wird der volle Schub häufig schon im Stand aufgebaut, bevor die Bremsen gelöst werden. Deshalb ist für Zuschauer der Aufenthalt am Strand direkt vor der Startbahn gefährlich.

Wegen der seltenen Möglichkeit, Flugzeuge im tiefen Endanflug über einem tropischen Sandstrand zu beobachten, ist der Airport weltweit bei Planespottern bekannt und beliebt. Darüber hinaus sammeln sich täglich waghalsige Touristen unmittelbar am Flughafenzaun und kämpfen gegen die Energie der Turbinenstrahlen an (sog. „Zaunsurfen“). Warnschilder des Flughafenbetreibers weisen darauf hin, dass der Abgasstrahl startender und landender Flugzeuge ernsthafte, sogar tödliche Verletzungen verursachen kann.[4] Dennoch geschah genau dies am 12. Juli 2017, als sich eine 57-jährige Neuseeländerin im Strahl einer startenden Boeing 737-800 nicht mehr am Begrenzungszaun festhalten konnte, mit dem Kopf gegen einen Betonblock geschleudert wurde und kurz darauf im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag.[5]

Zur Information der Schaulustigen am Maho Beach werden die täglichen Flugbewegungen (Fluggesellschaften, Landezeiten und Abflugorte) am Strand neben der Landebahn von einem Restaurant-Betreiber handschriftlich auf einem aufrecht stehenden Surfbrett notiert und regelmäßig aktualisiert.

Um die aktuellen ICAO-Anforderungen zu erfüllen[6], begann am 8. März 2010 der Bau der RESA (runway end safety area − Start-/Landebahnendsicherheitsfläche) mit einer Länge von 90 m. Hierfür wurde Strand aufgeschüttet sowie eine Straße verlegt. Anfang 2011 wurden die Bauarbeiten beendet.[7][8]

Im September 2017 wurde der Flughafen durch Hurrikan Irma schwer beschädigt.[9]

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wurde mehrmals ausgebaut, um größere Passagiermengen (2,5 Millionen pro Jahr erwartet) aufnehmen zu können. Das neueste Terminal wurde Anfang November 2006 von Königin Beatrix eröffnet.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 2. Mai 1970 wurde eine Douglas DC-9 der Overseas National Airways (Luftfahrzeugkennzeichen N935F), die im Auftrag der ALM Antillean Airlines den Linienflug ALM 980 von New York nach Sint Maarten durchführen sollte, nach mehreren wegen schlechter Sichtverhältnisse abgebrochenen Landeanflügen auf den Princess Juliana Airport nach Saint Thomas umgeleitet, konnte den dortigen Flughafen aufgrund ungenügender Treibstoffreserven aber nicht mehr erreichen. Nach der Notwasserung ungefähr 50 km ostnordöstlich der Insel Saint Croix konnten nur 40 der 63 Insassen gerettet werden; 22 Passagiere sowie ein Besatzungsmitglied kamen bei dem Unfall ums Leben.[10]
  • Am 29. Oktober 2014 stürzte eine Short 360-200 der amerikanischen Gesellschaft Skyway Enterprises (Luftfahrzeugkennzeichen N380MQ), die im Auftrag von FedEx Luftfracht nach San Juan auf Puerto Rico befördern sollte, unmittelbar nach dem Start von Piste 28 vor der Küste von Sint Maarten ins Meer. Beide Piloten kamen bei dem Absturz ums Leben.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flughafen Princess Juliana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Annual Reports. SXMAirport.com, abgerufen am 12. November 2016.
  2. ANNUAL REPORT 2010. In: sxmairport.com. Januar 2012, S. 4, abgerufen am 29. Oktober 2015 (pdf, englisch).
  3. AD 2 TNCM. In: AIP DUTCH CARRIBEAN. DUTCH CARIBBEAN AIR NAVIGATION SERVICE PROVIDER (DC-ANSP), 4. Februar 2016, abgerufen am 28. November 2016 (PDF, englisch).
  4. http://www.urlaubmachen365.de/st-maarten-airport-video/
  5. Tödlicher Unfall am Flughafen von Sint-Maarten. aero.de, 13. Juli 2017, abgerufen am 13. Juli 2017 (deutsch).
  6. Security Information. In: sxmairport.com. Abgerufen am 28. Februar 2014 (englisch).
  7. ANNUAL REPORT 2010. In: sxmairport.com. Januar 2012, S. 16, abgerufen am 28. Februar 2014 (pdf, englisch).
  8. AD 2 TNCM AERODROME CHART. In: AIP DUTCH CARRIBEAN. DUTCH CARIBBEAN AIR NAVIGATION SERVICE PROVIDER (DC-ANSP), 4. Februar 2016, abgerufen am 28. November 2016 (PDF, englisch).
  9. [1]
  10. Accident Report NTSB-AAR 71-8 Unfallbericht des National Transportation Safety Board (NTSB) vom 31. März 1971, PDF (englisch), abgerufen am 4. März 2016
  11. Unfallbericht im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. März 2016