Prinz Eisenherz (1954)

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Filmdaten
Deutscher TitelPrinz Eisenherz
OriginaltitelPrince Valiant
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1954
Länge100 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHenry Hathaway
DrehbuchDudley Nichols
ProduktionRobert L. Jacks
MusikFranz Waxman
KameraLucien Ballard
SchnittRobert L. Simpson
Besetzung
Synchronisation

Prinz Eisenherz (Originaltitel: Prince Valiant) ist ein US-amerikanischer Ritterfilm von Henry Hathaway aus dem Jahr 1954 mit Robert Wagner in der Titelrolle. Als Vorlage diente die gleichnamige Comic-Serie von Hal Foster.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der christliche König Aguar vom Thron gestürzt wurde, übernimmt der hinterhältige Wikinger Sligon die Macht in Scandia. Der entmachtete König sieht sich gezwungen, mit seiner Familie nach Britannien zu fliehen. Dort angekommen, versteckt er sich mit seiner Gemahlin und seinem Sohn, Prinz Eisenherz, in einer abgelegenen Abtei. Als ihnen zu Ohren kommt, dass Sligon nach ihnen suchen lässt, schickt Aguar seinen Sohn nach Camelot an den Hof von König Artus. Dort soll Prinz Eisenherz um Beistand bitten und sich bemühen, ein Ritter der Tafelrunde zu werden.

Auf seinem Weg nach Camelot wird Prinz Eisenherz Zeuge, wie eine Gruppe von Wikingern einem Ritter in schwarzer Rüstung einen Handel vorschlägt. Sligon werde dem schwarzen Ritter ein Heer an Kriegern entsenden, wenn er für ihn im Gegenzug das Versteck von Aguar in Erfahrung bringt. Auf dem Pferd des schwarzen Ritters reitet Prinz Eisenherz davon und trifft auf Sir Gawain, der ihn nach Camelot bringt. Dort berichtet er umgehend König Artus vom schwarzen Ritter, der bisher nur für eine Fantasiegestalt gehalten wurde. Daraufhin wird Prinz Eisenherz Knappe von Gawain, der ihm den Umgang mit Axt und Schwert beibringt. Ritter Sir Brack will unterdessen dem schwarzen Ritter auf die Spur kommen. Prinz Eisenherz zeigt ihm die Stelle, wo er den schwarzen Ritter gesehen hatte. Als Brack ihn allein lässt, wird Prinz Eisenherz plötzlich mit Pfeilen beschossen. Schwer verletzt wird er von Prinzessin Aleta und ihrer Schwester Ilene gefunden. Die beiden jungen Frauen bringen ihn zu ihrem Schloss, wo sich Aleta in der Folgezeit hingebungsvoll um seine Genesung bemüht. Zum Missfallen ihres Vaters, des Königs von Ord, der sie lieber Brack zur Frau geben will, verlieben sich Aleta und Prinz Eisenherz ineinander. Gemeinsam reisen sie schließlich nach Camelot, um den alljährlichen Ritterturnieren beizuwohnen.

Gawain wurde indes ebenfalls von Bogenschützen angegriffen und verletzt. Prinz Eisenherz stellt ihm Ilene vor, die schon seit langer Zeit heimlich in Gawain verliebt ist. Da Gawain jedoch glaubt, Ilene sei bereits an seinen jungen Knappen vergeben, wirft er lieber ein Auge auf Aleta. Bei einem darauffolgenden Turnier zu Pferd soll auf Wunsch des Königs von Ord der Sieger die Hand von Aleta erhalten. Auch Brack nimmt teil und triumphiert mit seiner Lanze spielend über einen Ritter nach dem anderen – bis Gawain sich ihm gegenüberstellt. Brack gelingt es jedoch, seinen Rivalen aus dem Sattel zu heben, wobei sich herausstellt, dass es sich eigentlich um Prinz Eisenherz in Gawains Rüstung handelt. Der echte Gawain tritt als Nächstes gegen Brack an. Nachdem Gawain diesen bezwungen hat, bricht er erschöpft zusammen.

Obwohl Prinz Eisenherz eine Strafe absitzen soll, weil er es gewagt hatte, sich als Ritter auszugeben, sieht er sich gezwungen, Camelot heimlich zu verlassen, um seinem Vater zu Hilfe zu eilen. Unterwegs wird er vom schwarzen Ritter angegriffen, der sich schließlich als Brack zu erkennen gibt. Dieser habe Aguar bereits gefangen nehmen lassen und plane, Artus die Macht zu entreißen. Aleta, die Prinz Eisenherz gefolgt war, wird zusammen mit ihm nach Scandia verschleppt. Dort angekommen, weigert sich Prinz Eisenherz, Sligon die Namen der loyalen Verbündeten seines Vaters zu verraten. Einige dieser Verbündeten greifen mit ihren Männern Sligons Burg an. Obwohl sie zahlenmäßig unterlegen sind, gelingt es ihnen dennoch, Sligons Krieger zu besiegen, während Prinz Eisenherz Sligon zur Strecke bringt.

Zurück in Camelot wird Brack von Prinz Eisenherz als schwarzer Ritter entlarvt und der Verschwörung angeklagt. Es folgt ein erbitterter Schwertkampf auf Leben und Tod, bei dem Prinz Eisenherz als Sieger hervorgeht. Für seine Tapferkeit wird er anschließend von König Artus zum Ritter geschlagen. Da Gawain sich inzwischen in Ilene verliebt hat, steht dem gemeinsamen Glück von Prinz Eisenherz und Aleta nichts mehr im Weg.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eilean Donan Castle in Schottland, ein Drehort des Films

Henry Hathaways Verfilmung der 1937 erstmals erschienenen Comic-Serie von Hal Foster war einer der ersten Filme in CinemaScope. Ursprünglich sollte der Film der 20th Century Fox auch in 3D realisiert werden. Die Rolle des Gawain sollte eigentlich Victor Mature spielen. Er lehnte die Rolle jedoch ab und wurde daraufhin von 20th Century Fox suspendiert.[1] Gedreht wurde vom 16. Juli bis Mitte September 1953 in den Fox-Studios in Los Angeles, im San Fernando Valley und in Großbritannien, wo unter anderem das schottische Dorf Dornie sowie Alnwick Castle, Warwick Castle, Caernarfon Castle, Braemar Castle, Duart Castle und Eilean Donan Castle als Schauplätze des Films dienten. Für die Filmbauten waren Mark-Lee Kirk und Lyle R. Wheeler zuständig. Als Setdekorateure traten Stuart A. Reiss und Walter M. Scott in Erscheinung. Das Szenenbild und die Kostüme, für die Charles Le Maire verantwortlich war, wurden Hal Fosters Comic-Zeichnungen nachempfunden.[1]

Die Weltpremiere von Prinz Eisenherz fand am 2. April 1954 in Grauman’s Chinese Theatre in Los Angeles statt. In Deutschland kam der Film am 12. August 1954 in die Kinos. Am 25. Dezember 1975 wurde er erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films befand, dass der Film „[s]chauprächtige Unterhaltung“ biete.[2] Cinema bezeichnete ihn als „[s]targespickte, prachtvolle Comic-Adaption“.[3] Prisma sprach von einem „prächtig ausgestatteten und gut besetzten Mix aus Ritteraction und Abenteuerfilm“. Robert Wagner sei in einer seiner ersten Rollen „zu bewundern“ und James Mason überzeuge als Sir Brack.[4]

Bosley Crowther von der New York Times zufolge habe Regisseur Henry Hathaway zusammen mit seinem Produktionsteam einen Kostümfilm geschaffen, der „dem Geist und dem Look der Comic-Vorlage“ absolut gerecht werde.[5] Variety kam zu dem Schluss, dass der Film „etwas Überlänge“ habe. Dank der Regie, des Drehbuchs und der „umwerfenden Kulissen“ sei dies jedoch „akzeptabel“.[6]

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1954.[7]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Sir Brack James Mason Ernst Wilhelm Borchert
Prinzessin Aleta Janet Leigh Marion Degler
Prinz Eisenherz Robert Wagner Michael Chevalier
Sir Gawain Sterling Hayden Siegfried Schürenberg
Boltar Victor McLaglen Walther Suessenguth
König Aguar Donald Crisp Alfred Haase
König Artus Brian Aherne Paul Wagner
König von Ord Barry Jones Alfred Balthoff
Sir Kay Tom Conway Konrad Wagner
Anführer der Wikingerkrieger Neville Brand Martin Held
Erzähler Michael Rennie Heinz Petruo
Doktor Percival Vivian Eduard Wandrey

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b vgl. Notes auf tcm.com
  2. Prinz Eisenherz. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 2. März 2017.
  3. vgl. cinema.de
  4. vgl. prisma.de
  5. “For Director Henry Hathaway and his associates have whipped up this clanging costume film in precisely the spirit and the aspect of the comic-book original.” Bosley Crowther: ‘Prince Valiant’ Comes to the Roxy Theatre. In: The New York Times, 7. April 1954.
  6. “Although the picture comes in a bit overlength, the direction and Dudley Nichols’ scripting combine to bring it off acceptably against some rather dazzling settings.” Vgl. Review: ‘Prince Valiant’. In: Variety, 1954.
  7. vgl. synchrondatenbank.de