Pritschenwagen (Automobil)

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Pritschenwagen (Basis: Lastwagen von Magirus-Deutz)
Pritschenwagen (Basis: Kleintransporter von Mercedes-Benz)

Ein Pritschenwagen ist ein Lastwagen oder Kleintransporter mit ebener offener Ladefläche (der sogenannten Pritsche) hinten und einer Fahrerkabine vorn.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Lastwagen der Welt waren Pritschenwagen (hier ein Daimler-Lkw von 1898)

Die Geschichte des Pritschenwagens beginnt bereits im 19. Jahrhundert mit der Erfindung des Lastkraftwagens. Die ersten Lastwagen, die gebaut wurden, waren Pritschenwagen. Pritschenwagen spielen auch heute noch eine bedeutende Rolle im Nutzfahrzeugbau, da sie sehr multifunktional verwendbar sind. Ist die Ladepritsche kippbar ausgeführt, spricht man von einem Kipperfahrzeug.

Die Kombination aus Pkw und Nutzfahrzeug als Pritschenwagen wurde im Jahre 1934 im südaustralischen Geelong erfunden. Der Wagen wurde für einen Auftrag eines Bauern hergestellt. Seine Frau schrieb an die Ford Australia und bat um dem Bau eines mehrfunktionellen Wagens. Der Legende nach wollte sie ein Auto, das die Familie sonntags zur Kirche bringt, während ihr Mann samstags die Schweine zum Markt fahren wollte. Der Kompromiss bestand für die Ford-Werke darin, den ersten Pritschenwagen zu produzieren. Diesen Wagen nannte Henry Ford Kangaroo Chaser (Känguru-Jäger).

Seit Erfindung des Ute (Abkürzung für utility vehicle, Gebrauchsfahrzeug) hat er sich für Australien zu einem nationalen Symbol entwickelt. In Australien findet man meistens nur zwei deutlich unterscheidbare Formen. Eine sieht im Wesentlichen so aus wie ein normaler Kraftwagen, bloß mit der Ladefläche hinten. Ein Beispiel dafür ist der Holden Commodore SS Ute. Die andere ist viel höher und hauptsächlich als geländegängiger Lastwagen geeignet. Sie werden mit Allradantrieb und Zweiradantrieb hergestellt. Ein Beispiel dafür ist der Holden Rodeo.

In Deutschland markiert ein Werkstransporter im Wolfsburger Volkswagenwerk aus dem Jahr 1947 die Geburtsstunde des Pritschenwagens, der ab 1951 in die Serienproduktion des VW Transporters Typ 2 mündete.

Bauformen[Bearbeiten]

Die Doppelkabine, abgekürzt auch DoKa oder international als Double cab bezeichnet, bietet in der Regel zwei Sitzreihen für Fahrer und Mitfahrer, ist meist mit vier Türen ausgestattet (gelegentlich nur drei, wie bei der VW-Bus-Ableitung) und besitzt eine offene, im Vergleich zum Zweisitzer kürzere Ladefläche für Material und Werkzeug. Dieser Fahrzeugtyp wird in Mitteleuropa gerne von Handwerkern und Gartenbaubetrieben eingesetzt.