Privat-Brauerei Schmucker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Privat-Brauerei Schmucker GmbH
Rechtsform
Gründung 1780
Sitz Mossautal (Hessen)
Leitung Willy Schmidt
Mitarbeiterzahl ca. 90
Branche Bierbrauerei
Website www.schmucker-bier.de

Blick auf Ober-Mossau, im Tal die Brauerei-Gebäude der Privat-Brauerei Schmucker
Schmucker-Logo an einer Hausfassade in Stockheim (Michelstadt)
Schmucker-Stube in Beerfelden

Die Privat-Brauerei Schmucker GmbH ist eine Brauerei in Mossautal, Hessen, welche seit 2006 zur Paulaner Brauerei Gruppe (ehemals Brauholding International) gehört. Die Brauerei beschäftigt ungefähr 90 Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasst 18 Biersorten. Das Kerngebiet der Brauerei ist das Rhein-Main-Neckar-Dreieck zwischen Darmstadt, Heidelberg und Aschaffenburg. Der größte Absatz wird jedoch im Odenwald erzielt.

Einmal jährlich findet in Mossautal auf dem Brauereigelände das Schmucker Hoffest statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolaus Schönberger braute 1780 erstmals sein eigenes Bier für die „Brauerei-Gaststätte“ in Ober-Mossau. 1895 änderte sich der Name der Brauerei. Aus „Schöneberger Gut“ wurde die „Johann Gottlieb Schmucker“-Brauerei. 1921 übernahm Friedrich Gottlieb Schmucker die Brauerei. Unter seiner Führung wurde die Brauerei konsequent ausgebaut und nicht mehr ausschließlich als Zulieferbetrieb der eigenen Gaststätte gesehen. So wurde 1926 beispielsweise das Lager und der Gärkeller erweitert.

1932 jedoch machten sich die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auch im Mossautal bemerkbar – der Absatz ging um etwa die Hälfte zurück. Während der wirtschaftlichen Erholung 1934 bis 1939 wurde das Brauereigebäude aufgestockt, die Anlagen modernisiert, neue Kühlanlagen sowie ein halbautomatischer Fassfüller, ein neuer Filter, eine Flaschenwaschmaschine, Schrotmühle und andere Betriebsmittel zugekauft.

Während des Zweiten Weltkriegs und etwa bis 1948 war die Beschaffung von Hopfen und Malz erschwert. Während dieser „Dünnbierzeit“ war lediglich eine Stammwürze von maximal 1,7 % zulässig. 1948 übernahm Peter Lippmann die Geschäftsführung. 1958 begann die Brauerei als erste in Deutschland mit dem Bau einer Kläranlage. 1964 wurde die Kapazität des Sudhauses verdoppelt, 1973 eine neue Abfüllanlage installiert. 1978 kamen weitere technische Neuerungen hinzu: Fassreinigung, Fassabfüllung, Fassleergut- und Vollguthalle und eine neue Filtrationsanlage wurden gebaut. Im gleichen Jahr übergab Peter Lippmann die Geschäftsführung an seinen ältesten Sohn Friedrich Martin Lippmann. 1985 wurde das neue Sudhaus eingeweiht. 1993 wurde das neue Logistikzentrum in Betrieb genommen und der neue Flaschenkeller mit einer Kapazität von 50.000 Flaschen pro Stunde eingeweiht. 2002 wurden die neuen Gär-, Lager- und Filterbereiche fertiggestellt.

Aufgrund der hohen Investitionen kam die Brauerei in eine finanzielle Schieflage, im Januar 2006 übernahm die Brau Holding International 99,7 % der Anteile an der Brauerei, später dann auch die restlichen 0,3 %.

Seit 2018 befindet sich die Flaschenabfüllung der ebenfalls zur Paulaner Brauerei Gruppe gehörende Hoepfner Brauerei in der Brauerei Schmucker.[1]

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Markenlogo zeigt einen „Odenwälder Bauern“ in Männertracht und schwarzem Dreispitz, wie er um das Jahr 1900 zu festlichen Anlässen im Odenwald getragen wurde.

Bierausstoß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlicher Bierausstoß:

  • 1893: 180 hl
  • 1900: 1.500 hl
  • 1950: 5.000 hl
  • 1960: 50.000 hl
  • 1970: 95.000 hl
  • 1973: 100.000 hl
  • 1983: 150.000 hl
  • 1991: 200.000 hl
  • 2006: 160.000 hl[2]
  • 2012: 110.000 hl

Biersorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl von Biersorten:

Eine Besonderheit liegt im sehr weichen Brauwasser mit nur 1 Grad Deutsche Härte. Weiches Quellwasser ist eine besondere Eigenschaft des Buntsandstein-Odenwalds.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Privat-Brauerei Schmucker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lara Teschers: Manche Hoepfner-Biere kommen gar nicht mehr aus Karlsruhe. In: Badische Neueste Nachrichten. 9. September 2020, abgerufen am 8. Februar 2021.
  2. http://www.region-odenwaldkreis.de/ (Memento des Originals vom 18. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.region-odenwaldkreis.de
  3. Die DLG testet Bier
  4. DLG: 17 Brauereien mit dem Bundesehrenpreis 2010 für Bier ausgezeichnet