Private Hochschule

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In Deutschland ist eine private Hochschule eine Hochschule in privater Trägerschaft, die zur Vergabe akademischer Grade berechtigt ist. Zu den privaten Hochschulen zählen Privatuniversitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen. Nichtstaatliche Hochschulen in Trägerschaft einer Religionsgemeinschaft werden hingegen als kirchliche Hochschulen bezeichnet.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliche Anerkennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die staatliche Anerkennung privater Hochschulen ist im Hochschulrahmengesetz (HRG) des Bundes (HRG §70) sowie in den Hochschulgesetzen der Länder geregelt, wobei die Länder über das Hochschulrahmengesetz hinausgehende Regelungen treffen können. Die Zuständigkeit für die institutionelle Akkreditierung der nichtstaatlichen Hochschulen liegt beim Wissenschaftsrat.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 gab es in Deutschland 125 staatlich anerkannte Hochschulen in privater Trägerschaft an denen 156.000 Studierende eingeschrieben waren.[1]

Darunter befinden sich:

Von den 125 privaten Hochschulen werden 58 als GmbH und 47 als gGmbH geführt. Daneben werden private Hochschulen in der Rechtsform des Vereins (e. V.), der Aktiengesellschaft (AG) und als Stiftungshochschule geführt.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausgaben der privaten Hochschulen beliefen sich 2013 auf 919 Mio. Euro (ohne Hochschulkliniken in Gießen und Marburg). Nach einzelnen Ausgabearten betrachtet stellen die Personalausgaben mit 52 %, wie in den meisten Bildungseinrichtungen, die größte Ausgabenkategorie dar, gefolgt von den laufenden Sachausgaben (44 %) und den Investitionsausgaben (4 %). Die laufenden Ausgaben je Studierenden beliefen sich im Jahr 2013 bei den Hochschulen in privater Trägerschaft auf 5 690 Euro. [2]

Die Ausgaben öffentlicher und privater Hochschulen lassen sich nicht unmittelbar vergleichen, weil gravierende Unterschiede im Aufgabenprogramm, in der Fächerstruktur, in der Finanzierung und der Ausgabenabgrenzung bestehen. Private Hochschulen konzentrieren sich vielfach auf weniger kostenintensive geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer, sind grundsätzlich weniger forschungsintensiv. [3]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland war die 1980 gegründete AKAD Hochschule Rendsburg (jetzt AKAD Hochschule Pinneberg) die erste staatlich anerkannte private Fachhochschule, zwei Jahre später folgte die 1982 gegründete Universität Witten/Herdecke als erste private, aber staatlich anerkannte Universität. Der Anteil von Studierenden an privaten Hochschulen lag im Jahr 2010 bei etwa 5 %.

Am 14. Januar 2004 gründete sich in Heidelberg die Arbeitsgemeinschaft der privaten Hochschulen in Deutschland und im Mai desselben Jahres der Verband der Privaten Hochschulen e. V.[4] Über 70 Hochschulen sind dem Verband bisher offiziell beigetreten.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Österreich siehe: Privatuniversitäten in Österreich und Pädagogische Hochschulen in Österreich (private Pädagogische Hochschulen).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Private Hochschulen in Deutschland , WISTA-Ausgabe 1/2016 Seite 81
  2. Private Hochschulen in Deutschland, WISTA-Ausgabe 1/2016 Seite 82-83
  3. Bildungsfinanzbericht 2012. Statistisches Bundesamt, 12. Dezember 2012, abgerufen am 21. Juni 2013.
  4. Homepage des Verbands Privater Hochschulen