Private Rettungsdienstunternehmen in Deutschland

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Rettungswagen eines privaten Rettungsdienstunternehmens in Karlsruhe

Private Rettungsdienstunternehmen in Deutschland sind Unternehmen, die durch die Bereitstellung von Rettungswagen am öffentlichen Rettungsdienst beteiligt sind. Diese Unternehmen gehören nicht zu den in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe zusammengeschlossenen fünf großen Hilfsorganisationen, und sind im Gegensatz zu diesen nicht bundesweit tätig. Private Rettungsdienstunternehmen gibt es in der Rechtsform der GmbH, gGmbH, OHG oder des e. V.

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist der Rettungsdienst Ländersache. Jedes Bundesland legt im Rettungsdienstgesetz fest, wie und an wen der Rettungsdienst vergeben wird. Der bodengebundene Rettungsdienst wird durch die Feuerwehr, die Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK/BRK, JUH, und MHD), kommunale Rettungsdienste, die Bundeswehr und private Rettungsdienstunternehmen durchgeführt. Dabei wurden laut BKS durch private Unternehmen 2010 von circa 6000 Mitarbeitern rund 380 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.[1] Neben Unternehmen, die im Rettungsdienst tätig sind, gibt es auch private Krankentransportunternehmen, welch Krankentransportwagen betreiben, aber nicht an der Notfallrettung beteiligt sind. Weiterhin gibt es auch kommunale Rettungsdienstunternehmen, wie die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein. Über das Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e. V. kann der Katastrophenschutz des Bundes durch private Unternehmen unterstützt werden.

Große Rettungsdienstunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das größte in Deutschland tätige Unternehmen ist die dänische Falck-Unternehmensgruppe. In Deutschland betreibt Falck 470 Fahrzeuge an 60 Wachen, welche mit 2.500 Mitarbeitern besetzt werden.[2] Zu Falck gehören seit 2013 auch die Gemeinnützige Ambulanz und Rettungsdienst GmbH und die promedica Rettungsdienst GmbH.
  • Die 1985 gegründete Aicher Ambulanz Union stellt 13 Rettungswagen in München und beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen.[3]
  • Die MKT Krankentransport OHG wurde 1985 gegründet und beschäftigt in ihren fünf Unternehmen rund 700 Mitarbeiter. Sie stellt Rettungswagen in fünf bayerischen Städten[4]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Europäische Gerichtshof hat im März 2019 nach einer Klage von Falck entschieden, dass die Rettungsdienstvergabe ohne öffentliche europaweite Ausschreibung an gemeinnützigen Organisationen stattfinden kann, da es sich um einen Bereich der Gefahrenabwehr handelt und damit eine Bereichsausnahme bei der Auftragsvergabe möglich ist. (Rechtssache C-465/17)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LP02 — Zahlen Daten Fakten – BKS | Bundesverband. Abgerufen am 31. Juli 2019 (deutsch).
  2. Portrait. Abgerufen am 31. Juli 2019 (deutsch).
  3. Seit 30 Jahren im Münchner Rettungsdienst. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  4. Fakten. Abgerufen am 31. Juli 2019.