Privateer 2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Privateer 2: The Darkening
Privateer2-logo.jpg
StudioVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Electronic Arts Manchester
PublisherVereinigte StaatenVereinigte Staaten Electronic Arts
Leitende EntwicklerErin Roberts
Erstveröffent-
lichung
13. Dezember 1996
PlattformPC (DOS, Win)
GenreWeltraum-Flugsimulation
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungTastatur & Maus, Joystick
Systemvor-
aussetzungen
MediumCD-ROM, Download
SpracheEnglisch, Deutsch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Privateer 2: The Darkening ist eine Weltraum-Flugsimulation für PC und der direkte Nachfolger zu Wing Commander: Privateer. Das Spiel wurde von EA Manchester entwickelt und am 13. Dezember 1996 veröffentlicht. Es übernimmt von seinem Vorgänger das an Elite angelehnte Spielprinzip von Weltraumhandel und -kämpfen in Verbindung mit einem für die Wing-Commander-Reihe typischen, filmisch inszenierten Handlungsstrang. Allerdings fehlen im Gegensatz zum Vorgänger typische Anknüpfungspunkte an das Wing-Commander-Universum, weshalb das Spiel in der Serie eigenständig dasteht. Für das Konzept und die Projektleitung zeichnete Erin Roberts, Bruder des Wing-Commander-Schöpfers Chris Roberts, verantwortlich.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privateer 2 ist ein Weltraumhandels-Spiel mit einer starken Hintergrund-Geschichte. Die Handlung spielt im sogenannten Tri-System, bestehend aus den Sonnensystemen Irrulan, Issac und Hom. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Lev Arris, dargestellt von Clive Owen, der als einziger einen Angriff auf ein Frachtschiff überlebt und seitdem an Amnesie leidet. Um seine Erinnerungslücken zu schließen, macht sich Arris auf die Suche nach seiner Vergangenheit.

Die Geschichte wird wie bei Wing Commander III und Wing Commander IV anhand von Filmzwischensequenzen erzählt. Darsteller sind unter anderem John Hurt, Clive Owen, Jürgen Prochnow und Christopher Walken. Allerdings spielt die Handlung nicht im klassischen Wing-Commander-Universum,[1] typische Wesen wie die Kilrathi oder bekannte Techniken der anderen Serienteile kommen nicht vor.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler steuert das Spiel aus der Egoperspektive, neben dem Joystick können alternativ auch Maus und Tastatur als Eingabegerät verwendet werden. Als Raumjäger stehen 18 unterschiedliche Modelle zur Auswahl, die der Spieler bei entsprechendem Kontostand erwerben kann. Seinen Lebensunterhalt verdient sich die Spielfigur entweder als Pirat oder Händler. Als Händler kann Arris zwischen 18 Monden und Planeten, sowie zahlreichen Raumstationen pendeln und legale wie illegale Waren erwerben oder verkaufen. Für den Transport muss er einen Frachter anmieten, der von ihm auf dem Flug zum Zielpunkt vor Piraten beschützt werden muss. Um sich einen Vorteil zu verschaffen, kann aus einem Pool ein Begleitpilot engagiert werden. Dabei wird zwischen erfahrenen Piloten und Anfängern unterschieden, deren Flugverhalten variiert. Der Spieler kann auch verschiedene Sondermissionen übernehmen, etwa Patrouillen- oder Eskortmissionen, die Bergung von hilflos im All treibenden Rettungskapseln oder Kampfeinsätze gegen Mitglieder der insgesamt vier Piratenclans. Neben den Piraten operieren im Trisektor außerdem noch Militär und die Polizeieinheit CIS als größere Fraktionen.[2]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel entstand nicht bei Origin Systems, sondern wurde durch das von Erin Roberts ins Leben gerufene Studio EA Manchester entwickelt.[1] Wie beim Vorgänger fungierte Erin Roberts als Produzent, das Drehbuch wurde von der Schriftstellerin Diane Duane entworfen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Spielwelt deutlich verkleinert, die seit Wing Commander III serientypischen FMV-Videosequenzen mit rund 60 Schauspielern ersetzten die Animationen in Spielegrafik. Das Entwicklungsbudget lag bei etwa fünf Millionen US-Dollar. Das Spiel verwendete eine neue Grafikengine, die erstmals in der Seriengeschichte auch Lens Flare beherrschte, aber auch eine SVGA-Grafikkarte voraussetzte.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel erschien nach längerer Verzögerung, unter anderem wegen anhaltender Arbeiten an der Grafikengine, im Dezember 1996.[2] Es erschien neben der Standardversion zusätzlich in einer Special Edition, die zusätzlich den Vorgänger Wing Commander: Privateer inklusive Erweiterung Righteous Fire beinhaltete.[3]

Privateer 2 wurden am 19. September 2013 über den digitalen Distributor gog.com wiederveröffentlicht.[4]

Fans veröffentlichten 2013 einen inoffiziellen Patch um verbliebene Probleme nach dem letzten offiziellen Entwickler-Patch zu beheben.[5]

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Ser Lev Arris Clive Owen Frank Muth
Xavier Shondi Jürgen Prochnow Jürgen Prochnow
Joe Kane John Hurt Horst Raspe
David Hassan Christopher Walken Reinhard Brock
Canera Captain David McCallum Dieter Memel
Rhinehart David Warner Franz Rudnick
Melissa Banks Mathilda May Michèle Tichawsky
Assassine Amanda Pays
Onkel Kashumai Brian Blessed Manfred Erdmann

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Privateer 3 Pitches 1997.[6]

Es wurden wiederholt Versuche von EA-Projektteams durchgeführt ein Privateer 3- Projekt vom EA Management absegnen zu lassen, der erste Versuch war 1997.[6][7] Ein weiterer Versuch wurde im Jahr 2000 gestartet, der sich nicht durchsetzen konnte.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel erhielt überwiegend sehr gute Kritiken.

Wertungsspiegel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Greg Kasavin: Privateer 2: The Darkening (englisch) In: GameSpot. CNET. 6. Februar 1997. Abgerufen am 1. April 2012.
  2. a b c Roland Austinat: Privateer 2: The Darkening. (Artikelscan) In: PC Player. Nr. 12/1996, Dezember 1996, S. 72-77.
  3. a b c Peter Steinlechner: Privateer 2: The Darkening - Dunkle Deals. (Artikelscan) In: Power Play. Nr. 12/1996, Dezember 1996, S. 138-142.
  4. Privateer 2 the darkening auf gog.com (englisch)
  5. WC news stuff: New Privateer 2 Patch Adds Deinterlace Feature & Numerous Fixes (englisch) wcnews.com. 1. Oktober 2013. Abgerufen am 27. November 2013: „The release of Privateer 2 on GOG recently provided us with the perfect opportunity to release a project that's been in various stages of development for a while. We've been working on a Privateer 2 patch and are pleased to present the initial "beta" version to everyone. This patch will update your gamefiles to a Windows version with a number of bugfixes and minor enhancements, not the least of which include removing the interlacing from the FMV.
  6. a b The Grand Daddy of Privateer 3 Concepts (englisch) wcnews.com. 12. Oktober 2012. Abgerufen am 2. Dezember 2013: „we have an exciting new Privateer 3 document available! [...] Historically speaking, this is the first Privateer 3 proposal, put together by the Loose Cannon team during the development of Wing Commander Prophecy in 1997. This version of the game is very different from the Privateer 3: Retribution story and concept you may be familiar with.
  7. Privateer 3 Pitch Document Restored (englisch) wcnews.com. 11. Oktober 2011. Abgerufen am 2. Dezember 2013.
  8. Document Archive: Privateer 3 Pitch (englisch) wcnews.com. 11. August 2013. Abgerufen am 2. Dezember 2013: „This glossy pitch for Privateer 3 was crafted in 2000 for the eyes of Electronic Arts executives. Printed in full color, this massive document was signed by the entire team. Unfortunately, it wasn't enough to convince EA that the team with ten years of space combat experience was a better match for building an online space game than the team responsible for Command and Conquer.
  9. a b c PC Games Database: Privateer 2 - Pressespiegel. Abgerufen am 2. April 2012
  10. Wing Commander. www.origin.ea.com. 30. März 1997. Archiviert vom Original am 30. März 1997. Abgerufen am 30. Juli 2011.