Produktinnovation

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Die Produktinnovation ist das Entwickeln eines neuen Produktes, um einerseits dem technischen Fortschritt gerecht zu werden, aber auch um auf jeden Fall die Bedarfsverschiebung auf Seite der Nachfrager zu kompensieren. Bei der Produktinnovation handelt es sich um ein vermarktungsfähiges Produkt/Dienstleistung, welches am Markt absolut oder relativ neu ist, während unter Verfahrensinnovation eine neue Methode zur Erstellung eines marktfähigen Angebotes verstanden wird, die selbst nicht marktfähig ist.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Notwendigkeit zur Produktinnovation liegt in der Veränderung von Nachfragerpräferenzen und im Erscheinen technologischer Trends. Die Produktinnovation kann nach verschiedenen Kriterien unterschieden und klassifiziert werden.

Marktinnovation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Marktinnovation versteht man, dass ein entsprechendes Angebot erstmals am Markt verfügbar ist. Dafür wurde auch der Begriff „absolute Innovation“ geprägt.

Unternehmensinnovation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensinnovation bezeichnet ein Angebot, das nur für das betreffende Unternehmen selbst neuartig ist, nicht jedoch für den Markt an sich. Man spricht in diesem Fall auch von „relativer Innovation“.

Unterscheidung nach Innovationsneigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Innovationsneigung kann in Vorreiterverhalten (mit der Chance auf eine Abschöpfungspreisstrategie aber dem größten Risiko der Sunk Costs wegen der größten Ungewissheit über die weitere Marktentwicklung/Markterfolg eines Angebotes), das Verhalten des Frühen Folgers (mit der Chance eines geringeren Risikos weil Fehler des Pioniers vermieden werden können und dem Nachteil der Überwindung von Marktbarrieren sowie Strategieausrichtung am Innovator), jenes des Modifikators (mit der Chance auf Besetzung einer Marktnische aber den Risiken geringer Spielräume und hoher Markteintrittsbarrieren), sowie jenes des Nachzügler (gekennzeichnet durch die geringsten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und kleinste Marktrisiken sowie der Gefahr der Preiskämpfe) unterscheiden.

Produktverschlechterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert kennt man auf Märkten für Massengüter die Strategie der gezielten Qualitätsverschlechterung (frz. „falsification“[1]) des angebotenen Produkts und/oder des benutzten Herstellverfahrens, um zu einem möglichst niedrigen Marktpreis die Konkurrenz aus dem Felde schlagen zu können. Pierre-Joseph Proudhon führte als Beispiel hierfür gerne den Wein an, welcher erst durch derlei Methoden dem Massenkonsum zugänglich gemacht wurde. [2] Während bei der Produktverschlechterung häufig eine rechtliche Grauzone sowie tatsächlich existierende Lücken in Systemen der Qualitätskontrolle ausgenutzt werden, ist die aus ähnlichen Motiven verwandte Strategie der Produktfälschung stets gesetzlich verboten.

Eine besondere Form der Produktverschlechterung ist die geplante Obsoleszenz.

Siehe auch: Produktpolitik

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So kennt zum Beispiel Luxemburg ein Gesetz mit dem Titel Loi du 6 avril 1881 sur la falsification des denrées et boissons alimentaires
  2. Pierre-Joseph Proudhon: Système des contradictions économiques, ou philosophie de la misère. Oeuvres Complètes, Bd. I, hrg. von C. Bouglé et H. Moysset, Genf Paris 1982, S. 187f

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Gausemeier: Produktinnovation. Strategische Planung und Entwicklung der Produkte von morgen. München 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]