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Progymnasium

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Ein Progymnasium oder ein Untergymnasium ist meist eine Sonderform des Gymnasiums.[1] Der Begriff hat in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bedeutungen.

Ein Progymnasium ist in Deutschland ein allgemeinbildendes Gymnasium, meist im ländlichen Raum, das jedoch nicht voll ausgebaut ist, also nicht alle Klassenstufen eingerichtet hat; es endet meist nach der 10. Klasse.[1] Dies ändert sich auch nicht mit der Rückkehr einiger Bundesländer in Deutschland zum Gymnasium mit 13 Klassenstufen, z. B. Baden-Württemberg ab 2025/26.[2] Das Progymnasium muss weiterhin keine 11. Jahrgangsstufe anbieten, so dass die Schüler mit dem Versetzungszeugnis die Möglichkeit haben, an ein voll ausgebautes Gymnasium oder ein berufliches Gymnasium zu wechseln und dort das Abitur zu absolvieren.[1]

Der Vorteil der Progymnasien liegt in ihrem kleinen Umfang, der oft die Schülerzahl von 250 nicht übersteigt.

Progymnasien findet man meist in kleineren Orten, um den Schulweg der Schüler zu verkürzen und erträglich zu gestalten. Ein Ausbau zur Oberstufe wird von einigen Progymnasien angestrebt oder ist bereits umgesetzt.

In der Vergangenheit wurde der Begriff auch für neu gegründete Gymnasien verwendet, die erst nach und nach aufgebaut wurden, d. h. es wurde zunächst die erste Klassenstufe (Sexta) eingerichtet und die höheren Klassenstufen erst jeweils durch die weitere Versetzung dieses Schülerjahrgangs gebildet. Erst wenn der erste Jahrgang das Abitur erreicht hatte, waren alle Klassenstufen vorhanden.

Im 19. Jahrhundert gab es auch häufig Progymnasien, die mit sieben – später sechs – Schuljahren den oberen Klassen als eine Art Vorschule vorgeschaltet waren. Diese gymnasialen Proanstalten bestanden immer dort, wo das Schüleraufkommen für ein Fortführen bis zum Abitur zu gering war.[3]

Das Progymnasium oder Untergymnasium ist in der Schweiz jener Teil der gymnasialen Schulbildung, der noch während der obligatorischen Schulzeit verläuft. Siehe dazu Kantonsschule.

In Litauen ist das Progymnasium (progimnazija) eine allgemeinbildende Schule mit acht Klassenstufen.

  • Ludwig Adolf Wiese: Das höhere Schulwesen in Preussen. Historisch-statistische Darstellung. 2. Auflage. Wiegandt & Grieben, Berlin 1869, S. 72–74 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).

Einzelnachweise

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  1. a b c Ministerin: Rückkehr zu G9 ändert wenig für die Progymnasien. In: Staatsanzeiger BW. 26. November 2024, abgerufen am 2. März 2026.
  2. Innovationen in „G9 neu“. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, abgerufen am 2. März 2026.
  3. Gisela Teistler: Skizze zur deutschen Schulgeschichte bis 1945. In: Internationale Schulbuchforschung. Band 13, Nr. 4. Hahn, Hannover 1991, S. 409–410, JSTOR:43055872.