Project Loon

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Ballon bei einer Projektveranstaltung

Das Project Loon entstand als Forschungsprojekt des US-amerikanischen Unternehmens Alphabet Inc.[1] zur Versorgung abgelegener Gegenden mit Internet.[2] Da der Aufwand in solchen Gebieten für ein terrestrisches Netz zu groß wäre, hält ein Gasballon solarbetriebene Relaisstationen in der Stratosphäre.[3] Das Vorhaben wurde von der firmeneigenen Forschungsabteilung X geleitet.[4] Im Juli 2018 wurde Loon als eigenständiges Unternehmen aus der Forschungsabteilung ausgelagert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Juni 2013 wurde das Projekt über Neuseeland mit 30 Ballons getestet. Ca. 50 Einwohner der Stadt Christchurch durften an dem Test teilnehmen.[5] Im Mai 2014 gab es einen erneuten Test in Brasilien.[6] Ein endgültiger Test des Ballons erfolgte über der südlichen Hemisphäre mit einem Rekordflug über 187 Tage.[7]

Am 30. Juli 2015 gab Sri Lanka bekannt, dass es das erste Land ist, das einen landesweiten Internetzugang durch Project Loon erhält.[8]

Der erste Einsatz von Loon erfolgte im Oktober 2017 in dem US-amerikanischen Außengebiet Puerto Rico, nachdem der Hurrikan Maria die Telefonverbindung für einen Großteil der 3,4 Millionen Bewohner der Insel zerstört hatte.

Anfang 2019 wird in Kooperation mit der Telkom Kenya ein Mobilfunknetz mit den solarbetriebenen Heliumballons eingerichtet.[9]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um unabhängig vom Wetter agieren zu können und keine Gefahr für den Flugverkehr darzustellen, sollen die Project Loon Ballons bis auf eine Höhe von 20 km über dem Erdboden aufsteigen. In dieser Höhe ändert sich die Windrichtung bereits bei wenigen Metern Höhenunterschied, sodass die Ballons durch Auf- und Absteigen gezielt ihre Flugrichtung beeinflussen können. Ein von Google entwickelter Algorithmus soll hierbei garantieren, dass der Ballon vollkommen autonom agieren kann und abhängig von der gewünschten Flugrichtung selbstständig auf- und absteigt. Gleichzeitig sollen die Ballons fähig sein untereinander zu kommunizieren, um somit automatisch ein komplettes Kommunikationsnetzwerk aufbauen zu können.[10]

Aufgrund des geringen Luftdrucks und des fehlenden Schutzes vor UV-Strahlung in der Stratosphäre bedarf es einer speziellen Konstruktion bei der Entwicklung der Ballons. So besteht die Hülle jedes Ballons aus einem speziellen Kevlar-Gemisch und ist drei Millimeter dick.[11] Die Ballons sind zwölf Meter hoch und 15 Meter breit.[10] Um bei einem Notfall keine Gefahr für Menschen darzustellen, besitzt jeder Ballon des Loon Projekts einen Fallschirm.

Die Energieversorgung garantieren mehrere Solar-Zellen, die bis zu 100 Watt bereitstellen können. Um auch in der Nacht funktionsfähig zu sein, wird eine Batterie benutzt. Die aktuelle Reichweite in der ein Ballon Internet über LTE bereitstellen kann, beträgt 40 km.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Project Loon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PCWelt: Google-Ballon "Loon" umrundet die Erde. Abgerufen am 15. April 2014.
  2. Tagesspiegel: Internet aus den Wolken. Abgerufen am 15. April 2014.
  3. a b Google: Loon. Abgerufen am 11. Juli 2018.
  4. Chip: Project Loon: Google-Ballon umrundet die Erde. Archiviert vom Original am 16. April 2014; abgerufen am 15. April 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chip.de
  5. SpiegelOnline: Ballon-Projekt: Google testet fliegende Internetverbindung. Abgerufen am 15. April 2014.
  6. Nick Summers: Google celebrates Project Loon’s birthday with first LTE experiments and launch near the equator. The Next Web, 16. Juni 2014, abgerufen am 1. Mai 2015 (englisch).
  7. Tom Simonite: Google-Projekt Loon: Letzte Tests mit den Internet-Ballons. Heise, 7. April 2015, abgerufen am 1. Mai 2015.
  8. Drew Olanoff: Google Loon To Cover Entire Country Of Sri Lanka With Internet. TechCrunch, 30. Juli 2015, abgerufen im 30. Juli 2015 (englisch).
  9. Google-Mutter Alphabet: Kenia bekommt Handynetz aus Heliumballons. In: Spiegel Online. 20. Juli 2018, abgerufen am 22. Juli 2018.
  10. a b Gordon Ecco: Google Loon: Internet für die Welt. Bluemind.tv, 21. April 2015, abgerufen am 1. Mai 2015.
  11. Will Oremus: Not As Loony As It Sounds. Slate, 2. Dezember 2014, abgerufen am 1. Mai 2015 (englisch).