Propoxur

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Strukturformel
Strukturformel von Propoxur
Allgemeines
Name Propoxur
Andere Namen
  • 2-Isopropoxyphenyl-N-methylcarbamat
  • 2-(1-Methylethoxy)phenylmethylcarbamat
  • Blattanex
  • Rhoden
  • Baygon
  • Arprocarb
  • Unden
Summenformel C11H15NO3
CAS-Nummer 114-26-1
Kurzbeschreibung

weißer bis gelb-brauner, kristalliner Feststoff mit charakteristisch phenolartigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 209,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,18 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

90,7 °C[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)[3], ggf. erweitert[2]
06 – Giftig oder sehr giftig 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​410
P: 273​‐​301+310​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [6]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 25​‐​50/53
S: (1/2)​‐​37​‐​45​‐​60​‐​61
MAK
Toxikologische Daten

41 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Propoxur ist ein als Fraß- bzw. Kontaktgift eingesetztes Insektizid und Akarizid, das zur Klasse der Carbamate gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung wurde 1961 von der Chemiefirma Bayer AG auf den Markt gebracht.[1]

Verwandte Verbindungen und Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine abgeleitete Verbindung ist 2-Isopropoxyphenol (C9H12O2, CAS 4812-20-8), aus der durch Zugabe von Methylisocyanat, unter katalytischer Zuhilfenahme von Triethylamin, der Wirkstoff Propoxur synthetisiert werden kann.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Propoxur wurde unter anderem als Schädlingsbekämpfungsmittel in der Landwirtschaft und im häuslichen Bereich, sowie als Mittel gegen Flöhe bei Hunden und Katzen (Darreichungsformen sind Beispielsweise Puder, Halsbänder, Sprays und Shampoo) verwendet.

Zulassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juni 2009 ist die Entscheidung 2009/324/EG der europäischen Kommission vom 14. April 2009 gültig, die im Rahmen der europäischen Biozidgesetzgebung verabschiedet wurde. Darin wurde die Nichtaufnahme für den Wirkstoff Propoxur für die Produktart 18 (Insektizide, Akarizide und Produkte gegen andere Arthropoden) beschlossen. Es wurde eine Abverkaufsfrist von 12 Monaten eingeräumt, die am 31. Mai 2010 endete. Seit diesem Datum dürfen Biozidprodukte, die Propoxur enthalten und der Produktart 18 angehören, nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.[8]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Zulassung als Pflanzenschutzmittel.[9]

Toxikologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere letale Dosis (LD50) für Ratten liegt bei oraler Aufnahme bei etwa 50 mg je Kilogramm Körpergewicht. Bei Überdosierung kann es bei behandelten Tieren zu neurologischen Symptomen kommen. Das Antidot ist Atropin.[10]

Über kanzerogene Wirkungen von Propoxur liegen keine Berichte vor. In Tierversuchen zeigte Propoxur bei hoher Dosierung eine teratogene Wirkung.[11]

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiltix, Bolfo, Trixie

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Proxopur (Enius).
  2. a b c d e Eintrag zu Propoxur in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 5. Juni 2008 (JavaScript erforderlich).
  3. Eintrag zu Propoxur im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. a b Datenblatt Propoxur bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 114-26-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  7. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  8. Entscheidung der Kommission vom 14. April 2009 über die Nichtaufnahme bestimmter Wirkstoffe in Anhang I, IA oder IB der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten.
  9. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Fenitrothion in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen Österreichs und Deutschlands; abgerufen am 3. März 2016.
  10. Eintrag zu Propoxur bei Vetpharm, abgerufen am 5. August 2012.
  11. EXTOXNET: Propoxur. Stand Juni 1996.