Propyläen Kunstgeschichte

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Die Propyläen Kunstgeschichte (häufig abgekürzt: PKG) ist ein deutschsprachiges Standardwerk zur Kunstgeschichte und Archäologie, das im Propyläen Verlag erschienen ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Propyläen Kunstgeschichte in 24 Bänden von 1923 bis 1944 verlegt. Die Erstausgabe umfasste eine Auflage von 5.000 Exemplaren.[2]

Eine weitere Ausgabe in 18 Bänden erfolgte von 1966 bis 1983. Herausgeben wurden sie unter Beratung von Kurt Bittel, Jan Fontein, Harald Keller, Fritz Novotny, Otto von Simson, Wolfgang Fritz Volbach, Stephan Waetzoldt und Rudolf Zeitler. Diese Ausgabe wurde 1984–85 nachgedruckt. 1990 brachte der Verlag eine zwölfbändige verbilligte Sonderausgabe heraus (ISBN 3-54905113-1).

Sie gilt bis heute als das umfassend fundierte Werk über die Entwicklung der Kunst in der Geschichte Europas und der Welt in deutscher Sprache.[3] Jeder Band besteht aus einer ca. 150 Seiten langen Einleitung, die in die Geschichte der jeweiligen Epoche einführt und deren kunsthistorische Besonderheiten in differenzierten Aspekten in Form einzelner Artikel verschiedener Autoren beleuchtet werden. Daran schließt sich ein Tafelteil mit ca. 400 Schwarzweiß-Abbildungen und etwa 60 Farbtafeln an, die ihrerseits wiederum mit Begleittexten und Künstlerviten von insgesamt ca. 250 zweispaltigen Seiten erläutert werden und mit weiterführenden Literaturangaben versehen sind. Den Abschluss bildet in jedem Band ein ausführlicher Anhang mit Bibliografie und Register.

Gliederung des Werks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk umfasst in der ab 1966 erschienenen zweiten Ausgabe 18 Bände, 5 Supplementbände und 3 Sonderbände.

Das Hauptwerk gliedert sich in zwei Abteilungen. Die erste Abteilung umfasst 12 Bände und befasst sich mit der Kunst der klassischen Welt, des Mittelalters und des Abendlandes. Die zweite Abteilung umfasst 6 Bände und befasst sich mit der außereuropäischen und prähistorischen Kunst.

  1. Karl Schefold: Die Griechen und ihre Nachbarn, 1967
  2. Theodor Kraus: Das römische Weltreich, 1967
  3. Wolfgang Fritz Volbach und Jacqueline Lafontaine-Dosogne: Byzanz und der christliche Osten, 1968
  4. Janine Sourdel-Thomine und Bertold Spuler: Die Kunst des Islam, 1968
  5. Hermann Fillitz: Das Mittelalter I, 1969
  6. Otto von Simson: Das Mittelalter II: Das Hohe Mittelalter, 1972
  7. Jan Białostocki: Spätmittelalter und beginnende Neuzeit, 1967
  8. Georg Kauffmann: Die Kunst des 16. Jahrhunderts, 1970
  9. Erich Hubala: Die Kunst des 17. Jahrhunderts, 1970
  10. Harald Keller: Die Kunst des 18. Jahrhunderts, 1971
  11. Rudolf Zeitler: Die Kunst des 19. Jahrhunderts, 1966
  12. Giulio Carlo Argan: Die Kunst des 20. Jahrhunderts 1880-1940, 1977
  13. Machteld J. Mellink und Jan Filip: Die frühen Stufen der Kunst, 1975
  14. Winfried Orthmann: Der alte Orient, 1975
  15. Claude Vandersleyen: Die Kunst Ägyptens, 1975
  16. Herbert Härtel und Jeannine Auboyer: Indien und Südostasien, 1971
  17. Jan Fontein und Rose Hempel: China, Korea, Japan, 1968
  18. Gordon R. Willey: Das Alte Amerika, 1974

Hinzu treten die 1977 bis 1980 erschienenen 5 Supplementbände

  1. Beat Brenk: Spätantike und frühes Christentum, 1977
  2. Edward Lucie-Smith: Kunst der Gegenwart, 1978
  3. Elsy Leuzinger: Kunst der Naturvölker, 1978
  4. Helmut Roth: Kunst der Völkerwanderungszeit, 1979
  5. Bernward Deneke: Europäische Volkskunst, 1980

Ferner erschienenen drei Sonderbände:

  1. Friedrich H. Hofmann: Das Porzellan der europäischen Manufakturen, 1980
  2. Adolf Feulner: Kunstgeschichte des Möbels, 1980
  3. Helmut Gernsheim: Geschichte der Photographie. Die ersten 100 Jahre, 1983

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kleine Geschichte eines großen Verlages. - Der Propyläen Verlag.
  2. Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. S. 475.
  3. Renate Prochno: Das Studium der Kunstgeschichte: eine praxisbetonte Einführung. Akademie Verlag, 2003, ISBN 3-05-003406-8, S. 132 u. S. 152. online