Proschim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Proschim
Prožym
Stadt Welzow
Koordinaten: 51° 33′ 8″ N, 14° 11′ 21″ O
Höhe: 114 m ü. NN
Einwohner: 340 (2006)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 03119
Vorwahl: 035751
Schule von Proschim
Schule von Proschim

Proschim, niedersorbisch Prožym, ist ein Ortsteil von Welzow im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Proschim liegt in der Niederlausitz unmittelbar an der Grenze zu Sachsen und zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Umliegende Ortschaften sind Welzow im Norden, die zur sächsischen Gemeinde Elsterheide gehörenden Ortsteile Bluno im Südosten und Klein Partwitz im Süden sowie die zur Gemeinde Neu-Seeland gehörenden Ortsteile Lieske im Westen und Bahnsdorf im Nordwesten.

Durch Proschim verläuft die Landesstraße 522 nach Welzow und Neupetershain sowie die Kreisstraße 7121, durch die der Ort an die etwa fünf Kilometer südwestlich verlaufende Bundesstraße 156 angebunden ist. Nordwestlich von Proschim liegt der Braunkohletagebau Welzow-Süd.

Zu Proschim gehören die Wohnplätze Karlsfeld (Karlowe pólo) und Zollhaus (Cłonica).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Proschims erfolgte im Jahr 1527 als „Prosemer heide“. Die Bedeutung des Namens ist unklar.[1] In dem Dorf wurde um 1800 die erste Schule gegründet und 1907 das erste gemeindeeigene Schulgebäude errichtet. In den Jahren 1898 bis 1903 verkauften die ersten Grundstücksbesitzer Land an Braunkohleabbaugesellschaften. Von 1914 bis 1919, mit Unterbrechungen während des Ersten Weltkriegs, wurde die erste Proschimer Kirche gebaut und 1919 eingeweiht. Schon 1917 begann man auf Flächen des Ortes die erste Braunkohle abzubauen.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden durch Gefechte mehrere Häuser von Proschim schwer beschädigt oder zerstört. In den Nachkriegsjahren wurden sie wieder aufgebaut.

Nach dem Wiener Kongress kam Proschim als Teil der Niederlausitz an das Königreich Preußen. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Spremberg im Bezirk Cottbus zugeschlagen. Nach der Wende lag Proschim im Landkreis Spremberg in Brandenburg. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 wurde Proschim schließlich dem neu gebildeten Landkreis Spree-Neiße zugeordnet. Am 26. Oktober 2003 wurde Proschim nach Welzow eingemeindet.[2]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vattenfall GmbH will in den Jahren nach 2014 mit einer Wiederaufnahme des Braunkohleabbaus auf den Gemarkungen von Proschim beginnen, was in Folge eine Devastierung des Ortes bedeutet. Das Dorf soll daher im Rahmen des Tagebau Welzow-Süd umgesiedelt werden.[3] Die im Dorf lebenden Mitarbeiter von Vattenfall sind tendenziell für die Umsiedlung, die örtlichen Landwirte dagegen.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Proschimer Kirche
  • Kirche von Proschim, Einweihung im November 1919
  • „Alte Mühle“ Proschim mit Ausstellung zur Traditionellen Landtechnik und Bäuerlichen Lebensart

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Proschim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 135.
  2. Proschim in der Datenbank des Vereins für Computergenealogie. Abgerufen am 6. Juni 2017.
  3. Elke Tschernokoshewa: Sorbisches Institut (Hrsg.): gl.berlin-brandenburg.de Sorbische Identität und Kultur in der Ortslage Proschim (Prožym) mit Karlsfeld. (deutsch, pdf), gl.berlin-brandenburg.de, Bautzen 2011, S. 161 (Zugriff am 8. März 2014).
  4. Eva-Marie Kogel: Wie ein Dorf der Braunkohle geopfert werden soll. welt.de, 24. Juli 2014, abgerufen am 24. Juli 2014