Prosencephalon

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Mit Prosencephalon oder Vorderhirn wird ein großer Bereich des Gehirns von Wirbeltieren bezeichnet, der schon während der frühen Embryogenese angelegt wird.

Stadien in der Embryogenese des Gehirns: Das vordere Neuralrohr entwickelt sich zunächst zu den Anlagen des Prosencephalon, Mesencephalon und Rhombencephalon (linke Bildhälfte, ungefähr 5. Woche). Anschließend differenziert das Prosencephalon in Telencephalon und Diencephalon (siehe rechte Bildhälfte), die sich danach weiter differenzieren (nicht illustriert).

Das Prosencephalon entsteht aus dem vordersten Anteil des Neuralrohrs und differenziert sich weiter in

Anatomen und Neurowissenschaftler verwenden die Begriffe Vorderhirn und Großhirn zumeist differenziert, wobei unter „Großhirn“ dann Anteile des Telencephalon verstanden werden.

Die Zusammenfassung von Telencephalon und Diencephalon zum Prosencephalon ergibt sich neben den funktionellen Beziehungen auch aus der Embryologie sowie der Stammesgeschichte. Bei Chordatieren entsteht das Gehirn aus den vorderen Anteilen des Neuralrohrs. Sie bilden – als kennzeichnende Merkmale – Hirnbereiche, in denen die vor der Mundbucht angelegten chemorezeptiven (des Geruchssinns, olfaktorisch) und photorezeptiven (des Gesichtssinn, optisch) Fernsinnesorgane repräsentiert werden, im Telencephalon bzw. im Diencephalon.

Die regional unterschiedlichen Wachstumsprozesse des vorderen Neuralrohrs führen zunächst zu einem Stadium mit zwei Hirnbläschen, dann zu dem 3-Bläschenstadium mit Prosencephalon als vorderem, Mesencephalon als mittlerem und Rhombencephalon als hinterem der (primären) Hirnbläschen.

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