Prostemma guttula

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Prostemma guttula
Prostemma guttula

Prostemma guttula

Systematik
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie: Sichelwanzen (Nabidae)
Unterfamilie: Prostemmatinae
Tribus: Prostemmatini
Gattung: Prostemma
Art: Prostemma guttula
Wissenschaftlicher Name
Prostemma guttula
(Fabricius, 1787)
Prostemma guttula

Prostemma guttula ist eine Wanzenart aus der Familie der Sichelwanzen (Nabidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wanzen werden 7,5 bis 10,0 Millimeter lang.[1] Das Halsschild der Tiere ist schwarz gefärbt und trägt häufig einen blauen bis grünlichen metallischen Schimmer. Die Hemielytren und die Beine sind rot. Die Schenkel (Femora) der vorderen Beine sind kurz und dick. Die Stinkdrüsen liegen am Rücken des Hinterleibs. Es treten sowohl lang-, als auch kurzflügelige Individuen auf.[2]

Vorkommen und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art ist die häufigste ihrer Gattung in Mitteleuropa. Sie tritt vom Mittelmeerraum und in Europa auf, fehlt aber in Nordeuropa. In Deutschland fehlt sie in Westfalen, im nördlichen Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und im westlichen Mecklenburg-Vorpommern. Im Süden Deutschlands ist sie an vielen Stellen nicht selten, kann aber lokal auch fehlen. Im Norden tritt sie nur vereinzelt auf. In Österreich findet man sie vor allem im Alpenvorland.[1]

Besiedelt werden trockene, warme Sand- oder Kalkböden mit niedriger Vegetation.[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prostemma guttula ernährt sich ausschließlich von anderen Wanzen, überwiegend von den Adulten und Nymphen von Bodenwanzen (Lygaeidae) und Arten der Pentatomoidea, hier insbesondere von Erdwanzen (Cydnidae). Sie spüren ihre Beute anhand ihres charakteristischen Wanzengeruch der Absonderungen der Duftdrüsen auf. Dies wurde anhand von Experimenten mit anderen Insekten, die mit diesen Duftstoffen versehen wurden, erforscht. Bei der Jagd sticht Prostemma guttula ihre Beute vor allem im Kopfbereich nahe dem Rüsselansatz. Kleinere Beute wird direkt festgehalten und ausgesaugt, größere werden zunächst nach dem Stechen losgelassen und bis zur Reglosigkeit verfolgt. Tagsüber halten sich die Tiere unter Steinen, Blattrosetten oder in Pflanzenpolstern versteckt.[1]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ekkehard Wachmann, Albert Melber, Jürgen Deckert: Wanzen. Band 1: Cimicomorpha: Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1) (= Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise. 77. Teil). Goecke & Evers, Keltern 2006, ISBN 3-931374-49-1, S. 160 ff.
  2. Frieder Sauer: Sauers Naturführer Wanzen und Zikaden nach Farbfotos erkannt. Fauna, Keltern 1996, ISBN 3-923010-12-5, S. 130.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frieder Sauer: Sauers Naturführer Wanzen und Zikaden nach Farbfotos erkannt. Fauna, Keltern 1996, ISBN 3-923010-12-5.
  • Ekkehard Wachmann, Albert Melber, Jürgen Deckert: Wanzen. Band 1: Cimicomorpha: Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1) (= Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise. 77. Teil). Goecke & Evers, Keltern 2006, ISBN 3-931374-49-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prostemma guttula – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien