Protestantische Kirche (Wolfersheim)

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Die protestantische Kirche in Wolfersheim
Weitere Ansicht der Kirche
Blick ins Innere der Kirche
Blick zur Orgelempore

Die Protestantische Kirche Wolfersheim ist die Kirche der protestantischen Kirchengemeinde im saarländischen Wolfersheim im Kirchenbezirk (Dekanat) Zweibrücken der Evangelischen Kirche der Pfalz[1]. Zuständig für die Kirchengemeinde Wolfersheim ist das Pfarramt Walsheim[1]. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 14. Jahrhundert erfolgte der Bau des bis heute erhaltenen Chorturms einer wohl ursprünglich in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten und ehemals dem heiligen Stephan gewidmeten Kirche. Seit 1453 gehörte Wolfersheim zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, in dem 1533 die Reformation eingeführt wurde. Als durch die Reunionspolitik Ludwigs XIV. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts das Dorf Wolfersheim unter französische Herrschaft kam, wurde das Gotteshaus zu einer Simultankirche, die neben Protestanten auch Katholiken für den Gottesdienst zur Verfügung stand. 1754 wurde das heutige Kirchenschiff errichtet. Im Jahr 1857 kam es im Inneren der Kirche zu einem Umbau, bei der die Empore erweitert und eine zusätzliche Abstützung für die Orgel eingebaut wurde. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchengebäude in den Jahren 1958-60 innen und 1974 außen restauriert. Eine weitere Restaurierung erfolgte in den Jahren 1996 bis 1997[3].

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchenschiff aus dem 18. Jahrhundert ist ein schlichter barocker Saalbau mit drei Fensterachsen. Der Chorturm aus dem 14. Jahrhundert besitzt ein Satteldach und zwei gotische Maßwerkfenster an der Südseite. Im Inneren der Kirche steht eine Glocke aus dem Jahr 1785[4].

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Kirche wurde 1857 durch den Orgelbauer und Musikalienhändler Gustav Schlimbach (Speyer) erbaut und besaß folgende Disposition[5]:

I Manual C–f3

1. Principal 8′
2. Gedact 8′
3. Flöte 8′
4. Salicional 8′
5. Octave 4′
6. Hohlflöte 4′
7. Flautino 2′
8. Mixtur III
Pedal C–f1
9. Subbaß 16′
10. Octavbaß 8′

1960 erfolgte ein Umbau durch Lotar Hintz (Heusweiler) und 1974 ein Umbau durch die Firma Walcker (Ludwigsburg). 2003 wurde von Walcker (Kleinblittersdorf) eine Teilrestaurierung durchgeführt. Das einmanualige Instrument, das mit einem seitenspieligen Spielschrank in die Emporenbrüstung eingebaut ist verfügt über 10 Register und mechanische Schleifladen[5].

I Manual C–f3

1. Principal 8′
2. Gedact 8′
3. Octave 4′
4. Hohlflöte 4′
5. Nazard 223
6. Flautino 2′
7. Terz 135
8. Mixtur III [Anm. 1]
Pedal C–f1
9. Subbaß 16′
10. Octavbaß 8′
Anmerkungen
  1. laut Beschriftung, tatsächlich aber V 113

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kirchturm befinden sich drei Glocken. Als besondere Glocke dient die große Saarbefreiungsglocke aus dem Jahr 1936 von Hermann Hamm. Sie hängt bis heute auf einem original erhaltenen Bogenjoch, dass der Glockengießer im gleichen Jahr anfertigte. Wegen ihrer Inschrift musste die Glocke während des Zweiten Weltkrieges nicht abgegeben werden. Sie überstand den Krieg bis zum Ende unversehrt. 1952 goss die französische Glockengießerei Causard eine kleine Glocke. Später wurde 1970 eine weitere Glocke von der Glockengießerei Bachert angeschafft, der die Lücke zwischen die beiden vorhandenen Glocken schließt. Eine weitere Glocke aus dem Jahr 1785 von Christoph Klein (Ernstweiler) steht seit 1950 erhalten in der Kirche. Wegen ihres Sprungs wurde sie nach dem Krieg vom Turm genommen und in das Kirchenschiff aufbewahrt. Ihr Schlagton ist nicht bekannt.

Nr. Name Ton Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
Gießer, Gussort Gussjahr Inschrift
1 Saarbefreiungsglocke a1 445 89,5 Hermann Hamm, Frankenthal 1936 EIGENTVM DER EVANGELISCHEN KVLTVSGEMEINDE ZVR ERINNERVNG AN DIE SAARABSTIMMVNG 13. IANVAR 1935.
EHRE * FRIEDE * FREIHEIT MEISTER HAMM FRANKENTHAL GOSS MICH 1936.
2 c2 228 74,1 Bachert, Heilbronn 1970
3 d2 Causard, Colmar 1952 HALTET AN AM GEBET. JESUS CHRISTUS GESTERN UND HEUTE UND DERSELBE AUCH IN EWIGKEIT.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bonkhoff, Bernhard H.: Die Kirchen im Saar-Pfalz-Kreis. Saarbrücken 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Protestantische Kirche (Wolfersheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kirchenbezirk: Prot. Dekanat Zweibrücken Auf: www.evkirchepfalz.de, abgerufen am 4. November 2012
  2. Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Saarpfalz-Kreis (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 4. November 2012
  3. Informationen zur prot. Pfarrkirche Wolfersheim Auf: www.kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 4. November 2012
  4. Informationen zu Wolfersheim Auf: www.blieskastel.de, abgerufen am 4. November 2012
  5. a b Orgel der protestantischen Kirche Wolfersheim Infoseite des Webangebots Orgeln im Saarland, abgerufen am 4. November 2012

Koordinaten: 49° 11′ 23″ N, 7° 13′ 25″ O