Protostern

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Ein Protostern (von gr. protos = der Erste) ist ein Bereich innerhalb einer kollabierenden interstellaren Wolke, der bereits annähernd ein hydrostatisches Gleichgewicht erreicht hat und durch einen stetigen, gravitationsbedingten Massezuwachs aus der umgebenden Wolke schließlich zu einem Stern wird. Während seines langsamen Kollapses setzt ein Protostern Gravitationsenergie in Wärme um, die als Infrarotstrahlung abgegeben wird.

Im Hertzsprung-Russell-Diagramm befinden sich Protosterne rechts der Hayashi-Linie, sie stellen also keinen stabilen Zustand dar. Sie kontrahieren so lange, bis die Temperatur in ihrem Inneren 3 Mio. Kelvin übersteigt, wodurch das Wasserstoffbrennen anspringt und der Strahlungsdruck den Stern stabilisiert. Der Stern ist nun geboren und wandert auf die Hauptreihe.[1][2]

Die Forscher Philippe Andre, Derek Ward-Thompson und Mary Barsony haben, nach einem Bericht des Magazins New Scientist vom 20. Februar 1993, den mit etwa 10.000 Jahren jüngsten je beobachteten Stern gefunden. Der Protostern mit der Bezeichnung VLA 1623 wurde mit dem James Clerk Maxwell Teleskop auf Hawaii aufgespürt.[3]

Am 10. Juli 2013 teilte die ESO mit, dass sie mit dem ALMA-Teleskop in Chile den bisher größten Protostern in der Milchstraße mit einer Masse von derzeit 500 Sonnenmassen entdeckt hat. Der noch wachsende und bis jetzt noch namenlose Himmelskörper ist 11.000 Lichtjahre entfernt in der Dunkelwolke Spitzer Dark Cloud 335.579-0.292.[4][5]

Die Sonne in ihrer Phase als Protostern wird Ursonne oder Protosonne genannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergmann und Schaefer: Lehrbuch der Experimentalphysik Band 8 - Sterne und Weltraum S.252-253 (2A)
  2. Sternentstehung auf uni-goettingen.de
  3. http://www.newscientist.com/article/mg13718613.200-science-youngest-star.html
  4. Deutschlandfunk, Forschung aktuell Astronomen haben die Entstehung eines riesigen Monster-Protosterns in der Milchstraße entdeckt
  5. ESO: ALMA Prenatal Scan Reveals Embryonic Monster Star