Provinz Chubut

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der argentinischen Provinz Chubut. Zum gleichnamigen Fluss siehe Río Chubut.
Chubut
Basisdaten
Wappen

(Details)

Flagge

(Details)

Hauptstadt: Rawson
Fläche:

 - Gesamt
 - Anteil an Argentinien

Rang 3 von 24

224 686 km²
8,12

Bevölkerung

 - Gesamt 2001
 - Dichte

Rang 18 von 24

413 237 Einwohner
1,8 Einwohner/km²

Chile Bolivien Paraguay Uruguay Brasilien Falklandinseln: de-facto Teil des Vereinigten Königreiches. Wird von Argentinien als Teil der Provinz Feuerland, Antarktis und südatlantische Inseln beansprucht Jujuy Salta Formosa Misiones Chaco Tucumán Catamarca Santiago del Estero Corrientes La Rioja Santa Fe Entre Ríos San Juan Córdoba San Luis Mendoza Buenos Aires Provinz Buenos Aires La Pampa Neuquén Río Negro Chubut Santa Cruz Feuerland, Antarktis und südatlantische InselnLage der Provinz Chubut
Über dieses Bild
ISO 3166-2-Code AR-U
Politik
Region Región Patagonia Argentina
Gliederung: 15 Departamentos
Gobernador Mario das Neves
Internetpräsenz der Provinz Chubut

Chubut (Spanisch: Provincia del Chubut, IPA: [tʃuˈβut]; Walisisch: Talaith Chubut) ist eine der fünf argentinischen Provinzen Patagoniens. Sie erstreckt sich von den Anden im Westen bis zum Atlantik im Osten. Die Nord- und Südgrenzen zu den Provinzen Río Negro und Santa Cruz wurden einst relativ willkürlich mit dem Lineal gezogen. Der Name kommt vom Tehuelche Wort chupat, welches "transparent" bedeutet, und eine Beschreibung des Río Chubut, dem einzigen nennenswerten Fluss der Region, ist.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl in der Provinz wächst seit Jahrzehnten stetig an, von 190.000 (1970) über 263.000 (1980) und 357.000 (1991) auf 413.237 Einwohner (2001). Dennoch ist die Bevölkerungsdichte in Chubut immer noch sehr niedrig. Bei einer Fläche von 224.686 km² kommen ungefähr zwei Einwohner auf einen Quadratkilometer. Es leben allerdings allein rund 385.000 in den vier bevölkerungsreichsten Departamentos mit den fünf größeren Städten. In allen anderen Departamentos liegt die Dichte unter 1,0 Ew/km², teils unter 0,1 Ew/km². Neben der offiziellen Landessprache Spanisch wird auch Walisisch gesprochen.

Wichtige Städte[Bearbeiten]

In Chubut gibt es nur eine Handvoll größerer Städte:

Die größt Stadt ist Comodoro Rivadavia im Süden der Provinz mit 182 000 Einwohnern. Der Verwaltungssitz ist die Hauptstadt Rawson (26 000 Einwohner). Andere wichtige Städte sind Puerto Madryn, Trelew, Esquel und Sarmiento. Gaiman ist das kulturelle Zentrum der Region, die als "Y Wladfa" bekannt ist, in der die meisten walisischsprachigen Argentinier leben, deren Zahl im Chubut etwa 5000, hauptsächlich in den Städten Gaiman, Trelew und Trevelin[1], in ganz Argentinien 25 000, beträgt.[2]

Weitere kleinere begrenzt bedeutende Orte sind das landwirtschaftlich geprägte Gaiman im Tal des Río Chubut, Sarmiento im Zentrum der Provinz, der Touristenort El Maitén in den Anden und der Fischerhafen Camarones an der Atlantikküste.

Geografie und Klima[Bearbeiten]

Während die Anden, die in dieser Region nur noch selten Höhen von über 2.500 m erreichen, vorwiegend von Feuchtwäldern bedeckt sind, sind im Schichtstufenland im Rest der Provinz Steppenvegation und niedrige Buschwälder (Monte) vorherrschend. Das Klima ist gemäßigt: Die Sommer sind mit 17° bis 22 °C in den Niederungen warm, während die Winter mit 2° bis 7 °C mäßig kalt sind. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 150 mm im Osten und bis zu 1500 mm in den Feuchtwaldgebieten der Anden.

Durchflossen wird die Provinz von West nach Ost vom Río Chubut, der einen langgestreckten Canyon bildet und bei Florentino Ameghino zum gleichnamigen Stausee gestaut wird. Im Zentrum der Provinz gibt es zwei große Salzseen, der Lago Musters und der Lago Colhué Huapí, die eine bedeutende Oase rund um die Stadt Sarmiento ermöglichen. In dieser Region finden sich auch zwei versteinerte Wälder, die unter Naturschutz stehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit ca. 8000 v. Chr. wurde die Region Patagonien durch Menschen besiedelt, die langsam von Norden her (ursprünglich von Asien über die Beringia kommend) einwanderten. Diese lebten nomadisch als Jäger und Sammler. In Reiseberichten im 19. Jahrhundert – zum Beispiel bei George Musters und Florence Dixie – werden sie Patagonier oder Tehuelche genannt; ihre Eigenbezeichnung lautet Aoniken’k. Ab dem 18. Jahrhundert kommt es auch verstärkt zur Einwanderung über die Kordilleren von Mapuche aus dem heutigen Chile. Die beiden Völker sind heute weitgehend kulturell miteinander verschmolzen (Tehuelche-Mapuche). In Chubut existieren heute zwei Reservate der Tehuelche.[3] Mapudungun (die Mapuche-Sprache) wird noch gesprochen, die Sprache der Aokinken’k oder Tehuelche ist dagegen fast völlig ausgestorben.

Die Besiedelung der Region durch Europäer erfolgte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor allem nach der Wüstenkampagne von Julio Argentino Roca zu einem Großteil durch Waliser, eine Tatsache, die sich heute noch an vielen Namen von Orten oder Veranstaltungen, aber auch am Erscheinungsbild älterer Gebäude ablesen lässt. Walisisch wird auch heute noch von einem Teil der Bevölkerung im Alltag gesprochen.

Politik[Bearbeiten]

Die Exekutivgewalt wird in der Provinz Chubut durch den Gobernador ausgeübt. Dieser wird alle vier Jahre durch eine direkte Wahl gewählt. Der Gobernador wird beraten durch ein Kabinett von Ministern, denen der durch ihn ausgewählte Staatsminister (Ministro de Estado) oder Geschäftsführende Minister (Ministro Coordinador) vorsteht. Die Legislative wird während einer Legislaturperiode von 27 Abgeordneten ausgeübt, der der Stellvertretende Gobernador (Vice Gobernador) vorsteht.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Departamentos der Provinz Chubut


Chubut ist in 15 Departamentos unterteilt:

Departamento Hauptstadt Fläche in km² Einwohner
Biedma Puerto Madryn 12.950 58.677
Cushamen Cushamen 16.250 17.134
Escalante Comodoro Rivadavia 14.015 143.689
Florentino Ameghino Camarones 16.088 1.484
Futaleufú Esquel 9.435 37.540
Gaiman Gaiman 11.076 9.612
Gastre Gastre 16.335 1.508
Languiñeo Tecka 15.339 3.017
Mártires Las Plumas 15.445 977
Paso de Indios Paso de Indios 22.300 1.905
Rawson Rawson 3.922 115.829
Río Senguer Alto Río Senguer 22.335 6.194
Sarmiento Sarmiento 14.563 8.724
Tehuelches José de San Martín 14.750 5.159
Telsen Telsen 19.893 1.788

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Südosten, rund um die Stadt Comodoro Rivadavia, wird Erdöl und Erdgas gefördert, wodurch diese Gegend die wirtschaftlich führende der Provinz ist. Im Nordosten, im unteren Tal des Río Chubut, wird Landwirtschaft (insbesondere Obstanbau) betrieben, dasselbe gilt für einige Täler der Anden rund um Esquel sowie für die Gegend rund um Sarmiento im Zentrum. Der Tourismus ist bedeutend: so findet sich im Nordosten das Fremdenverkehrszentrum Puerto Madryn mit der Halbinsel Valdés, weiterhin sind die Badeorte Playa Unión und Rada Tilly sowie das Wintersportzentrum La Hoya in den Anden erwähnenswert.

Zeitungen[Bearbeiten]

  • Crónica und El Patagónico in Comodoro Rivadavia
  • El Oeste in Esquel
  • El Diario de Madryn in Puerto Madryn
  • El Chubut und Jornada in Trelew
  • Y Drafod, walisischsprachige Zeitung seit 1891
  • Clecs Camwy, neue walisischsprachige Zeitung seit 2011

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Languages of Argentina" - Ethnologue.com
  2. "Wales and the World" - Wales.com
  3. Rolf Seeler u. Juan Garff: DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Argentinien. Auflage, Mair Dumont, 2015. S. 211.

-44-68Koordinaten: 44° S, 68° W