Prozesswärme

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Der Begriff Prozesswärme wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Er bezeichnet zum einen Wärme, die für technische Verfahren wie Trocknen, Schmelzen oder Schmieden benötigt wird,[1] zum anderen auch Abwärme, die bei Prozessen frei wird. Häufig wird der Begriff auch verwendet, wenn beide Arten durch Wärmerückgewinnung oder in Form von Prozessdampf verknüpft werden. Dieser Artikel verwendet den Begriff im ersten Sinne.

Prozesswärme nach Temperaturbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prozesswärme wird üblicherweise in folgende Temperaturbereichen eingeteilt:

Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prozesswärme wird zum Großteil durch Verbrennungsprozesse erzeugt; günstigenfalls kann man Abwärme als Prozesswärme nutzen. Zusätzlich kann man Prozesswärme auch in einem Blockheizkraftwerk oder Industriekraftwerk bei der Stromerzeugung gewinnen. 22 % der Prozesswärme wurde in Deutschland 2005 aus elektrischer Energie, beispielsweise in elektrischen Industrieöfen, erzeugt.[2] Mit speziellen Solarkollektoren wird ebenfalls versucht, Prozesswärme bereitzustellen; deren Anwendungsbereich beschränkt sich jedoch auf Trocknungsprozesse, vor allem in der Landwirtschaft.

Neue Hochtemperatur-Brennstoffzellen haben neben einem elektrischen Wirkungsgrad von 49 % auch den Vorzug, Prozesswärme bis 400 Grad erzeugen zu können.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurden in Deutschland 2415 PJ Prozesswärme verbraucht, was 26,3 % des Gesamtendenergieverbrauches ausmachte. Davon wurden 66,2 % von der Industrie, 18,2 % von den Haushalten und 15,6 % von Handel, Dienstleistung und Gewerbe verbraucht. Die Prozesswärme wurde

gewonnen. Die Energiearten teilen sich dabei unterschiedlich auf die Verbrauchsektoren auf. Während z. B. Festbrennstoffe lediglich in der Industrie eine Rolle spielen, vor allem als Koks in der Stahlindustrie, ist die Prozesswärmegewinnung in Haushalten und Gewerbe von Strom und Gas dominiert.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Neues Lexikon. Bd. 6, 1980, S. 414.
  2. a b Manfred Rudolph, Ulrich Wagner: Energieanwendungstechnik: Wege und Techniken zur effizienteren Energienutzung. Springer, Berlin/ München 2008, ISBN 978-3-540-79021-1, Kapitel 2: Deckung von Prozesswärmebedarf, S. 19–60 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).