Przewóz

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Przewóz
Wappen von Przewóz
Przewóz (Polen)
Przewóz
Przewóz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żary
Geographische Lage: 51° 29′ N, 14° 57′ OKoordinaten: 51° 29′ 0″ N, 14° 57′ 0″ O
Einwohner: -
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 68-132
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Droga krajowa 27
Droga wojewódzka 350
Nächster int. Flughafen: Breslau
Dresden
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 11 Schulzenämter
Fläche: 178,32 km²
Einwohner: 3262
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0811072
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Ryszard Klisowski
Adresse: Pl. Partyzantów 1
68-132 Przewóz
Webpräsenz: www.przewoz.com.pl



Przewóz (deutsch Priebus, obersorbisch Přibuz) ist eine Landgemeinde an der Lausitzer Neiße im polnischen Landkreis Żary in der Woiwodschaft Lebus. Im gleichnamigen Hauptort Przewóz besteht ein Grenzübergang ins sächsische Podrosche.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Przewóz ist die südlichste Gemeinde des Landkreises Żary und der Woiwodschaft Lebus. Der Großteil der Gemeinde, darunter Przewóz selbst, liegt im historischen Schlesien; einige der Orte südlich von Przewóz hingegen liegen im polnischen Teil der Oberlausitz. Wenige Kilometer südlich von Przewóz (Priebus) liegt das deutsche Dorf Klein Priebus.

Nachbargemeinden von Przewóz sind im Landkreis Żary die Stadt Łęknica sowie die Gemeinden Trzebiel, Lipinki Łużyckie und Żary (Nordwest bis Nordost), im Landkreis Żagań die Gemeinde Wymiarki und die Stadt Gozdnica (Osten), im Landkreis Zgorzelec die Gemeinden Węgliniec und Pieńsk (Südosten bis Süden) und auf deutscher Seite im Landkreis Görlitz die Stadt Rothenburg/O.L. und die Gemeinde Krauschwitz (Westen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Przewóz war ursprünglich eine schlesische Burg an der Grenze zur Oberlausitz, die durch die Brückenlage an der Neiße zu Wohlstand kam, was zur Besiedlung der umliegenden Gebiete führte. Die Landstadt wurde eines der drei Zentren des Fürstentums Sagan, mit dem es in seiner Geschichte verschiedenen Königshäusern untergeben war.

Zum 1. Oktober 1932 wurde der Kreis Sagan, der ungefähr aus dem Fürstentum Sagan hervorgegangen war, aufgelöst und auf die benachbarten Kreise verteilt. Die Stadt Priebus sowie die umliegenden Landgemeinden wurden dabei in den Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) eingegliedert. Zwei Monate später wurde die Stadt in „Priebus (Schlesien)“ umbenannt.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Stadt unter polnische Verwaltung und verlor ihr Stadtrecht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1547[3] ~ 900
1654 ~ 150
1787 734
1825 901
1905 1394
1939 1262
1960 ~ 1000
1980 3181
1990 3354
2000 3462

Gemeinde (Gmina Przewóz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Przewóz (Gmina wiejska) besteht aus 11 Schulzenämtern (sołectwo, deutsche Namen bis 1945):

Des Weiteren gibt es vier Ortschaften ohne Schulzenamt: Dobrzyń (Dobers), Jamno (Sichdichfür), Mała Lipna und Potok. Im Gemeindegebiet liegen die gewüsteten Ortschaften Wendisch Musta und Jamnitz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche
Hungerturm

Außer dem Hungerturm und der Burg aus dem 13. Jahrhundert sowie der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert gibt es in Przewóz eine Kirche (18. Jahrhundert). Weitere Kirchen oder Kirchruinen stehen in den Ortsteilen Straszów (13. Jahrhundert), Lipna (1807) und Piotrów (1376). Daneben gibt es eine sorbische Hütte und mehrere Gutshöfe.

In der Natur sind mit dem Naturschutzgebiet „Żurawie Bagno“, dem Waldreservat „Nad Młyńską Strugą“ und dem Floranaturschutzgebiet „Wrzosiec“ weitere Sehenswürdigkeiten gegeben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Przewóz beginnt die nach Zielona Góra führende Droga krajowa 27, die in Żary die Droga krajowa 12 kreuzt. Weiterhin führt mit der Woiwodschaftsstraße 350 eine Parallelstraße der A 18 durch die Gemeinde. Auf deutscher Seite verbindet die Staatsstraße 127 den Grenzübergang Przewóz–Podrosche mit Bad Muskau, Rothenburg/O.L. und Görlitz und stellt somit eine Anbindung an die B 115, die B 156 und die A 4 her.

Über die Strecke Przewóz–Jankowa Żagańska war die Gemeinde an das polnische Eisenbahnnetz angeschlossen. Von 1908 bis 1945 verkehrte zudem die Kleinbahn Horka–Rothenburg–Priebus, die in Horka eine Verbindung zu den Strecken Berlin–Görlitz und Kohlfurt–Falkenberg herstellte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Gottlob Worbs (1760–1833), Superintendent und bedeutender schlesischer Historiker, lebte und wirkte in Priebus

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, oder Geschichte und Beschreibung sämmtlicher Burgen und Ritterschlösser Schlesiens beider Antheile und der Grafschaft Glatz. Zweite Auflage, Glogau 1844, S. 231–235.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945: Stadt Priebus (Schlesien). Abgerufen am 16. Juli 2009.
  3. Markus, Johannes & Andreas Vette: Wer Weißwasser kennt, … – Zur Geschichte von Verfassung, Landesplanung, Wirtschaft und Kultur einer Oberlausitzer Region. Eugenia-Verlag, 2005, ISBN 3-938853-00-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]