Psie Pole

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Stadtbezirk Psie Pole (rot) auf der Karte von Breslau
1928 eingemeindete ehemalige Stadt Hundsfeld nordöstlich von Breslau auf einer Landkarte von 1905

Psie Pole (deutsch Hundsfeld) ist einer der fünf Stadtbezirke der Stadt Breslau in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk liegt am Ufer der Weide (Widawa), einem nördlichen Zufluss der Oder. Er umfasst die Ortsteile Osobowice (Oswitz), Karłowice (Karlowitz), Psie Pole (Hundsfeld) und Kowale (Kawallen), erstreckt sich nördlich der Breslauer Innenstadt über mehr als zehn Kilometer in Ost-West-Richtung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtwappen von Hundsfeld bis 1928
Hundsfelder Jakobskirche

Die Eingemeindung in die Stadt Breslau erfolgte im Jahr 1928. Zuvor war Hundsfeld eine eigenständige Stadt im Landkreis Oels. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, eine Synagoge und berühmte Märkte.[1] Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt Hundsfeld einige mittelständische Betriebe und 1.935 Einwohner (1900).[2] 1939 lebten hier 3.131 Einwohner.

Zur Herkunft der Ortsbezeichnung Hundsfeld gibt es unterschiedliche Legenden.[3] Dem Chronisten Gallus Anonymus († 1116) zufolge soll König Heinrich V. auf seinem Feldzug von 1109 nach erfolgloser Belagerung von Glogau vor den Toren Breslaus erschienen sein, wurde dort aber vom polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund aufgehalten. Der im 13. Jahrhundert schreibende und für seine pittoresken Ausschmückungen historischer Überlieferung bekannte Chronist Vinzenz Kadłubek berichtet, das Schlachtfeld habe den Namen Hundsfeld erhalten, weil das deutsche Heer in der Nähe von Breslau eine dermaßen schwere Niederlage erlitten habe, dass die Bevölkerung bei der Bestattung der vielen Toten überfordert war und diese zum Teil den Hunden überlassen musste. Eine andere Version besagt, dass das deutsche Heer viele an Krankheiten Verstorbene und Verhungerte zurückgelassen habe, weshalb die Bevölkerung, die die Deutschen mit dem Schimpfwort Hunde belegte, die Stätte später als Hundsfeld bezeichnete.[3]

Aus Hundsfeld liegt die früheste Nachricht über die Ansiedlung von Deutschen auf herzoglichem Boden vor; dies geht aus einem 1203 vereinbarten und 1206 beurkundeten Tausch des herzoglichen Gutes Hundsfeld samt Kirche, Einkünften und dort ansässigen Deutschen gegen das Gut Ohlau des Breslauer Vinzenzstiftes hervor.[3]

Der deutsche Ortsname Hundsfeld hat mit dem 1305 erwähnten Ort Hundzfelt, 1281 lateinisch caninus campus, nichts zu tun.[3]

Im Dritten Reich befand sich in Breslau-Hundsfeld ein Außenlager des KZ Groß Rosen. Gegen Kriegsende waren hier bis zu 1000 Frauen in der Produktion von Rüstungsgütern für die Firma Rheinmetall-Borsig AG eingesetzt.[4] Bis März 1946 wurden im Lager Breslau-Hundsfeld deutsche Kriegsgefangene bis zu ihrem Weitertransport in den Kaukasus gefangengehalten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Psie Pole führen die Fernverkehrsstraßen Breslau–Oels (Oleśnica) und Breslau–Lissa (Leszno) sowie die Autostrada A8. Es besitzt außerdem die Bahnhöfe Psie Pole und Sołtysowice an der Bahnstrecke Breslau–Oels (poln. Oleśnica).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Psie Pole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hundesfeld in der Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pierer's Universal-Lexikon. Band 8, Altenburg 1859, S. 620 Digitalisat
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 9, Leipzig/Wien 1907, S. 654 Digitalisat
  3. a b c d Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 978-3-520-31601-1, S. 201–203
  4. Andrea Rudorff: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Berlin 2014, ISBN 978-3-86331-162-9