Psie Pole

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Stadtbezirk Psie Pole auf der Karte von Breslau

Psie Pole (deutsch: Hundsfeld) ist einer der fünf Stadtbezirke der polnischen Stadt Breslau (Wrocław). Der Bezirk liegt am Ufer der Weide (pol.: Widawa), einem nördlichen Zufluss der Oder. Die Eingemeindung in das damals noch deutsche Breslau erfolgte im Jahr 1928. Davor war Hundsfeld eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Oels. 1939 lebten hier 3131 Einwohner.

Der Bezirk umfasst die Ortsteile Osobowice, Karłowice, Psie Pole und Kowale, erstreckt sich nördlich der Breslauer Innenstadt über mehr als 10 Kilometer in Ost-Westrichtung.

Durch Psie Pole führen die Fernverkehrsstraßen Breslau–Oels (Oleśnica) und Breslau–Lissa (Leszno) sowie die Autostrada A8. Es besitzt außerdem die Bahnhöfe Psie Pole und Sołtysowice an der Bahnstrecke Breslau–Oels (pol.: Oleśnica).

Die Bezeichnung „Hundsfeld“ wird auf eine historische Begebenheit zurückgeführt: Im Jahre 1109 hatte der deutsche Kaiser Heinrich V. in Schlesien eingegriffen, vor den Toren Breslaus wurde sein Heer aber vom polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund geschlagen. Der Legende nach erhielt das Schlachtfeld den Namen „Hundsfeld“, weil das kaiserliche Heer nach seiner Niederlage so überstürzt flüchtete, dass nicht einmal die Toten begraben werden konnten und den Hunden überlassen werden mussten.

Erstmals erwähnt wird das polnische Psie Pole im Jahre 1206, ab 1281 dann lateinisch caninus campus und ab 1305 dann auch deutsch Hundzfelt.

Im Dritten Reich war in Breslau-Hundsfeld ein Außenlager des KZ Groß Rosen. Bis zu 1000 Frauen waren hier gegen Kriegsende in der Produktion von Rüstungsgütern für die Firma Rheinmetall-Borsig AG eingesetzt. [1] Bis März 1946 wurden im Lager Breslau-Hundsfeld deutsche Kriegsgefangene bis zu ihrem Weitertransport in den Kaukasus gefangengehalten.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Rudorff: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Metropol Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86331-162-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Hundesfeld in der Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Rudorff: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen.