Psychonomie

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Psychonomie (zusammengesetzt aus dem Griechischen: ψυχή Psyche ‚Hauch‚ Seele‚ Gemüt‘ und νόμος Nomos „Gesetz“) ist eine wissenschaftliche und therapeutische Richtung, die Gesetze sucht, die für die menschliche Seele gelten. Sie erforscht die Grundlagen der (Natur)Gesetzmäßigkeiten und betrachtet den Menschen als Ganzes-Wesen, als Einheit von Seele und Körper. Da Empirie nicht alle Phänomene erfasst, ist auch auf die Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Psychologie zu verweisen. Psychonomie ist bereichsübergreifend. Sie lässt sich weder den Naturwissenschaften noch den Sozialwissenschaften oder Geisteswissenschaften allein zuordnen. Eine Anthropologie im weitesten Sinn bildet ihre Grundlage.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Psychonomie beschäftigt sich mit der Suche nach formalen Theorien und Modellen, mit denen das menschliche Verhalten beschrieben werden kann, damit Vorhersagen von Verhalten möglich wird. Sie beschäftigt sich auch mit menschlichen Verhalten in Bezug zu Funktionen und Mechanismen im Gehirn.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Psychonomie ist eine Wortschöpfung der achtziger Jahre. Er wurde zum ersten Mal 1982 von Professor L'Hermitte, einem Medizinprofessor und Albert Ducrocq, einem Wissenschaftsjournalisten genutzt. Sie arbeiteten auf Betreiben einer französischen Gesellschaft für Psychonomie, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Philosophie zusammenzuführen, um Bewusstseinsphänomene zu untersuchen und auf diese Weise eventuelle Gesetze für die Interaktion von Geist und Materie zu erarbeiten.

Unterscheidung zur Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Psychonomie mit der Aufgabe Gesetze menschlichen Verhaltens zu formulieren und diese in Technologien zu transformieren, um sie praktisch gebrauchen zu können. -> Mensch wird als Objekt betrachtet, Absicht der Kontrolle.
Psychonomie
Grundhaltung Distanzhaltung, Perspektive eines Beobachters
Neutralität Die Stabilität von Verhaltensbeschreibungen in der Psychonomie ist nur erreichbar, durch Ausblendung der Perspektive des beobachteten Objektes
Aufgabe Normierung, Standardisierung und Reproduzierbarkeit
Unterschied Erklärende oder interpretierende Wörter der Psychologie wie Erwartung, Absicht, Ziel etc. sind in der Psychonomie theoretische Termini (=hypothetische Konstrukte), die erst operational definiert werden müssen
Ablauf allgemeine Hypothesen werden aufgestellt und empirisch geprüft

Organisationen und Anderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Psychonomie ist stark mit der experimentellen Psychologie und biologischen Psychologie verknüpft. In den Niederlanden wurde im Jahr 1968 die Stiftung für Psychonomie gegründet: Niederländische Vereinigung für Psychonomie. In den Vereinigten Staaten gibt es die Psychonomic Society, deren Mitglieder sich hauptsächlich aus experimentellen Psychologen zusammensetzt. In verschiedene Universitäten in den Niederlanden ist die Psychonomie eine Spezialisierung innerhalb der Psychologie.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]