Puch bei Hallein

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Puch bei Hallein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Puch bei Hallein
Puch bei Hallein (Österreich)
Puch bei Hallein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Hauptort: Puch
Fläche: 21,01 km²
Koordinaten: 47° 43′ N, 13° 5′ OKoordinaten: 47° 42′ 53″ N, 13° 5′ 26″ O
Höhe: 444 m ü. A.
Einwohner: 4.728 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 225 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5412
Vorwahl: 06245
Gemeindekennziffer: 5 02 09
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Halleiner Landesstr. 111
5412 Puch bei Hallein
Website: www.puchbeihallein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Helmut Klose (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(21 Mitglieder)
13
7
1
13 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Puch bei Hallein im Bezirk Hallein
AbtenauAdnetAnnaberg-LungötzBad VigaunGolling an der SalzachHalleinKrisplKuchlOberalmPuch bei HalleinRußbach am Paß GschüttSankt KolomanScheffau am TennengebirgeLage der Gemeinde Puch bei Hallein im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Puch hallein.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Puch bei Hallein, im Salzburger Dialekt Buach [buɐ̯x], ist eine Gemeinde mit 4728 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Salzburger Land im Bezirk Hallein in Österreich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puch bei Hallein liegt im Tennengau im Salzburger Land. Die Grenze im Westen bildet die Salzach. Diese fließt in einer Meereshöhe von 440 Meter. Nach Osten steigt das Land zu den bewaldeten Bergen Eberstein (776 m), Raucheck (804 m), Schatteck (922 m) und Schwarzenberg (1334 m) an, um dann zum Almbach und dem Wiestalstausee auf 560 Meter abzufallen.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 21,01 Quadratkilometer. Davon sind 26 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 59 Prozent Wald.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hinterwiesthal, Thurn und Thurnberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anif (Bez. Sbg.-Umgebung) Elsbethen (Bez. Sbg.-Umgebung) Ebenau (Bez. Sbg.-Umgebung)
Hallein Nachbargemeinden
Oberalm Adnet
Gemeindegebiet, Taxach, die Stadt Hallein selbst liegt genau südlich, hinter Oberalm

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindename[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Puch wird erstmals in einer Urkunde im Jahr 930 als pouche erwähnt und wurde im 17. Jahrhundert noch als Buch geschrieben. Dieser Name verschwand und bis 1905 hieß die Gemeinde Thurnberg (heute Katastralgemeinde). Erst unter Bürgermeister Schweitl beschloss man im Jahr 1905, den Ortsnamen Puch in der heutigen Form einzuführen.

Römischer Meilenstein in der Friedhofsmauer der Pfarrkirche Puch
Römischer Meilenstein

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein römischer Meilenstein, der sich heute an der Friedhofsmauer befindet, bezeichnet die 7. Meile der wichtigen römischen Handelsstraße JuvavumTeurnia (Salzburg – Spittal in Kärnten, was also der heutigen Tauern Autobahn A 10 entspricht) und wurde um das Jahr 200 n. Chr. unter dem Kaiser Septimius Severus aufgestellt.

Das Schloss Puchstein scheint laut alten Chroniken erstmals im Jahr 822 auf und wurde im Mittelalter zur Überwachung der Salzschiffahrt verwendet. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss, welches in der Folge als Miethaus mit zahlreichen Herbergen diente, in die jetzige Gestalt gebracht. Während es zu Beginn dieses Jahrhunderts noch der Pfarre Puch grundherrlich unterworfen war, ist der Besitz heute unter sechs Wohnungseigentümern aufgeteilt. Das Schloss Urstein, das im 15. Jahrhundert im Besitze der Familie Golser urkundlich aufscheint, entstand in seiner heutigen Form im Jahr 1691 unter Alfons Dückher Freiherr von Haslau. Diese aus dem baltischen stammende Familie besaß dieses Schloss bis zum Jahr 1867. Bis 2002 war es im Besitz der Familie Kuhlmann. Eigentümer danach wurde die Privatstiftung Akademie Schloss Urstein. Die Pfarrkirche ist ein schöner, gotischer Bau mit Spitzhelmturm, im 14. Jahrhundert erbaut. Der barocke Hochaltar stammt aus dem Jahr 1685. 1735 wurde das barocke Seitenschiff dazugebaut, worin sich zwei geschnitzte Holzaltäre befinden. An der Kirchenmauer befinden sich mehrere große Grabplatten aus rotem Adneter Marmor (ein Kalkstein), unter anderem auch von Georg Golser (1465–1489), Bischof von Brixen. Im Glockhaus der Pfarrkirche ist in einer Nische ein holzgeschnitzter Palmesel mit der Christusfigur untergebracht, der alljährlich am Palmsonntag bei der Prozession mitgetragen wird.

Die Gemeinde Puch mit den Ortsteilen Sankt Jakob am Thurn und Hinterwiestal zählt zu den beliebten Naherholungs- und Fremdenverkehrsgebieten im Bergland südöstlich der Landeshauptstadt Salzburg und entwickelt sich immer mehr auch zu einem Wohngebiet in unmittelbarer Stadtnähe.

Im Mai 2015 wurde die neugebaute Justizanstalt Salzburg in Urstein in Betrieb genommen. Bei moderneren Haftbedingungen als zuvor in der Stadt Salzburg arbeiten rund 200 Häftlinge darin in 12 hauseigenen Betrieben, die 400.000 € pro Jahr erwirtschaften.[3][4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Puch bei Hallein

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1945 gegründete Fußballverein ASVÖ FC Puch spielte zeitweise sogar in der zweiten Österreichischen Bundesliga und diente auch als Kooperationspartner der großen Salzburger Austria. Derzeit spielt der Verein in der 1. Salzburger Landesliga.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe zum Schloss Urstein befindet sich seit 2005 die Fachhochschule Salzburg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puch liegt an der Tauernautobahn (mit Anschluss) und ist auch durch die Linie S3 der S-Bahn Salzburg über die Haltestelle Puch bei Hallein sowie Puch Urstein von der Landeshauptstadt Salzburg erreichbar.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 21 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974–1989 Simon Hetz[5]
  • 1989–1999 Jakob Gfrerer[6]
  • seit 1999 Helmut Klose (ÖVP)[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Puch bei Hallein COA.jpg

Die Blasonierung des Wappens der Gemeinde ist:

In silbernem Schild eine in landesüblicher Form mit roten Marmorplatten abgedeckte silberne Quadermauer, inmitten dieser eine schwarze Bogennische, worin ein aufragender römischer Meilenstein mit schwarzer Inschrift „VII M P“ (septem milia passuum); hinter der Mauer eine grüne Hagebuche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingo Baumgartner (1944–2015), österreichischer Politiker (SPÖ)
  • Catarina Carsten (1920–2019), deutsch-österreichische Schriftstellerin, lebte von 1964 bis 2019 hier
  • Lisa Mayer (* 1954), österreichische Lyrikerin
  • Joseph Messner (1893–1969), österreichischer Musiker, Komponist und Priester
  • Hans Pexa (1919–1996), österreichischer Politiker (SPÖ)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Puch bei Hallein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Puch bei Hallein, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 25. Oktober 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Justizanstalt Puch: Arbeit hinter Gittern lässt die Kassen klingeln sn.at, 22. April 2017, abgerufen 2. Jänner 2018.
  4. Ein „Vorzeigemodell“ Neues Gefängnis in Puch-Urstein eröffnet salzburg24.at, 29. Mai 2015, abgerufen 2. Jänner 2018.
  5. Simon Hetz. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  6. Jakob Gfrerer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  7. Helmut Klose. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.