Puchow

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil der Gemeinde Kuckssee in Mecklenburg-Vorpommern. Zum russischen Badmintonspieler siehe Stanislaw Jewgenjewitsch Puchow.

Koordinaten: 53° 32′ 4″ N, 13° 4′ 9″ O

Puchow
Gemeinde Kuckssee
Höhe: 60 m
Fläche: 5,65 km²
Einwohner: 143 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2012
Postleitzahl: 17217
Vorwahl: 03962
Puchow (Mecklenburg-Vorpommern)
Puchow

Lage von Puchow in Mecklenburg-Vorpommern

Dorfstraße in Puchow

Dorfstraße in Puchow

Puchow ist ein Ortsteil der Gemeinde Kuckssee im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zieskensee

Der Ort liegt am Wokuhlsee und Zieskensee (auch Ziese genannt). Die starke Gletscherfaltung der letzten Eiszeit bestimmt die Landschaft, die sich nach Südosten hin weit und relativ flach zur Stadt Penzlin öffnet, während nach Nordwesten der große Carlsteiner Wald sich bis nach Wrodow erstreckt. An der Straße von Penzlin nach Lapitz erhebt sich an der Ziese ein Os - ein natürlicher Hügelkamm, der den Rest einer eiszeitlichen Sanddüne darstellt. Er reicht bis Rahnenfelde und ist mit Lärchen und Kiefern bewachsen. Die Einheimischen bezeichnen diese Erhebung seit jeher als Räuberberg. Nordöstlich von Ziese und Rahnenfelde liegt das Naturschutzgebiet Kuckssee und Lapitzer See, das sich fast nahtlos an das Vogelschutzgebiet des Malliner Sees anschließt.

Rahnenfelde ist ein Ortsteil von Puchow.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name ist slawischen Ursprungs, worauf die Endung -ow hindeutet, und könnte sich vom altslawischen Lokator Pucha ableiten, also „Ort des Pucha“.[1]

Eine andere Ableitung wäre die Herkunft vom altslawischen „puh“ oder „puhl“ für „hohl“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1326 wurde das Dorf, eine Anzahl von Einzelhöfen, erstmals erwähnt; eine Urkunde bestätigt die Kirche.
In einer Urkunde vom 18. Juli 1501 wird Puchow als Bauerndorf benannt. Die Bauern waren dem Ritter Berend Maltzan, der auch „Böser Bernd“ genannt wurde, dienstpflichtig. Durch Verschuldung und Verpfändung gehörten 100 Jahre später die Bauernhöfe den Rittern. Pfandherren waren Anfang des 17. Jahrhunderts Hans Angermünde und der Pfarrer Lukas Schröder.

Um 1650/1659 brannte die Kirche ab. Eine ihrer Glocken von 1506 befindet sich in einem Glockenstuhl auf dem Friedhof. In dieser Zeit wurde erstmals ein Vorwerk Puchow mit 64 Einwohnern genannt, das mit dem Rittergut Klein Lukow verbunden war.
Im 17. und 18. Jahrhundert wechselte der Gutsbesitz häufig (u.a. Familie von der Hanken). Ulrich Freiherr von Maltzan erwarb 1878 Puchow und Rahnenfelde.

Gutshaus Puchow von 1910 (Foto 2007)

Von 1908 bis 1945 war das Gut, auf dem 1910 das Gutshaus erbaut wurde, im Besitz der Familie von Buengner, die aus Riga stammt.[3]

Ab 1945 wurde das Gut durch die Bodenreform aufgesiedelt. Ab 1960 gab es im Dorf mit Rahnenfelde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Nach 1945 bis 1990 war das Gutshaus Kulturakademie des Bezirkes Neubrandenburg.

Am 1. Januar 2012 gab die Gemeinde Puchow die Eigenständigkeit auf und fusionierte mit Krukow und Lapitz zur Gemeinde Kuckssee.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zweigeschossiges, 13-achsiges, unsaniertes Gutshaus von 1910 mit Sockelgeschoss, Mansarddach, barockisierenden Mittelrisalit mit Säulenvorbau und Altan sowie das Ensemble um das Gutshaus mit den beiden Torhäusern am Eingang, dem Verwalterhaus, den Wirtschaftsgebäuden und dem Gutspark.
  • Ehemalige Dorfschule, heute Wohnhaus, Dorfstraße 26

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Puchow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 112, (online).
  2. Hans Witte: Wendische Zu- und Familiennamen. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 71, 1906, S. 153–290, hier S. 241, Nr. 530, (online).
  3. Verein „Historisches Gutsensemble Ludorf e. V.“ (Hrsg.): Gutsdörfer im Müritzkreis. Fotografien: Gerhild Meßner. Verein Historisches Gutsensemble Ludorf, Ludorf/Müritz 2004.